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12.10.2012

07:24 Uhr

TV-Duell der Vize-Kandidaten

Biden zeigt Obama, wie es geht

VonNils Rüdel

Vizepräsident Joe Biden bringt Obama zurück ins Spiel: Beim TV-Duell der Vize-Kandidaten ging er seinen Gegner Paul Ryan hart an – bissig und mit einem Hang zur Arroganz. Auch Ryan schenkte seinem Gegenüber nichts.

TV-Duell

Biden zeigt Obama, wie es geht

TV-Duell: Biden zeigt Obama, wie es geht

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New YorkPaul Ryan hatte es ja bereits geahnt: „Wie eine Kanonenkugel“ werde Vizepräsident Joe Biden auf ihn losgehen, hatte der Herausforderer vor dem TV-Duell der Vize-Kandidaten Anfang der Woche gesagt. Biden sei ein „begnadeter Redner“ und ein „erfahrener Debattierer“, und er werde ihm den Abend sicher nicht leicht machen.

Das kann man wohl sagen. Beim einzigen Schlagabtausch der „running mates“ von Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney gingen die beiden Politiker am Donnerstagabend wie Ringer aufeinander los. Ob in der Außenpolitik, bei Steuern und Wirtschaft oder beim Thema Abtreibung: Der 69-jährige Biden und sein 27 Jahre jüngerer Kontrahent Ryan schenkten sich nichts.

Unter normalen Umständen müsste man nach den 90 Minuten sagen, beide haben sich gut geschlagen und konnten am Ende einen Sieg verbuchen. Das gilt jedoch nicht, wenn man die Kriterien für ein unterhaltsames Medienspektakel anlegt, in dem es fast mehr zählt, welche Figur die Kandidaten machen, als welche Inhalte sie transportieren wollen. Für Obama und seine Demokraten war Bidens starker Auftritt deshalb doppelt so viel wert: Nach dem verheerenden Auftritt des Präsidenten bei der TV-Debatte vergangene Woche brauchte es für die gelähmte Basis dringend neuen Schwung.

Bidens Auftrag war es also, seinen Chef von der Aura des lustlosen Verlierers zu befreien und Romneys Aufwind zu stoppen. Und der Ausputzer lieferte: Biden machte am Abend all das richtig, was bei seinem Chef vergangene Woche falsch gelaufen war. Während Obama passiv alle Vorwürfe seines Gegners eingesteckt hatte und den Eindruck erweckte, er habe auf die ganze Veranstaltung keine Lust, ließ Biden seinem Gegner nichts durchgehen.

Gleich zu Beginn ging er Ryan hart an und wurde all das los, auf das Obama unerklärlicherweise verzichtet hatte. Etwa Romneys fatale Äußerung, in der er 47 Prozent der Amerikaner in die Nähe von Sozialschmarotzer gerückt hatte. „Diese Leute sind meine Mutter und mein Vater, meine Nachbarn“, sagte Biden. Und überhaupt: Sie zahlten einen höheren Steuersatz als Romney. „Sie nehmen die Mittelschicht als Geisel, um die Steuern für die Superreichen zu senken“, warf er Ryan vor. Im übrigen, sagte Biden an einer Stelle, seien Ryans Äußerungen „ein ganzer Haufen Quatsch“.

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