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25.12.2015

12:40 Uhr

Türkei

Neue Tote bei Gefechten zwischen Armee und kurdischen Milizen

Nach Gefechten mit kurdischen Rebellen meldet die türkische Armee sieben Tote: Sechs Aufständische und ein türkischer Soldat. Die kurdische Seite zählt tote Zivilisten, die türkische zur Strecke gebrachte Terroristen.

Bei Kämpfen zwischen dem türkischen Militär und kurdischen Milizen hat es erneut Tote gegeben. dpa

Tote bei Gefechten in der Türkei

Bei Kämpfen zwischen dem türkischen Militär und kurdischen Milizen hat es erneut Tote gegeben.

DiyarbakirDie türkische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Schusswechsel mit kurdischen Rebellen sechs Aufständische getötet. Das Militär gab am Freitag bekannt, nach dem Gefecht am Donnerstagabend in der südosttürkischen Stadt Cizre nahe der Grenze zu Syrien sei zudem ein Soldat im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Zwei weitere seien verletzt worden. Sicherheitskreisen zufolge waren zuvor bereits in Diyarbakir, der größten Stadt der Unruheregion, drei kurdische Kämpfer von der Polizei getötet worden.

In dem Gebiet liefern sich derzeit Sicherheitskräfte Kämpfe mit der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Bei den jüngsten Gefechten starben nach Angaben der pro-kurdischen Partei HDP mindestens 38 Zivilisten. Staatlichen Medien zufolge wurden 168 PKK-Kämpfer getötet.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

Oktober 2016

Am 6. Oktober begeht die TAK einen Bombenanschlag in Istanbul. Auch die PKK attackiert türkische Polizisten in Hakkari. Am 14. Oktober kommt es zu einem Raketenangriff auf die Touristenprovinz Antalya. Der letzte Anschlag ist bisher ungeklärt.

September 2016

Auch im folgenden Monat schlägt die PKK mehrmals zu: mit einer Autobombe in der türkischen Stadt Van sowie mehreren weiteren Bombenanschlägen in der Südosttürkei sowie in Mardin.

August 2016

Am 17. August begeht die kurdische Terrororganisation PKK einen Anschlag auf ein Polizeihauptquartier in Elazig. Wenige Tage später kommt es zu einer Attacke ebenfalls auf eine Polizeistation in Cizre, für die auch die PKK verantwortlich gemacht wird.

Februar 2016

Die kurdisch-sozialistische Terrororganisation TAK (deutsch: Freiheitsfalken Kurdistans) begeht einen Bombenanschlag auf ein Militärfahrzeug in Ankara. In den folgenden Monaten tritt die Gruppe mehrfach in Erscheinung: Sowohl im März als auch im Juni und Oktober 2016 legen die Terroristen erneut Bomben in Istanbul, Ankara und Midyat.

Oktober 2015

Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich.

Quelle: dpa

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Die PKK gilt nicht nur in der Türkei, sondern auch der Europäischen Union und den USA als terroristische Organisation. Vor zwei Jahren einigte sie sich mit der türkischen Regierung auf einen Waffenstillstand. Nachdem bei der Wahl im Juni die HDP ins Parlament eingezogen war und die AK-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdogan die absolute Mehrheit verloren hatte, ging die Armee wieder gewaltsam gegen die PKK vor. Diese erklärte daraufhin, sich auch nicht mehr an den Waffenstillstand zu halten.

Von

rtr

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