Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2015

08:20 Uhr

TV-Debatte

Clintons beeindruckendes Comeback

VonMoritz Koch

Die frühere First Lady lässt die E-Mail-Affäre hinter sich. In der ersten TV-Debatte der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur bekommt vor allem der Überraschungskandidat Bernie Sanders ihre Angriffslust zu spüren.

Debatte zwischen US-Präsidentschaftskandidaten

Sanders: „Das amerikanische Volk hat die Schnauze voll von ihren Emails“

Debatte zwischen US-Präsidentschaftskandidaten: Sanders: „Das amerikanische Volk hat die Schnauze voll von ihren Emails“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WashingtonWer die Berichterstattung zur Ouvertüre des amerikanischen Vorwahlkampfs bisher verfolgt hat, könnte meinen, die Republikaner machten das Rennen um das Weiße Haus unter sich aus.

Während Donald Trump, Ted Cruz und Co die Fetzen fliegen ließen und mit schrillen Wortgefechten Quotenrekorde aufstellten, war von Demokraten kaum etwas zu sehen – allenfalls dann, wenn Reporter sich über die Wandlung des halbgreisen Senators Bernie Sanders zum Jugendidol wunderten oder die neuesten Wasserstandsmeldung in Hillary Clintons E-Mail-Affäre vermeldeten.

Nun endlich sollte auch bei den Demokraten der Vorhang fallen, die Wahlkampfshow beginnen: Seht her, uns gibt es auch noch, war die Botschaft an das Fernsehpublikum am Dienstagabend.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Die Rollenverteilung in der Debatte, veranstaltet von CNN und Facebook, manifestierte sich schon in der Anordnung der Podien auf der Bühne in Las Vegas. In der Mitte die Favoriten Hillary Clinton, die schon so gut wie alles war, First Lady, Senatorin, Außenministerin, nur eines eben nicht: Präsidentin.

Clinton versus Sanders lautete die Ausgangslage

Um sie herum die Außenseiter: Bernie Sanders, der „demokratische Sozialist“, Jim Webb, der Ex-Senator aus Virginia, Martin O’Malley, der Ex-Gouverneur von Maryland, und ein gewisser Lincoln Chafee, der eine Wanderung quer durchs politische Spektrum hinter sich hat: von den Republikanern hinüber zum linken Flügel der Demokraten.

Sanders ist eine ernsthafte Bedrohung für Clinton geworden, die drei anderen Bewerber rangieren in der Rubrik Sonstige unterhalb der Schwelle eines Rundungsfehlers.

Clinton versus Sanders lautete damit die Ausgangslage, die fünfköpfige Debatte war in Wahrheit ein Duell. Und Clinton scheute sich nicht, in die Offensive zu gehen. Gleich zu Beginn war die Gelegenheit günstig. Eines der ersten Themen war die Geißel der Waffengewalt, ein Thema, von dem klar war, dass es den sonst so wortgewaltigen Sanders in Erklärungsnot bringen würde. Als Senator der grünen Hügel von Vermont muss Sanders auf manchen Waffennarren Rücksicht nehmen.

Nach Amoklauf an College

Obama: „Es ist Routine geworden“

Nach Amoklauf an College: Obama: „Es ist Routine geworden“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Sind die Positionen von Senator Sanders restriktiv genug, wollte Moderator Anderson Cooper von Clinton wissen. Ihre Antwort: „Nein, überhaupt nicht.“ Man müsse die Macht der Waffenlobby brechen. Sanders biss sich auf die Lippen, verwies zerknirscht auf die ländliche Prägung seines Bundesstaats. Es müsse darum gehen, Konsens zu bilden, sagte er, man dürfe nicht nur die Stadtbevölkerung berücksichtigen.

Poltern gegen die Reichen

So sah man Sanders selten – in der Defensive. Normalerweise teilt er aus, und auch an diesem Abend, der weiße Wuschel seines Resthaars wellte sich vergleichsweise zahm über seinen Kopf, fand er schnell zurück in die Rolle des Ungestümen.

Sanders griff Clinton nicht persönlich an, mit negativer Wahlkampfführung will er nichts zu tun haben. Vielmehr polemisierte er gegen die „Milliardärsklasse“, die das politische System gekapert habe, und zog über den Finanzsektor her, „wo Betrug ein Geschäftsmodell ist“ – wohlwissend, dass der Name Clinton für die Liaison zwischen Wall Street und Washington steht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×