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24.11.2012

03:34 Uhr

Türkische Grenze

Syrien schäumt wegen Patriot-Stationierung

Die Türkei hat wegen wiederholter Grenzverletzungen Syriens um die Stationierung von Nato-Abwehrraketen gebeten. Syrien wertete den Schritt als Provokation. Auch andere Länder krisitierten die mögliche Aufrüstung.

Abschuss eines Patriot-Lenkflugkörpers im Rahmen einer Übung 2008. (Foto: Bundeswehr/Peter Müller) dpa

Abschuss eines Patriot-Lenkflugkörpers im Rahmen einer Übung 2008. (Foto: Bundeswehr/Peter Müller)

Beirut/DamaskusSyrien und der Iran haben die mögliche Stationierung von "Patriot"-Abwehrraketen der Nato in der Türkei kritisiert. Das syrische Außenministerium nannte die von der Türkei beantragte Verlegung des Waffensystems an die Grenze zu Syrien eine erneute Provokation. „Syrien verurteilt die jüngsten provokativen Schritte der türkischen Regierung“, zitierte das Staatsfernsehen in Damaskus einen Mitarbeiter des Außenministeriums.

Auch der engste Verbündete Syriens, der Iran, hielt nicht mit Kritik zurück. Der Präsident des iranischen Parlaments, Ali Laridschani, nannte den Plan am Freitag kontraproduktiv. "Die interne Krise Syriens kann mit der Verlegung solcher Waffen nicht gelöst werden", sagte Laridschani nach einem Besuch in der syrischen Hauptstadt Damaskus, wo er sich mit dem Staatspräsidenten Baschar al Assad traf.

Zuvor hatte bereits Russland die Nato vor der Raketen-Stationierung gewarnt. Die Türkei hatte am Mittwoch wegen des andauernden Bürgerkrieges im benachbarten Syrien und wiederholter Grenzverletzungen bei der Nato um die Entsendung der Raketensysteme gebeten.

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Wiederholt explodierten schon kurz hinter der türkischen Grenze Mörsergranaten, die in Syrien von den kämpfenden Parteien abgefeuert worden waren. Dagegen helfen auch "Patriot"-Raketen nicht. Die werden gegen ballistische Raketen eingesetzt. Dass solche Raketen aus Syrien auf die Türkei abgeschossen werden, ist eine ernste, aber derzeit eher hypothetische Gefahr.

Der mögliche "Patriot"-Einsatz hat auch in Deutschland zu politischen Diskussion geführt, weil auch die Bundeswehr über solche Raketen verfügt und als NATO-Bündnispartner gebeten werden könnte, die Raketen zu stellen.

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Kommentare (11)

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Rechner

24.11.2012, 03:01 Uhr

Verteidigung ist eben der beste Angriff.

Das aggressive NATO-Bündnis schickt mit viel Propaganda-Tamtam die "Verteidigungswaffen" gegen das "böse" Syrien vor, um in deren Schutz die Rückzugsgebiete für die sunnitischen Terroristen betreiben zu können.

Nur Narren fallen darauf 'rein.

Steuerzahler

24.11.2012, 03:01 Uhr

Im kalten Krieg, als der Warschauer Pakt eine reale Bedrohung für Westdeutschland war, war die Türkei ein verlässliches Bündnismitglied. Jetzt ist es selbstverständlich, dass Deutschland die Türkei unterstützt gegen die Bedrohung aus Syrien.

Plonkpirat

24.11.2012, 07:42 Uhr

Vor Wut schäumt wohl eher die Handelsblattredaktion, dass es Gegenstimmen zur westlichen Kriegshetze und - treiberei gibt. Aus dem Artikel kann man zumindest von schäumen der Syrer und Iraner nichts entnehmen. Benotung des Artikels 5- und nun setzen und mal im Lexikon unter Qualitätsjournalismus nachgeschaut.

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