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02.11.2015

14:23 Uhr

Türkei-Wahl

Kurdischer Dichter verlässt nach Erdogans Wahlsieg das Land

Nach dem Wahlsieg der Partei von Recep Tayyip Erdogan hat der kurdische Dichter Yilmaz Odabasi das Land verlassen. Das Wahl-Ergebnis kommentierte Odabasi mit den Worten, offenbar liebe das türkische Volk seinen „Henker“.

Nach der absoluten Mehrheit für Erdogans-AKP-Partei bei der Wahl am Sonntag will der kurdische Dichter und Journalist Yilmaz Odabasi  das Land verlassen. dpa

Türkei-Wahl

Nach der absoluten Mehrheit für Erdogans-AKP-Partei bei der Wahl am Sonntag will der kurdische Dichter und Journalist Yilmaz Odabasi das Land verlassen.

AnkaraNach dem überraschend deutlichen Sieg der Partei von Staatschef Recep Tayyip Erdogan bei der Parlamentswahl in der Türkei hat der kurdische Dichter und Journalist Yilmaz Odabasi das Land aus Protest verlassen. Derzeit befinde er sich in der Schweiz, teilte der 53-Jährige am Sonntagabend per Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Das Ergebnis der Neuwahl zum Parlament kommentierte Odabasi mit den Worten, offenbar liebe das türkische Volk seinen „Henker“.

Der nach dem Militärputsch von 1980 inhaftierte und gefolterte Intellektuelle fügte hinzu, trotz allem, was ihm zugestoßen sei, habe er die Türkei bislang nicht verlassen. Aber jetzt, nach der absoluten Mehrheit für Erdogans-AKP-Partei bei der Wahl am Sonntag, sei er “weg“. Das Staatssicherheitsgericht in Ankara hatte Odabasi im Jahr 1997 wegen „separatistischer Propaganda“ und Beleidigung des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk in seinem Gedichtband „Der Traum und das Leben“ zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.

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Das Kalkül der regierenden AKP von Präsident Erdogan geht auf – zur Überraschung vieler Analysten. In der von Kurden dominierten Stadt Diyarbakir löst die Nachricht von der Rückkehr zur absoluten Mehrheit Krawalle aus.

Erdogans seit 2002 regierende islamisch-konservative Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) verfügt durch die Neuwahl am Sonntag nun erneut über die absolute Mehrheit im Parlament. Diese war ihr zuvor bei der Wahl im Juni durch den massiven Stimmengewinn der linksliberalen, prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) verloren gegangen.

Von

afp

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