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16.03.2016

02:31 Uhr

Türkei

Wissenschaftler wegen Kurden-Petition in Haft

Rund 1200 Wissenschaftler haben im Januar eine Petition für ein Ende der Militärschläge gegen Kurden unterzeichnet. Drei von ihnen wiederholten ihre Haltung - das nennt türkische Justiz "terroristische Propaganda".

Nach Zusammenstößen türkischer Spezialeinheiten mit Anhängern der kurdischen PKK: Im Südosten der Türkei kommt es immer wieder Militäreinsätzen. dpa

Kurden verlassen Diyarbakir

Nach Zusammenstößen türkischer Spezialeinheiten mit Anhängern der kurdischen PKK: Im Südosten der Türkei kommt es immer wieder Militäreinsätzen.

Istanbul/AnkaraIn der Türkei sind Medienberichten zufolge erneut drei Akademiker wegen "terroristischer Propaganda" festgenommen worden. Ein Istanbuler Gericht habe die Festnahme der Universitätsprofessoren Esra Munger und Muzaffer Kaya sowie die der Lehrkraft Kivanc Ersoy wegen der Unterzeichnung einer Petition gegen Armee-Gewalt in den Kurdengebieten angeordnet, meldete die Nachrichtenagentur Dogan am Dienstag. Bei einer Verurteilung wegen "terroristischer Propaganda" drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Das Gericht in Istanbul hatte die drei Akademiker zuvor zu einer Pressekonferenz befragt, auf der sie vergangene Woche die Militäreinsätze der türkischen Armee gegen kurdische Rebellen im Südosten des Landes erneut verurteilt hatten.

Im Januar hatten insgesamt rund 1200 Wissenschaftler eine Petition unterzeichnet, in der ein Ende des türkischen Militäreinsatzes in den Kurdengebieten gefordert wurde. Laut Angaben einer Lehrergewerkschaft aus der vergangenen Woche wurden deshalb bislang 153 Verfahren gegen Unterzeichner eingeleitet, neun Lehrer seien entlassen worden, weitere 27 suspendiert.

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Weil sie über angebliche Verstrickungen des Geheimdienstes in Waffenlieferungen nach Syrien berichteten, wurden zwei türkische Journalisten verhaftet. Das Verfassungsgericht will sie freilassen, aber Erdogan ist dagegen.

In der Petition wird die Staatsführung aufgefordert, "ihre vorsätzlichen Massaker und Deportationen kurdischer und anderer Menschen in der Region" zu beenden. Das harte Vorgehen gegen die Unterzeichner der Petition stieß bei der Opposition ebenso wie bei der EU und den USA auf scharfe Kritik.

Seit Abbruch des Friedensprozesses mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im vergangenen Sommer geht das Militär verstärkt gegen Rebellen im Südosten der Türkei vor. Dabei werden Ausgangssperren über Städte verhängt, viele Anwohner fliehen vor den Kämpfen zwischen Soldaten und Rebellen. Menschenrechtsgruppen kritisieren die hohe Zahl der zivilen Opfer.

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