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22.10.2012

08:34 Uhr

TV-Duell

Der große Kampf um Florida

VonNils Rüdel

Wer ins Weiße Haus einzieht, könnte sich in Florida entscheiden. Vor ihrem dritten TV-Duell in Boca Raton drehen Obama und Romney daher den Wahlkampf noch einmal richtig auf. Ziel unter anderem: Latinos und Senioren.

Boca Raton ist besetzt von Wahlkämpfern. Die letzte große Schlacht um Stimmen wird hier entschieden, bevor die Wähler entscheiden. AFP

Boca Raton ist besetzt von Wahlkämpfern. Die letzte große Schlacht um Stimmen wird hier entschieden, bevor die Wähler entscheiden.

Boca RatonKeine Frage, Barack Obama ist ein Kümmerer. Er sitzt in einem Restaurant in Cocoa, Florida, und beruhigt sorgenvoll dreinblickende Senioren. „Wer hart arbeitet“, sagt der US-Präsident, „muss mit Würde in den Ruhestand gehen können.“ Seine Regierung werde niemals den Rentnern etwas wegnehmen, verspricht Obama. Gegner Mitt Romney dagegen wolle den aktuellen und künftigen Senioren an den Kragen.

„Guten Tag, Orlando”, heißt das Video des Demokratischen Wahlkampfteams, das derzeit in Floridas Fernsehprogrammen läuft. Republikaner schalten ähnliche Spots, nur behaupten diese freilich umgekehrt, dass Obama den Rentnern etwas wegnehmen wolle. Im Südosten der USA tobt derzeit eine beispiellose Schlacht um die Wähler, und die Kandidaten werfen alles hinein, was sie haben: Romney und sein Vize-Kandidat Paul Ryan, Vizepräsident Joe Biden, auch Michelle Obama und Ann Romney traten am Wochenende quer durch Florida auf.

Am heutigen Montag steht der Staat mit seinen knapp 19 Millionen Einwohnern einmal mehr im Mittelpunkt, wenn Obama und Romney in Boca Raton zum dritten und letzten TV-Duell aufeinandertreffen. Florida gehört neben Ohio, Virginia und Colorado zu den am meisten umkämpften „Swing States“: Nachdem Obama lange vorn gelegen hatte, führt nun Romney im Schnitt mehrerer Umfragen mit 49 zu 47 Prozent. Ein Sieg hier kann nicht wichtig genug eingeschätzt werden. Denn ohne Florida dürfte es für die Kandidaten am 6. November nur schwer für den Gesamtsieg reichen.

„Florida könnte ein weiteres Mal die Wahl entscheiden“, sagt Susan Mac Manus, Politik-Professorin an der Universität von South Florida. Im Jahr 2000 gewann hier George W. Bush gegen Al Gore mit einer Mehrheit von 537 Stimmen – und wurde dadurch Präsident. Jeder Wähler zählt. Abgesehen hätten es die Kampagnen dabei „vor allem auf Frauen, Unabhängige und Hispanics abgesehen“, sagt die Expertin, die selbst in Florida aufgewachsen ist.

Gerade die Latinos sind besonders begehrte Ziele der Wahlstrategen – mehr als elf Millionen leben in Florida, und keine Bevölkerungsgruppe wächst schneller. Während Obama unter der Wählergruppe landesweit noch immer mehr als zwei Drittel der hispanischen Wähler hinter sich hat, ist es in Florida deutlich knapper. Laut einer aktuellen Umfrage der Florida International University (Link zur PDF-Datei) würden 51 für den Präsidenten stimmen, 44 Prozent für Romney. Grund: In Florida sind gut ein Drittel der Latinos kubanischer Abstimmung. Sie sind traditionell eher auf Seiten der Republikaner.

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