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04.10.2012

06:55 Uhr

TV-Duell

Mitt Romney redet Barack Obama an die Wand

VonNils Rüdel

Nettigkeiten gab es nur am Rande: Rauflustig nahm Mitt Romney Barack Obamas Bilanz beim TV-Duell auseinander, während der Präsident nicht viel zu entgegnen hatte. Der Abend könnte für Romney das Comeback einläuten.

Live aus Denver

Erstes TV-Duell der Kandidaten

Live aus Denver: Erstes TV-Duell der Kandidaten

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New YorkDie Debatte lief ungefähr 20 Minuten, als sich in Mitt Romneys Gesicht etwas veränderte. Das Verkrampfte vom Anfang, das Nussknackerhafte, das aufgesetzte Lächeln, es war auf einmal verschwunden. Stattdessen nickte der Kandidat stumm und grinste wissend, wenn Barack Obama das Wort hatte. Ein Grinsen, das ausstrahlte: Ich bin besser. Ich werde das heute Abend hier gewinnen.

Auch Obamas Gestus veränderte sich. Jovial und selbstbewusst war der Präsident in die Debatte gestartet, doch nach und nach verdüsterte sich sein Gesicht. Er blickte oft auf sein Pult, wenn Romney sprach, gab hin und wieder unwirsche Antworten und vergaß beinahe für den Rest der Zeit zu lächeln. Er wirkte, als hätte er überhaupt keine Lust auf diese Debatte.

Wer gedacht hatte, der Charismatiker Obama würde den hölzernen Romney an diesem Abend an die Wand reden, wurde eines besseren belehrt. Die erste TV-Debatte zwischen dem Präsidenten und seinem republikanischen Herausforderer hatte einen klaren Sieger und der heißt Romney.

Hart gingen sich die Kontrahenten in einer Aula der Universität von Denver an. Sie stritten detailreich über die Jobkrise, das hohe Staatsdefizit, die Gesundheitsreform oder die Rolle des Staates. Und je länger die Debatte dauerte, desto auffälliger wurde die Rollenverteilung: Auf der linken Seite ein angriffslustiger Romney, bewaffnet mit allen nötigen Zahlen und Statistiken und einer wachsenden Rauflust. Rechts daneben ein oft müde wirkender Obama in der Defensive, der seine Bilanz verteidigen musste.

"Die Spritpreise haben sich unter dem Präsidenten verdoppelt. Strompreise sind rauf. Lebensmittelpreise sind rauf“, war eine der vielen Salven, die Romney abfeuerte. „Wir haben 23 Millionen Menschen, die keinen Job haben oder aufgegeben haben, einen zu suchen“, lautete eine weitere. „Mit dem Status Quo weiter zu machen wird den Leuten, die heute zu kämpfen haben, nicht helfen“.

Angesichts der vielen Attacken war Obama meist gezwungen, die kostbare Redezeit darauf zu verwenden, die Vorwürfe geradezurücken. Seine Kritik an Romney, etwa dass er die Steuern für Reiche senken wolle auf Kosten der Mittelschicht und dadurch obendrein noch das Defizit aufblähe, parierte der Gegner gekonnt. Romney behauptete einfach, Obama sage die Unwahrheit. Der Präsident hatte dem dann nichts mehr entgegenzusetzen.

Kommentare (13)

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BEngel

04.10.2012, 08:01 Uhr

Und die Schafherde soll wieder mal "wählen" zwischen Teufel und Belzebub.....
Und sie werden es sogar auch tun !
Armselig geht die Welt zugrunde.......

Anonym

04.10.2012, 08:16 Uhr

sind die beiden eigentlich auch verwandt, so wie die meisten der ganzen vorherigen Präsis? Einfach mal nach "Blutlinien Elite" googeln..

Account gelöscht!

04.10.2012, 08:32 Uhr

Es ist lediglich die Wahl zwischen dem Datum des Beginns eines Weltkrieges. Beide werden bedingungslos die Macht der NWO ausarbeiten, der eine nur gefährlich- verlogen, der andere gefährlich- Bush-retardiert. Ich hoffe, dass es der Amerikaner schafft seine Grund-Rechte zu wahren, nein zurück zu erstreiten, doch die vergangenen Monate belehren eines Besseren.
M.G. Dieling

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