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30.07.2013

02:31 Uhr

Tunesien

Acht Soldaten sterben bei Kämpfen mit Islamisten

Bei Kämpfen mit aufständischen Islamisten sind acht tunesische Soldaten getötet worden. Die Auseinandersetzung ereignete sich nahe der algerischen Grenze - und fällt zusammen mit einer schweren politischen Krise.

Im Chambi-Gebirge im Südwesten Tunesiens nahe der algerischen Grenze jagt die tunesische Armee nach eigenen Angaben Terroristen. Reuters

Im Chambi-Gebirge im Südwesten Tunesiens nahe der algerischen Grenze jagt die tunesische Armee nach eigenen Angaben Terroristen.

TunisBei einem der schwersten Angriffe auf tunesische Sicherheitskräfte seit Jahrzehnten haben Extremisten am Montag acht Soldaten getötet. Das Präsidialamt teilte in Tunis mit, die Opfer seien in der Nähe der Grenze zu Algerien in einen Hinterhalt geraten. Der Überfall habe sich in einer Region ereignet, in der die Armee seit Ende vergangenen Jahres verstärkt gegen Islamisten vorgehe. Im staatlichen Fernsehen war von einem Terroranschlag die Rede.

Auch Einwohner machten islamische Extremisten für die Tat verantwortlich. Die Opposition wirft der islamistisch geführten Übergangsregierung vor, nicht entschieden genug gegen extremistische Muslime vorzugehen.

„Unser Land ist bedroht. Wir alle sind ins Visier geraten“, sagte Präsident Moncef Marzouki am Montagabend in einer Fernsehansprache, für die das reguläre TV-Programm unterbrochen wurde. „Es wird Opfer und Leid geben, aber wir werden Wege finden, um den Terrorismus zu besiegen.“

Die Nachricht von den getöteten Soldaten fällt zusammen mit einer schweren politischen Krise. Im Geburtsland des Arabischen Frühlings war es in den vergangenen Tagen erneut zu Unruhen gekommen. Nach einem Trauerzug mit Zehntausenden Menschen für den ermordeten Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi gingen am Wochenende Anhänger und Gegner der islamistischen Regierung mit Steinen und Wasserflaschen aufeinander los. Die Polizei setzte massiv Tränengas ein. Angesichts der Auseinandersetzungen hatte Regierungschef Ali Larayedh am Montag für den 17. Dezember Neuwahlen vorgeschlagen. Ministerpräsident Ali Larayedh lehnte einen vorzeitigen Rücktritt aber ab.

Unbekannte hatten den linken Abgeordneten Brahmi am Donnerstag auf offener Straße erschossen. Innenminister Lotfi Ben Jeddou machte radikale Salafisten dafür verantwortlich, Angehörige Brahmis verdächtigen dagegen Islamisten aus den Reihen der Regierungspartei Ennahda.

Brahmi wurde neben dem Oppositionspolitiker Chokri Beläid beigesetzt, der Anfang Februar getötet worden war. Den Ermittlungen zufolge wurden beide mit derselben Waffe erschossen.

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