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13.09.2011

18:38 Uhr

Türkischer Ministerpräsident

Erdogan greift Israel scharf an

Vondapd , Maggie Michael

Israel solle „den Preis für seine Verbrechen bezahlen“, forderte der türkische Ministerpräsident. Das Land sei international isoliert. Die politischen Spannungen machen sich inzwischen sogar im Tourismus bemerkbar.

Tayyip Erdogan spricht beim Treffen der Außenminister der arabischen Liga. Reuters

Tayyip Erdogan spricht beim Treffen der Außenminister der arabischen Liga.

KairoDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel in einer Rede vor den Außenministern der Arabischen Liga scharf angegriffen. Israel habe sich isoliert, sagte Erdogan am Dienstag zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs in Kairo. Dabei verwies er auf den israelischen Militäreinsatz gegen eine Gaza-Hilfsflotte im vergangenen Jahr, bei dem neun türkische Aktivisten ums Leben kamen. Israel müsse „den Preis für seine Verbrechen bezahlen“, erklärte Erdogan.

„Israel verhält sich verantwortungslos und verletzt internationales Recht, indem es internationale Konvois angreift, die nichts als Lebensmittel und Kinderspielzeug geladen haben.“ Derartige Übergriffe „gefährden das israelische Volk“, erklärte er.

Zudem bekundete Erdogan Unterstützung für den geplanten UN-Antrag der Palästinenser auf Anerkennung eines unabhängigen Staats. „Das ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit“, sagte er. Seine halbstündige Ansprache wurden von den Außenministern mehrmals mit Applaus quittiert. In Kairo traf Erdogan auch mit dem Vorsitzenden des regierenden Militärrats in Ägypten, Mohammed Hussein Tantawi, zusammen.

Angesichts der Weigerung Israels, sich bei der Türkei zu entschuldigen, sind die Beziehungen zwischen den beiden Ländern deutlich abgekühlt. Die Regierung in Ankara legte diesen Monat ihre militärische Zusammenarbeit mit Israel auf Eis, wies ranghohe israelische Diplomaten aus und sagte der palästinensischen Initiative bei der UN-Vollversammlung ihre Unterstützung zu. Nach dem arabischen Frühling will Erdogan den Einfluss der Türkei in der Region stärken und nach Ägypten noch Tunesien und Libyen besuchen.

Die politischen Spannungen zwischen Israel und der Türkei machen sich unterdessen offenbar auch in der Tourismusbranche bemerkbar: Israelische Reiseveranstalter wollen nun ihre Charterflüge zum türkischen Badeort Antalya einstellen. Nur wenige Israelis hätten Tickets gekauft, nachdem die Türkei in diesem Monat israelische Diplomaten ausgewiesen habe, erklärte das Unternehmen Yair Asher of Flying Carpet am Dienstag. Auch zwei weitere Reiseveranstalter kündigten am Dienstag an, ihre Flüge nach Antalya nicht mehr anbieten zu wollen. Antalya gilt seit Jahren als beliebtes Reiseziel israelischer Touristen.

Kommentare (7)

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Pendler

13.09.2011, 18:46 Uhr

Komisch, es gibt Völker auf dieser Erde, die ziehen den Ärger so an, wie das Licht ne Motte anzieht.

Aber als Lichtgestalten würde ich dieses Volk echt nicht sehen.

Profit

13.09.2011, 19:24 Uhr

Erdogan ist größenwahnsinnig und ein Kriegstreiber. Die Türkei gehört auf keinen Fall in die EU. Der maximale Ärger wäre vorprogrammiert. Der Mann ist in der Lage und verbündet sich noch mit dem Iran. In Lybien wollen sie jetzt die Scharia einführen. Der Islam ist eine Gefahr für die westliche Zivilisation. Wer nicht glaubt, braucht nur die Hasstiraden von Erdogan hören. Er steht Ahmadschinedad in nichts nach!

Account gelöscht!

13.09.2011, 20:30 Uhr

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Profit,
also das Spiel der Feind meines Feindes ist mein Freund ist schon so alt, so alt wie es biologisches Leben auf dem Planeten gibt. Müssen wir uns noch dazu bekennen ?
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