Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2012

09:44 Uhr

Türkei vs. Syrien

Verwirrung um abgeschossenen Kampfjet

Es herrscht weiter Unklarheit über den vor zwei Wochen abgeschossenen türkischen Kampfjet. Das Militär in Ankara rückte jetzt von der Version eines Raketentreffers ab. Es wachsen Zweifel an der türkischen Darstellung.

Ein Wrackteil der abgeschossenen F4 Phantom auf dem Meeresgrund. dpa

Ein Wrackteil der abgeschossenen F4 Phantom auf dem Meeresgrund.

IstanbulMehr als zwei Wochen nach dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs durch syrische Truppen rückt die Militärführung in Ankara nun von der Version eines Raketentreffers ab. Nach Untersuchungen der vom Meeresgrund geborgenen Wrackstücke gebe es keine Hinweise auf einen Angriff mit einer Rakete, berichteten türkische Medien am Dienstag unter Berufung auf Militär und Geheimdienst. Trotzdem beharre Ankara darauf, dass die Maschine im internationalen Luftraum getroffen worden sei.

Bei dem Abschuss am 22. Juni waren die beiden Piloten des unbewaffneten Aufklärungsjets ums Leben gekommen. Nach Darstellung des syrischen Regimes wurde die türkische Phantom F4 von an der Küste stationierten Luftabwehrgeschützen getroffen, nicht aber von einer über die syrischen Grenzen hinausreichenden Luftabwehrrakete. Dies hatte auch das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Geheimdienstkreisen berichtet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte dies wütend zurückgewiesen. Verbündete der Türkei kritisierten dagegen zuletzt vor allem, dass die türkische Maschine ohne Vorwarnung abgeschossen worden sei.

Der Zwischenfall hatte die wegen der Unruhen in Syrien gewachsenen Spannungen zwischen der Türkei und Syrien weiter verschärft. Die Regierung in Ankara wies die türkische Armee an, jede Grenzverletzung durch Syrien und selbst die Annäherung syrischer Militäreinheiten an die Grenze als aggressiven Akt zu werten und zu bekämpfen.

Erdogan sprach von einem feigen Akt des syrischen Regimes. „Die Türkei ist ein Land, dem all seine Verbündeten und Nachbarn vertrauen können. Die Freundschaft der Türkei ist wertvoll, aber jeder sollte wissen, dass der Zorn der Türkei gewaltig sein kann“, sagte Erdogan.

Am Montag hatte ein Vertreter des türkischen Generalstabs jedoch in einem Zeitungsinterview erklärt, es gebe keine Anzeichen für einen Raketenbeschuss. Laut "Radikal" kam der türkische Geheimdienst MIT zum selben Ergebnis. Der Zeitung zufolge will sich Ankara deshalb künftig auf den Vorwurf konzentrieren, dass die Syrer ohne Warnung an die Piloten das Feuer eröffneten.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

dadafiffi

10.07.2012, 10:25 Uhr

Die von Israel und USA ausgerüstete Spionage-F4 ist auf syrischem Gebiet abgeschossen worden. Ein Video dazu liegt vor, wird aber weitgehend ignoriert. Der Flug war ein Test wie gut die Luftabwehr in Syrien ist, ein zweites Libyen wird so leicht nicht möglich sein.
Die Nato ist wieder beim Lügen erwischt worden, wie schon so oft.

galata1975

10.07.2012, 11:44 Uhr

aha, ich nehme an das Sie von zu Hause aus, eine Radaranlage haben und das ganze von dort aus analysiere können...... hahahahaha

KeineHetzemehr

10.07.2012, 11:46 Uhr

Zitat: "Nach Darstellung des syrischen Regimes..."

Sie Handelsblatt meinten wohl: syrische Regierung! Regime haben wir hier im Westen, z. B. die BRD! Oder haben Sie Handelsblatt den ESM in der BRD verschlafen????

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×