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12.01.2011

23:23 Uhr

Tunis

Krawalle weiten sich aus

Die Unruhen unzufriedener Tunesier haben nun auch die Hauptstadt des nordafrikanischen Landes erreicht. Ungeachtet einer Ausgangssperre kommt es in mehreren Armenvierteln zu Krawallen.

Brennende Straßen: In Tunis werden die Auseinandersetzungen härter. Quelle: Reuters

Brennende Straßen: In Tunis werden die Auseinandersetzungen härter.

HB TUNIS. Trotz Verhängung einer nächtlichen Ausgangssperre in der tunesischen Hauptstadt Tunis gehen die sozialen Proteste in dem nordafrikanischen Land unvermindert weiter. Augenzeugen berichteten am Mittwochabend von schweren Krawallen in mehreren Armenvierteln mit zahlreichen Verletzten.

Nach unbestätigten Berichten gab es erneut Tote, doch war eine Überprüfung dieser Informationen nicht möglich. Krankenwagen fuhren mit heulenden Sirenen durch die Stadt, mehrere Polizeiwachen wurden in Brand gesteckt. In den Straßen waren bis spät in den Abend Schüsse zu hören. Unklar war, ob Tränengas- Granaten oder scharfe Munition verschossen wurde.

Die Demonstranten hätten die Abdankung des autokratischen Langzeitpräsidenten Zine el Abidine Ben Ali gefordert und ihn und seine Familie verunglimpft, berichteten Gewerkschaftssprecher. Auch aus anderen Teilen des Landes gab es Berichte über erneute Krawalle. In der rund 450 Kilometer von Tunis entfernten Stadt Gafsa soll die Polizei nach Angaben von Augenzeugen vor den Demonstranten geflohen sein. Mehrere Geschäfte seien geplündert worden.

Ben Ali hatte am Mittwoch den Innenminister gefeuert und verkündet, inhaftierte Demonstranten freizulassen. Zum Schutz wichtiger Gebäude marschierten Soldaten auf. Der seit Mitte Dezember anhaltende Protest gegen die hohe Arbeitslosigkeit hat sich mittlerweile zu einer regimekritischen Massenbewegung in diversen Orten des Landes ausgeweitet. Bei den Opferzahlen der Krawalle gehen die Angaben weit auseinander. Die Regierung sprach am Dienstagabend von 21 Toten, Gewerkschafter gehen von 50 Toten seit dem Wochenende aus.

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