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07.06.2016

15:48 Uhr

Türkei

Mindestens elf Tote bei Anschlag in Istanbul

VonOzan Demircan

Die Terror-Serie in der Türkei geht weiter: Bei einem Anschlag im Istanbuler Zentrum sterben mindestens elf Menschen, fast 40 werden verletzt. Erdogan macht die PKK verantwortlich. Die Polizei nimmt Verdächtige fest.

Bombenanschlag in Istanbul

Per Fernsteuerung gezündet: Bisher gibt es mindestens 11 Tote

Bombenanschlag in Istanbul: Per Fernsteuerung gezündet: Bisher gibt es mindestens 11 Tote

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ZürichIm Istanbuler Viertel Beyazit treffen viele Welten Istanbuls aufeinander. Hier liegt der große Basar der Stadt, durch den täglich tausende Touristen strömen. Ein paar Blocks weiter liegt mit der „Istanbul Üniversitesi“ die größte Hochschule des Landes. Und schließlich leben in dem konservativen Viertel mitten in der Altstadt der Metropole viele strenggläubige Türken. Ein ideales Ziel für einen Anschlag.

Am Dienstagmorgen sind bei einem Autobombenanschlag mindestens elf Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien sieben Polizisten und vier Zivilisten, sagte Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin vor Journalisten am Ort des Geschehens. Demnach wurden bei dem Angriff im Bezirk Beyazit außerdem mindestens 36 weitere Menschen verletzt.

Die Polizei nahm in Istanbul vier Verdächtige fest. Zu den vier Festnahmen sei es im Zusammenhang mit der Anmietung eines Autos gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Für den Anschlag sei ein Mietwagen verwendet worden.

Ein Foto zeigt die Wucht des Attentats. Auf dem Mittelstreifen einer Straße, die durch den großen Campus der Universität führt, liegt ein etwa zehn Meter langer Polizeibus – auf dem Kopf. Die Sicherheitskräfte in dem Fahrzeug seien auf dem Weg zu ihrer regulären Wache in der für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Universität gewesen, schrieben türkische Medien am Dienstag. Dort wurden wegen des Anschlags die Prüfungen verschoben.

Nach Informationen von CNN Türk wurde die in einem parkenden Auto installierte Bombe per Fernsteuerung gezündet, als ein Polizeibus vorbeifuhr. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge waren nach der Detonation Schüsse in der Gegend zu hören. Ein Augenzeuge sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von zwei Polizeiwagen, die von der Explosion getroffen wurden.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

13. Mai 2016

Bei einer Sprengstoffdetonation in Diyarbakir kommen vier Menschen ums Leben. 15 werden verletzt. Die Tat wird der PKK zugeschrieben.

9. April 2016

Bei einem Bombenanschlag in Istanbul gibt es drei Verletzte. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist unklar.

31. März 2016

Mindestens 7 Tote, rund 23 Verletzte – das sind die Opfer eines Anschlags in Diyarbakir, hinter dem die PKK vermutet wird. Bei den Opfern handelt es sich um Polizeibeamte.

19. März 2016

Bei einem Bombenanschlag in Istanbul sterben mindestens fünf Menschen, etwa 36 werden verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um Passanten in einer Einkaufsstraße. Hinter dem Anschlag steckt vermutlich der IS.

13. März 2016

Bei einem weiteren verheerenden Autobomben-Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am 13. März 37 Menschen ums Leben gekommen. Kurz darauf flog die türkische Luftwaffe Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak – die Regierung zufolge gehörte die Selbstmordattentäterin zu der verbotenen Partei.

Februar 2016

Am 17. Februar hat in Ankara ein Selbstmordattentäter 28 Menschen in den Tod gerissen. Inzwischen hat sich die militante Organisation Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) – eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK – zu der Tat bekannt.

Januar 2016

Bei einem Anschlag im historischen Zentrum Istanbuls werden elf Deutsche getötet. Der Angreifer sprengt sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Der Attentäter gehörte nach Angaben der türkische Regierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Die Bombe war gegenüber einem bei Touristen beliebten Hotel in der Nähe der U-Bahnstation Vezeciler platziert, von der aus zahlreiche Sehenswürdigkeiten in der Altstadt wie der Große Basar oder die Süleymaniye-Moschee schnell zu erreichen sind.

Zahlreiche Rettungskräfte und Feuerwehrwagen waren im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen. Ein zertrümmertes Polizeifahrzeug war zu sehen, parkende Autos wurden ebenfalls beschädigt. Durch die Wucht der Explosion gingen Schaufenster zu Bruch. Auch waren Medienberichten zufolge Schüsse zu hören.

Kommentare (13)

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Herr Günther Schemutat

07.06.2016, 12:33 Uhr

Wenn Erdogan weiter eine Politik der Beleidigungen,Ausgrenzungen und Terror betreibt, wird die Türkei in einen Sumpf von inneren Konflikten untergehen. Schlimm auch, dass Erdogan der Prächtige auch im ehemaligen Holocaust Land
Deutschland die Reinrassigkeit der Türken im Bundestag anzweifelt und Bluttests fordert. Das hätte zu einer gewaltigen Antwort führen müssen , aber außer der ständigen Müden Erscheinung von Merkels Sprecher kam nichts sowie auch nicht von einer überzeugenden Antwort der Medien. Vielleicht hat Merkel ja den Gesundheitsminister Gröhe angewiesen ein Krankenhaus zu suchen, wo die Türken sich auf Reinrasse prüfen lassen können. Nach Tausenden Holocaust Veranstaltungen und Debatten hätten zumindest die Juden bei uns eine Antwort geben sollen wenn schon Merkel die Union und alle anderen Feiglinge sich verstecken.

Noch schlimmer die Türken hier bei uns, die weit weg von der Türkei in Sicherheit leben dürfen und in großer Zahl Erdogan unterstützen. Weder Demonstrationen der Türken noch der Berufs mäßigen Kerzenträger sind angekündigt.

So wird die Türkei untergehen , aber Merkel wird für freies Visa sorgen so das Erdogan Anhänger samt Erdogan mittelfristig nach Deutschland fliehen können.

Account gelöscht!

07.06.2016, 13:10 Uhr

Der Türkei-Deal von Bundeskanzlerin Angela Merkel gerät durch die Entscheidung eines griechischen Gerichts in ernste Gefahr. Flüchtlinge dürfen nicht mehr in die Türkei abgeschoben werden, weil das Land unsicher ist. Damit teilt das Gericht die Einschätzung von zahlreichen Menschenrechts-Organisationen.

Herr jb36 ce

07.06.2016, 13:42 Uhr

@Herr Günther Schemutat: Was haben sie für ein Problem mit der Türkei? Wenn in Bayern eine Bombe explodiert und Menschen sterben, sagen wir Türken auch nicht Merkel ist Schuld dran. Stellen sie sich mal vor, das passiert bei Ihnen vor der Haustür. Echt unglaubliche

Warum können sie nicht einfach sagen Mein herzlichen Beileid den Toten o.ä.

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