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02.06.2014

11:22 Uhr

Türkische Regierung

Erdogan-Berater droht deutschen Medien

Ein Berater des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan droht deutschen Medien. Niemand dürfe „den türkischen Staat, die Regierung, den Ministerpräsidenten so schamlos attackieren“.

Szene der Demonstrationen zum Jahrestag der Gezi-Proteste am 1. Juni. Im Vorfeld der Proteste hatte eine Erdogan-treue Tageszeitung eine Liste mit ihrer Auffassung nach regierungsfeindlichen ausländischen Medien veröffentlicht. AFP

Szene der Demonstrationen zum Jahrestag der Gezi-Proteste am 1. Juni. Im Vorfeld der Proteste hatte eine Erdogan-treue Tageszeitung eine Liste mit ihrer Auffassung nach regierungsfeindlichen ausländischen Medien veröffentlicht.

IstanbulEin Berater des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat deutschen Medien gedroht. „Organische Verbindungen“ eines Teils der deutschen Medien mit der Türkei müssten untersucht werden, schrieb Erdogan-Berater Yigit Bulut am Montag in einer Kolumne für die regierungsfreundliche Zeitung „Star“. Die deutschen Medien würden „erfahren, dass sich niemand herausnehmen darf, den türkischen Staat, die Regierung, den Ministerpräsidenten so schamlos zu attackieren“.

Konkrete Beispiele nannte Bulut nicht. Die türkische Regierung hatte sich in jüngster Zeit vor allem über die „Bild“-Zeitung und den „Spiegel“ geärgert. Die „Bild“ hatte Ende Mai bei Regierungsanhängern in der Türkei für Empörung gesorgt, weil das Blatt vor dem Besuch Erdogans in Köln in türkischer Sprache einen offenen Brief an den Ministerpräsidenten veröffentlicht hatte, in dem dieser als in Deutschland nicht willkommen bezeichnet wurde.

Erdogan in Köln: Der Spalter

Erdogan in Köln

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Erdogan wettert gegen Kritiker, Demonstranten und Medien. Er beschwört die Stärke der Türkei. Seine Fans feiern den türkischen Ministerpräsidenten dafür wie einen Star – seine Gegner werden ihn nur umso mehr hassen.

Buluts Verweis auf „organische Verbindungen“ zwischen deutschen und türkischen Medien ist eine Anspielung auf die Kooperation zwischen dem Axel-Springer-Verlag, der die „Bild“-Zeitung herausgibt, und dem türkischen Medienkonzern Dogan, der eine relativ regierungskritische Linie fährt.

Der Türkei-Korrespondent des „Spiegel“, Hasnain Kazim, hatte Morddrohungen erhalten, nachdem in der Überschrift eines Berichts über das Grubenunglück von Soma ein Bergmann mit den Worten zitiert wurde, Erdogan solle sich zum Teufel scheren.

Die Erdogan-treue türkische Tageszeitung „Takvim“ hatte am Samstag auf der Titelseite eine Liste mit ihrer Auffassung nach regierungsfeindlichen ausländischen Medien veröffentlicht. Darauf standen „Bild“ und „Spiegel“, aber auch der US-Fernsehsender CNN. Kurz darauf war der CNN-Reporter Ivan Watson während der neuen Gezi-Proteste in Istanbul vorübergehend von der Polizei festgenommen worden.

Von

afp

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

02.06.2014, 12:26 Uhr

Es ist nur noch eine Frage der Zeit,bis Erdogan sich endgültig disqualifiziert hat.

Account gelöscht!

02.06.2014, 12:44 Uhr

Hoffentlich kapieren auch die letzten rot-grünen Gutmenschen in D, daß die Türkei nicht zu Europa gehört.

Account gelöscht!

02.06.2014, 15:15 Uhr

Erdogan hat seinen Polizeistaat gegründet und im August lässt er sich von der rückständigen und verblendeten Bevölkerung zum Diktator wählen. Erdogan mit seinem Gemüsekopf und Erbsenhirn wird früher oder später vom Westen wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen.

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