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11.10.2012

18:32 Uhr

TV-Debatte der Vize-Kandidaten

Warten auf das große Comeback

VonNils Rüdel

Hat tatsächlich ein einziges TV-Duell den US-Wahlkampf gedreht? Noch liegt Obama vorn, doch Romney holt durch sein neues Image als Gewinner mächtig auf. Nun liegt es an Vizepräsident Biden: Er muss Romneys Lauf stoppen.

US-Vizekandidaten: Ihre Chance zur Wende

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New YorkGing es um die Bedeutung von TV-Debatten im Kampf ums Weiße Haus, galten lange vor allem zwei Weisheiten. Erstens, die Duelle zwischen den Präsidentschaftskandidaten können ein Rennen nur selten drehen. Und zweitens, erst recht keine Rolle spielt der Schlagabtausch zwischen den Bewerbern um das Amt des Vizepräsidenten.

Der Wahlkampf 2012 allerdings will sich an diese Gesetze nicht so recht halten. Beim Duell der Spitzenkandidaten am Mittwoch vergangener Woche war es Herausforderer Mitt Romney gelungen, innerhalb von nur 90 Minuten das gesamte Rennen auf den Kopf zu stellen. Plötzlich sieht der Kandidat, der die Wochen davor eher durch den Wahlkampf gestolpert war und fast schon Mitleid erregte, wie ein Gewinner aus.

Joe Biden gegen Paul Ryan: Auftritt für Obamas Ausputzer

Joe Biden gegen Paul Ryan

Auftritt für Obamas Ausputzer

Er ist ein Urgestein der Washingtoner Politik und erprobter Debattierer: Vizepräsident Biden trifft zum TV-Duell seinen Herausforderer Paul Ryan. Doch der wird dem Obama-Stellvertreter den Abend nicht leicht machen.

Heute Abend nun treffen sich Vizepräsident Joe Biden und Paul Ryan, sein Herausforderer für das Amt, zum Schlagabtausch vor einem Millionenpublikum. Und selten war eine solche Veranstaltung so potenziell bedeutsam. In diesem knappen Rennen können vermeintlich nebensächliche Dinge wie ein Auftritt im Fernsehen oder unbedachte Äußerungen schnell große Wirkung entfalten.

Das zeigt die vergangene Woche. Nach der erfolgreichen Debatte holte Romney in den Umfragen derart schnell auf, dass Präsident Barack Obama nun um seinen fast schon sicher geglaubten Sieg zittern muss. Zwar führt Obama in den meisten Befragungen noch immer hauchdünn oder es gibt einen Patt. Doch Romney hat das, was die Amerikaner „Momentum“ nennen: neuen Schwung. Ein Schwung, der ihn am Ende bis ins Weiße Haus tragen könnte.

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Bei den Wählern in den unentschlossenen Swing States, bei der entscheidenden Zielgruppe Frauen, selbst beim Faktor Sympathie – fast überall hat Romney in den vergangenen Tagen zugelegt. Der Schwung gibt ihm Selbstvertrauen und lässt Spender, die Republikanische Partei und vor allem die Wahlhelfer-Truppen wieder hoffen, dass sich ihr Einsatz am Ende auszahlt. Dagegen umgibt Obama dieser Tage eine Aura des Verlierers, sehr zum Frust seiner Anhänger und Helfer. Das kann entscheidend sein bei den unabhängigen, moderaten Wählern, die am Ende den Ausschlag geben.

Kommentare (4)

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o1529756

11.10.2012, 18:10 Uhr

"Nach der erfolgreichen Debatte holte Romney in den Umfragen derart schnell auf"

erfolgreich würde ich die debatte nicht nennen.

"innerhalb von nur 90 Minuten das gesamte Rennen auf den Kopf zu stellen. Plötzlich sieht der Kandidat, der die Wochen davor eher durch den Wahlkampf gestolpert war und fast schon Mitleid erregte, wie ein Gewinner aus."

sieht aus. Aber wenn man einfach mal alles beobachtet und den wahlkampf kennt, dann weiß man, das Romney gelogen hat. Gelogen ohne Ende, um sich gut zu verkaufen.
In seinen 38 Min Sprechzeit hat Romney 27 Mythen/Lügen erzählt.

das hat er nämlich in den 38min erzählt:

tax-cuts ohne mehr defizit. - solche aussagen kennen wir von der fdp lol

keine 5 billionen steuer-erleichterungen für reiche - sein programm sieht 20% cuts vor, für eine dekade = 5 trillion$

energie/öl unabhängigkeit - "savings of 2 million barrels per day by 2025" - jaaa klar lol, besonders mit den spritschluckern etc.

"I’d like to bring money from overseas back to this country" - seine weiteren steuerpläne würden es erlauben .us unternehmen im ausland gewinne zu erwirtschaften ohne .us steuern zu zahlen.

"We’re not going to get rid of all regulation." - in seinem wahlkampf hat er immer wieder gesagt alle regulierungen zu stoppen wie Dodd-Frank. Mit Dodd-Frank bekamen die Banken "härtere" Auflagen und Regulierungen als Konsequenz der Immo-Kriese etc.

da ist noch vieeeeeel mehr...

-> http://thinkprogress.org/politics/2012/10/04/958801/at-last-nights-debate-romney-told-27-myths-in-38-minutes/

maximilian@baehring.at

11.10.2012, 20:17 Uhr


+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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Account gelöscht!

11.10.2012, 22:08 Uhr

Mein lieber Nils ,so ganz schnell holt der Mitt doch nicht auf.
Vieleicht steckt hinter Ihrem Artikel ein Wunschgedanke.
Sie muessten eigentlicg wissen,dass in den USofA immer gehypt wird,koste es was es wolle.
Ihr Artikel suggeriert,dass Obama auf der Verliererstrasse ist.
Das sagen die Jungs von Fox News und andere Dreckspatzen.
Bitte auch mal Dan Balz in der Post und nicht nur Charles Krauthammer lesen.
Aber die Post und die Times sind ja alles linke Kampfpresse , NPR oder Channel13 gar nicht zu nennen.
Die Presse moechte das Rennen natuerlich spannend halten ,also wird Stellumg bezogen.
Am Electionday Nov 06 werden wir weiter sehen.
Wir bleiben auf alle Faelle auf und hoeren was der Waehler ,sowie Bob Schiefer ,David Brooks und Scott zu berichten haben.

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