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29.12.2011

20:30 Uhr

Türkischer Luftangriff

Schmuggler wurden für Rebellen gehalten

Die türkische Luftwaffe hat bei einem Luftangriff mindestens 35 Menschen getötet. Das Militär ging zunächst von kurdischen Extremisten aus - ein Irrtum. Wie sich herausstellte waren es Schmuggler mit ihren Maultieren.

Die Leichen der Schmuggler liegen in der Nähe der Unglücksstelle. dpa

Die Leichen der Schmuggler liegen in der Nähe der Unglücksstelle.

AnkaraBei einem türkischen Luftangriff an der Grenze zum Irak sind mindestens 35 Menschen getötet worden. Der Generalstab der türkischen Streitkräfte erklärte zunächst, der nächtliche Angriff habe mutmaßlichen kurdischen Kämpfern gegolten. Doch am Abend sprach der stellvertretende Vorsitzende der Regierungspartei AKP, Huseyin Celik, von einem „bedauernswerten Unfall“. Man habe festgestellt, dass es sich bei den Opfern nicht um Rebellen, sondern um Schmuggler gehandelt habe.

Celik, der auch Sprecher seiner Partei ist, sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Es werde keinen Versuch geben, die Tatsachen zu vertuschen. „Wenn es sich um einen Fehler oder um Fahrlässigkeit handelt, wird es herauskommen“, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Nach Angaben des türkischen Nachrichtensenders NTV waren lediglich drei Leichen zur Autopsie ins Krankenhaus gebracht worden, die anderen seien in Dörfer gebracht worden.

Das Gouverneursamt der südosttürkischen Provinz Sirnak hatte zuvor behauptet, dass Rebellen versucht hätten, aus dem Nordirak, „wo die wichtigsten Lager der PKK liegen und wo keine Zivilisten leben“, auf türkisches Gebiet vorzudringen. Von früheren Anschlägen sei bekannt, dass die PKK Lasttiere benutze, um schwere Waffen, Munition und Sprengstoff zu transportieren.

Die Gruppe, die sich am Mittwochabend auf die türkische Grenze zubewegt habe, sei von einem unbemannten Aufklärungsflugzeug entdeckt worden. Daraufhin sei ein Einsatz der Luftwaffe befohlen worden und das Ziel sei unter Feuer genommen worden. Die Armee bestätigte, dass Ermittlungen im Gange seien.

Dorfbewohner hingegen berichteten der türkischen Nachrichtenagentur Dogan, bei den Opfern habe es sich um Schmuggler gehandelt, die mit Maultieren Dieselkraftstoff befördert hätten. Der Angriff habe sich in der Nacht zum Donnerstag nahe des Dorfes Uludere in der Provinz Sirnak im Südosten der Türkei ereignet.

Die Region ist ein Brennpunkt im Konflikt zwischen der türkischen Armee und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. PKK-Kämpfer sind in den vergangenen Jahren immer wieder aus dem Nordirak in die Türkei eingedrungen. „Wir haben 30 Leichen, alle von ihnen verbrannt“, sagte der Bürgermeister von Uludere, Fehmi Yaman, der türkischen Tageszeitung „Zaman“.

„Wir hätten nicht wissen können, ob diese Leute PKK-Mitglieder oder Schmuggler waren“, zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten türkischen Sicherheitsoffizier.

Der Vorsitzende der Kurdenpartei BDP, Selahattin Demirtas, sprach von einem „Massaker“. Unter den Opfern seien Kinder gewesen, sagte er. Die Regierung habe gewusst, dass die Menschen in der Region vom Schmuggel lebten. Der Provinzgouverneur von Sirnak, Vahdettin Özkan, schickte Medienberichten zufolge Ermittler an den Angriffsort, um „alle Aspekte des Vorfalls“ zu untersuchen.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Seit Anfang der 1980er Jahre kämpft sie für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat. In dem Konflikt verloren etwa 45 000 Menschen ihr Leben.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Frage

30.12.2011, 02:04 Uhr

"„Wir hätten nicht wissen können, ob diese Leute PKK-Mitglieder oder Schmuggler waren“, zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten türkischen Sicherheitsoffizier."

Warum wird dann trotzdem angegriffen?

Account gelöscht!

30.12.2011, 10:13 Uhr

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Weil man vorher wissen müsste, daß es überhaupt deartigen derartigen Schmuggel gibt.

Jetzt wissen sie es, leider zu spät.
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Account gelöscht!

01.01.2012, 16:08 Uhr

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Das was gerade der Ableger, die Hürriyet Zeitung, des Axel Springer Verlags in meinem Land abzieht ist Anstachelung zum Bürgerkrieg in meinem Land.

Ich hoffe daß es den hiesigen Verantwortlichen in diesem Land bewußt ist, was sie mittlerweile unter Meinungsfreiheit verstehen.


Das hat zumindest für mich weitreichende Konsequenzen zwischen euch und mir. Ich kenne euch nicht anders, ihr könnt euch einfach nur noch bestätigen, Scheiße bleibt Scheiße, Auch wenn du es zu einer Rose knetest und Rosenduft drüber sprühst.
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