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25.06.2012

21:07 Uhr

Türkische Forderung

Flugzeugabschuss soll als Angriff auf Nato gewertet werden

Die Türkei will nach eigenem Bekunden auch nach dem Abschuss eines Kampfflugzeugs durch Syrien keinen Krieg mit dem Land führen. Doch der Vorfall solle als Angriff auf das Nato-Verteidigungsbündnisses gewertet werden.

Vize-Regierungschef Arinc (r) bei einem Treffen mit Assad 2010. dpa

Vize-Regierungschef Arinc (r) bei einem Treffen mit Assad 2010.

AnkaraDie Türkei will auf einer Sondersitzung der Nato darauf dringen, den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs als Angriff auf das Militärbündnis zu werten. Das kündigte der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arinc am Montag an. Der Nordatlantikrat kommt am Dienstag zu Beratungen über den Fall zusammen.

Bei einem solchen Bündnisfall nach Artikel V der Nato-Charta würden die übrigen Nato-Mitgliedsländer der Türkei militärischen Beistand leisten. Beobachter sahen es jedoch als unwahrscheinlich an, dass die Nato entscheiden würde, tatsächlich mit Waffengewalt gegen Syrien vorzugehen.
Die Türkei will wegen des Zwischenfalls auch keinen Krieg führen, so Arinc nach einer siebenstündigen Kabinettssitzung zu dem Zwischenfall. „Was immer getan werden muss, wird mit Sicherheit innerhalb des Rahmens des internationalen Rechts getan werden“, sagte Arinc. „Wir haben nicht die Absicht, gegen irgendjemanden in den Krieg zu ziehen, wir haben eine solche Absicht nicht“, versicherte er.

Die nach türkischen Angaben unbewaffnete F-4 „Phantom“ war nach Darstellung der Regierung in Ankara im internationalen Luftraum abgeschossen worden. Allerdings hatte die Türkei auch eingeräumt, dass das Flugzeug zuvor in den syrischen Luftraum eingedrungen war. Auch ein zur Unglücksstelle entsandtes Rettungsflugzeug sei angegriffen worden. Allerdings habe Syrien die Eingriffe eingestellt, als sie von der Türkei über die Art des Einsatzes informiert wurden.

Der Abschuss wurde auch am Montag von zahlreichen westlichen Staaten verurteilt. Der Zwischenfall hat Befürchtungen genährt, der Konflikt mit Syrien könnte eskalieren. In dem Nachbarland der Türkei versucht Präsident Baschar al-Assad seit Monaten mit großer Härte, einen Aufstand niederzuschlagen.

Kommentare (24)

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Gast

25.06.2012, 21:40 Uhr

Wie häuchlerisch was da passiert..von wegen im internationalem Luftraum abgeschossen...die türkische Aussenpolitik ist seit Jahrzehnten auf Konfrontationskurs mit den Nachbarländern...das Flugzeug war in den syrischen Luftraum eingedrungen und die syrische Luftwaffe hat im gegensatz zu den griechen das richtige gemacht...nämlich den Eindringling abgeschossen. Die F-4 war evtl. unbewaffnet allerdings sicherlich mit hochauflösenden Kameras zum ablichten der syrischen Stellungen ausgestattet. So wie es die türkische Luftwaffe vor einiger Zeit (wiederholt!) versucht hat die S-300 auf Kreta(...das sind ja einige Meilen vom türkischen Luftraum entfernt!)zu lokalisieren..und diese Kampfflieger waren nicht nur unbewaffnete F-4 sondern in Begleitung von bewaffneten F-16! Und so aggiert ein "demokratischer" Staat, der angeblich das internationale Recht achtet und NATO Mitglied ist und in die EU möchte gegenüber einem "Partner"? Der Türkei geht es um Macht. Ein neues osmanisches Reich soll her. Ein einflussreicher Staat auf Augenhöhe USA, Russland bzw. China soll geschaffen werden. Dumm nur für die Türkei das sich das Blatt nicht zu deren Gunsten wendet....Israel, Zypern und Griechenland bilden bereits mit Russland ein Bündnis. Mit dem Iran, Irak und Syrien hat es sich Ankara auch verscherzt von Armenien ganz zu schweigen. Komisch alle Nachbarländer wollen der Türkei nur schlechtes....so soll es nach aussen hin vermittelt werden. Dabei sitzt die Wahre Bedrohung für die Sicherheit und den Frieden in der Region in Ankara..gell Herr ERDOGAN!?

Thomas

25.06.2012, 21:52 Uhr

Schmeist die Türkei aus der NATO !

Wutbuerger

25.06.2012, 22:11 Uhr

"Allerdings hatte die Türkei auch eingeräumt, dass das Flugzeug zuvor in den syrischen Luftraum eingedrungen war."

"Eingedrungen" ist ein hartes Wort. Ögür wollte eigentlich nur ein paar Urlaubsfotos von der lieblichen Gegend schießen. (...)
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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