Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.10.2016

12:59 Uhr

Türkei

Mindestens zehn Verletzte bei Explosion in Antalya

Eine schwere Detonation im türkischen Touristenort Antalya hat mindestens zehn Menschen verletzt. Ob Terroristen hinter dem Attentat stecken, ist derzeit noch unklar. Wieder wird eine Nachrichtensperre verhängt.

In diesem Jahr gab es in der Türkei mehrere tödliche Anschläge. dpa

Explosion in Antalya

In diesem Jahr gab es in der Türkei mehrere tödliche Anschläge.

AnkaraBei einer Explosion vor der Handelskammer in der südtürkischen Urlaubermetropole Antalya sind nach offiziellen Angaben mindestens zehn Menschen leicht verletzt worden. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz, Glassplitter hätten die Verletzungen verursacht. Nach Angaben der Behörden war unklar, ob es sich um einen Anschlag oder etwa eine Gasexplosion handelte. Ein Gericht in Antalya verhängte kurz nach der Detonation eine Nachrichtensperre, was in der Türkei in der Regel nach Anschlägen geschieht.

Das Gericht begründete die Nachrichtensperre wie üblich mit der nationalen Sicherheit. Antalyas Bürgermeister Menderes Türel sagte nach der Explosion laut DHA, niemand schwebe in Lebensgefahr. Der Sender CNN Türk berichtete unter Berufung auf die Handelskammer, ein mit Gas betriebenes Auto könnte explodiert sein. Zu der Explosion kam es auf dem Parkplatz der Industrie- und Handelskammer in Antalya. Auf Fotos vom Ort der Explosion war ein völlig zerstörtes Auto zu sehen.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

Oktober 2016

Am 6. Oktober begeht die TAK einen Bombenanschlag in Istanbul. Auch die PKK attackiert türkische Polizisten in Hakkari. Am 14. Oktober kommt es zu einem Raketenangriff auf die Touristenprovinz Antalya. Der letzte Anschlag ist bisher ungeklärt.

September 2016

Auch im folgenden Monat schlägt die PKK mehrmals zu: mit einer Autobombe in der türkischen Stadt Van sowie mehreren weiteren Bombenanschlägen in der Südosttürkei sowie in Mardin.

August 2016

Am 17. August begeht die kurdische Terrororganisation PKK einen Anschlag auf ein Polizeihauptquartier in Elazig. Wenige Tage später kommt es zu einer Attacke ebenfalls auf eine Polizeistation in Cizre, für die auch die PKK verantwortlich gemacht wird.

Februar 2016

Die kurdisch-sozialistische Terrororganisation TAK (deutsch: Freiheitsfalken Kurdistans) begeht einen Bombenanschlag auf ein Militärfahrzeug in Ankara. In den folgenden Monaten tritt die Gruppe mehrfach in Erscheinung: Sowohl im März als auch im Juni und Oktober 2016 legen die Terroristen erneut Bomben in Istanbul, Ankara und Midyat.

Oktober 2015

Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich.

Quelle: dpa

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

In der vorvergangenen Woche war es an der Küste der Urlauberregion Antalya zu einem Raketenangriff gekommen, bei dem Medienberichten zufolge keine Menschen zu Schaden kamen. Zu dem Angriff bekannte sich die Terrororganisation TAK, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die TAK sprach von einem Racheakt für drei ihrer Kämpfer, die zuvor getötet worden seien. Auch nach dem Raketenangriff verhängte ein Gericht eine Nachrichtensperre.

Die TAK hat Anschläge auch in Touristenregionen angedroht. Bei einem der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschriebenen Selbstmordanschlag waren im Januar in Istanbul zwölf deutsche Urlauber getötet worden. Zahlreiche Terroranschläge und der Putschversuch von Mitte Juli haben zu einem Einbruch der Besucherzahlen in der Türkei geführt. Insgesamt kamen im August fast 38 Prozent weniger Ausländer als im Vorjahresmonat.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×