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11.06.2013

08:48 Uhr

Türkei

Polizei reißt Barrikaden am Taksim-Platz nieder

Aufruhr unter den Aktivisten in Istanbul: Offenbar versucht die Polizei mit einem Großeinsatz auf den Taksim-Platz vorzudringen. Dabei hatte Ministerpräsident Erdogan gerade Gespräche mit der Protestbewegung angekündigt.

Türkei

Polizei stürmt Taksim Platz

Türkei: Polizei stürmt Taksim Platz

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IstanbulDie türkische Polizei hat am Dienstagmorgen einen Großeinsatz am Rande des besetzen Taksim-Platzes begonnen. Türkische Medien und Aktivisten berichteten, die Polizei rücke von Besiktas aus in Richtung des Taksim-Platzes vor. Mit Baggern und unter Einsatz von Tränengas leitete die türkische Polizei die Räumung eines Teils des besetzen Taksim-Platzes ein. Dabei soll es zu Zusammenstößen mit Demonstranten gekommen sein.

Die Bagger räumten Barrikaden, die die Platzbesetzer zuvor aus Metallteilen einer nahen Baustelle, von der Polizei einst zurückgelassenen Absperrzäunen und bei Straßenkämpfen demolierten Autos errichtet hatten. Demonstranten wurden zurückgetrieben. Gepanzerte Geländewagen und zahlreiche Rettungswagen standen bereit..

Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP und andere Korrespondenten untereinstimmend berichteten, setzten die Spezialeinheiten bei ihrem Vorstoß massiv Tränengas ein. Sie wurden unterstützt von gepanzerten Fahrzeugen, die mit Wasserkanonen ausgerüstet waren. Allerdings bewegten sich die Einsatzkräfte zunächst nicht in Richtung des nahegelegenen Gezi-Parks, wo hunderte regierungskritische Demonstranten ihre Zelte aufgebaut haben.

Einige Jugendliche reagierten laut Augenzeugenberichten mit Würfen von Molotow-Cocktails und Steinen auf das Heranrücken der Polizei. Istanbuls Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu appellierte an die Protestierenden, sich von Provokateuren fernzuhalten. Mutlu zufolge sollen die Protestierenden auf dem Parkgelände unbehelligt bleiben. Einziges Ziel sei es, auf dem Taksim-Platz „alle Plakate und Schilder zu entfernen“, schrieb der Gouverneur auf Twitter. „Wir werden weder den Gezi-Park und Taksim-Platz noch euch anrühren“, versicherte er.

Die Protestwelle in der Türkei hatte sich an der brutalen Räumung eines Protestlagers im Gezi-Park am Randes des Taksim-Platzes entzündet. Inzwischen richten sich die Demonstrationen vor allem gegen den als immer autoritärer empfundenen Kurs Erdogans und seiner islamisch-konservativen Partei.

Nach den tagelangen Demonstrationen von Regierungsgegnern in der Türkei hatte nun auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, sich erstmals mit Vertretern der Protestbewegung treffen zu wollen. Ein Gespräch sei am Mittwoch geplant, zitierten türkische Medien am Montag Vizeregierungschef Bülent Arinc.

Kommentare (5)

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HB_Dissident

11.06.2013, 08:23 Uhr

Da das Handelsblatt bei über 90% aller Türkeibeiträgen die Kommentarfunktion deaktiviert, werde ich diesen Beitrag nicht kommentieren. Sollen doch die Redakteure mit Türkeithemen machen, was sie wollen, die Türkei wird ohnehin niemals EU-Mitglied sein! Deshalb: kommentiert mal schön - ohne mich!

Account gelöscht!

11.06.2013, 08:27 Uhr

Heute morgen im Radio : " Erdogan ließ verlauten, er habe mit den Demonstranten " die Geduld verloren "." Also hat die Polizei damit begonnen, den Platz zu räumen. In einer Demokratie ist so etwas gottseidank undenkbar. Nicht aber in der Türkei, wo der Präsident regiert wie ein Scheich, der über dem Gesetz steht. Ich frage mich nur, wann in der Türkei die Scharia eingeführt wird.

Kapturak

11.06.2013, 08:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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