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20.07.2017

13:10 Uhr

Türkei warnt Zypern

Geplante Gas- und Ölförderung wird zu Streitthema

Die Türkei übt schwere Kritik an Zyperns Plan zur Rohstoffförderung und spricht gleichzeitig eine Warnung aus. So werde die Türkei die Interessen türkischer Zyprer auch weiter verteidigen, hieß es aus Regierungskreisen.

Der türkische Ministerpräsident warf der griechisch-zyprischen Seite einseitige Schritte vor. Reuters

Binali Yildirim

Der türkische Ministerpräsident warf der griechisch-zyprischen Seite einseitige Schritte vor.

NikosiaDie türkische Regierung hat Zypern wegen seiner geplanten Gas- und Ölförderung vor der Ostküste der geteilten Mittelmeerinsel gewarnt. Die Türkei werde weiterhin die Rechte und Interessen der türkischen Zyprer verteidigen, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Donnerstag in der geteilten Hauptstadt Nikosia auf Zypern. Yildirim sprach bei einer Feier anlässlich des Einmarschs türkischer Truppen im Ostteil der Insel vor 43 Jahren. Seit 1974 ist die Insel geteilt zwischen dem griechischen Zypern im Westen, das zur EU gehört, und dem türkischen Nordzypern im Osten, das nur von der Türkei als Staat anerkannt wird. Erst Anfang Juli wurden erneut Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns abgebrochen.

„Die Türkei ist überzeugt, dass es eine Gelegenheit zur Zusammenarbeit bezüglich der Energieressourcen im östlichen Mittelmeer gibt“, sagte Yildirim. „Doch die einseitigen Schritte der griechisch-zyprischen Seite kommen zur Unzeit, sind gefährlich und fördern den Stillstand.“ Der Regierungschef forderte zudem die sofortige Aufhebung „der ungerechten, grundlosen Beschränkungen, die der türkisch-zyprischen Bevölkerung auferlegt wurden“.

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Vergangene Woche hatte die türkische Marine zwei Schiffe und ein U-Boot entsandt, um das Bohrschiff „West Capella“ zu überwachen, das zu Arbeiten im östlichen Mittelmeer in Position gebracht wurde. Der französische Energiekonzern Total und die italienische Eni haben die „West Capella“ unter Vertrag genommen. Die Insel Zypern ist nicht nur wegen der Erdgas- und Erdölvorkommen vor ihrer Küste interessant. Sie ist auch von großer strategischer Bedeutung, weil sie nur rund 100 Kilometer vor der syrischen Küste liegt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Hans Henseler

20.07.2017, 18:57 Uhr

Schoen, dass das Nato-Mitglied Tuerkei an seine voelkerrechtswidrige Militaer-Aktion
vor 43 Jahren erinnert, die immer noch fort dauert. Wie sieht das denn der NATO-
Generalsekretaer? Weiterhin Waffen liefern, damit der voelkerrechtswidrige status quo
verewigt wird?

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