Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.06.2012

13:01 Uhr

Türkischer Regierungschef

Erdogan droht Syrien mit militärischen Mitteln

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan fordert den Sturz von Syriens Präsident Assad. Dieser sei ein „blutdürstiger Diktator“. Bei einem weiteren Angriff kündigte Erdogan einen Militärschlag der Türkei an.

Der türkische Premierminister Tayyip Erdogan. Reuters

Der türkische Premierminister Tayyip Erdogan.

Brüssel, AnkaraDer türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gefordert. "Die Türkei unterstützt das syrische Volk mit allen nötigen Mitteln, bis es von Unterdrückung, Massakern, diesem blutdürstigen Diktator und seiner Clique befreit ist", sagte Erdogan am Dienstag in Ankara. Zudem werde die Türkei auf jede weitere Aggression durch Syrien mit militärischen Mittel reagieren.

Die Einsatzregeln der türkischen Armee seien nach dem Abschuss eines türkischen Militärjets durch Syrien entsprechend geändert worden, sagte Erdogan am Dienstag in Ankara. Der Abschuss der Maschine am vergangenen Freitag sei ein "feindseliger Akt" gewesen. "So wertvoll die Freundschaft der Türkei ist, so heftig ist ihr Zorn", sagte Erdogan vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP.

Türkische Forderung: Flugzeugabschuss soll als Angriff auf Nato gewertet werden

Türkische Forderung

Flugzeugabschuss soll als Angriff auf Nato gewertet werden

Nach dem Abschuss eines Militärflugzeugs bemüht sich Ankara offenbar um Deeskalation.

Die Türkei werde zwar nicht jenen in die Falle gehen, die einen Krieg wollten, sagte der Regierungschef. Doch sie sei auch kein Land, das "mit gefesselten Händen" auf einen Angriff wie den auf ihr Flugzeug schaue. Das Regime von Baschar al-Assad habe jede Legitimation verloren und sei inzwischen nicht mehr nur eine Bedrohung für das syrische Volk, sondern auch für die Türkei, sagte er.

Auch die NATO verurteilte den Abschuss des Flugzeugs. "Wir bewerten diesen Akt als nicht hinnehmbar und verurteilen ihn auf das Schärfste", sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach einer Krisensitzung des NATO-Rats in Brüssel. "Die Alliierten haben ihre feste Unterstützung und Solidarität mit der Türkei zum Ausdruck gebracht", fügte er hinzu.

Auf die Frage, was die Nato bei einem erneuten Zwischenfall dieser Art tun werde, sagte er: „Ich erwarte ganz sicher, dass so etwas nicht wieder passieren wird.“ Die Nato müsste ansonsten „beraten, was sonst getan werden könnte“.
Währenddessen hat der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hat davor gewarnt, die Zurückhaltung seines Landes nach dem jüngsten Flugzeugabschuss durch Syrien als Schwäche auszulegen.

Das ist die F-4 Phantom

Jet aus US-Produktion

Der türkische Kampfjet F-4 „Phantom“ ist international bekannt als McDonnell F-4 Phantom II. Die „Phantom“ ist ein zweistrahliges und Kampflugzeug aus US-Produktion, fähig zum Überschallflug.

Erstflug bereits 1958

Der Erstflug des Ursprungsmodells erfolgte bereits 1958. Im Jahr 1960 wurde der Kampfjet in den Dienst gestellt. Mit mehr als 2585 Kilometer pro Stunde stellt die Maschine am 22. November 1961 einen neuen absoluten Geschwindigkeitsrekord auf.

Weltweit verbreitet

Die F-4 war eines der weltweit verbreitetsten Kampfflugzeuge der Welt. In den USA kam der Jet bis zum Jahr 1995 zum Einsatz. Heute ist er auch noch in der deutschen Luftwaffe im Einsatz.

Von Deutschland auch an die Türkei verkauft

Neben der Türkei setzen ihn auch noch die Luftstreitkräfte in Griechenland und Japan ein. In den 1990er Jahren verkaufte Deutschland F-4-Jets in die Türkei und nach Griechenland.

Auf Antrag der Türkei berät die Nato über eine Reaktion auf den Abschuss. Die nach türkischen Angaben unbewaffnete F-4 "Phantom" war nach Darstellung der Regierung in Ankara im internationalen Luftraum abgeschossen worden. Allerdings räumte die Türkei auch ein, dass das Flugzeug zuvor kurzzeitig in den syrischen Luftraum eingedrungen war. Nach syrischer Darstellung wurde das türkische Flugzeug bei der Verletzung syrischen Luftraums abgeschossen.

Abschuss der türkischen Militärmaschine

Nato verurteilt Abschuss "aufs Schärfste"

Abschuss der türkischen Militärmaschine: Nato verurteilt Abschuss "aufs Schärfste"

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

TylerdUrden

26.06.2012, 13:24 Uhr

Bei einem weiteren Angriff Syriens...??? Und ich dachte, ein tuerkisches Militaerflugzeug sei in syrischen Luftraum eingedrungen! Na dann nichts wie ran, liebe NATO: Das naechste Land in Anarchie und Scharia bomben, vielleicht noch einen kleinen Brutkastenraub von Aeuglingen in den Medien inszenieren, das wird schon...Die EU hat mittlerweile UDSSR-Qualitaet, und die NATO hat mittlerweile bzgl. Verlogenheit und Heuchelei Warschauer-Pakt-Qualitaet

Account gelöscht!

26.06.2012, 13:31 Uhr

Die einzigen die mordend und plündernd durch Syrien stürmen sind die islamistischen Fundamentalisten der "Freie Syrische Armee"-Fraktion. 10000 Christen aus Homs vertrieben, mit vielen zivilen Hinrichtungen.

Und wir (unsere Medien, NATO) unterstützen diese Terroristen beim Völkermord und der Vertreibung, während sie fröhlich die Al-Kaida Flagge schwenken.

Was soll dieser Irrsinn? Nur damit die USA nach dem Putsch einen Grund hat Syrien endgültig zu besetzen, da es ja dann von Terroristen regiert wird?

Nastrowje

26.06.2012, 13:36 Uhr

Türkei raus aus der Nato und nie in die EU!
Wir haben genug Sicherheitsrisiken im eigenen Land.
Wir brauchen keine Leute , die vorrauseilenden Gehorsam gegenüber den USA ausüben, um mit einer Schrottkiste (F4 Phantom ,weil man mit einem Abschuss schon rechnete, Himmelfahrtskommand!) einen Nachbarn zuprovozieren und die Welt absichtlich in einen weiteren Krieg zu stürzen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×