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02.07.2014

10:42 Uhr

TV-Kritik

Wie Griechenland in die Krise steuerte

VonJakob Struller

Die Arte-Dokumentation „Griechenland, Stunde Null“ wandelt auf den Spuren der Krise – und macht als Kernprobleme Steuersystem und Korruption aus. Der Film liefert interessante Einblicke, doch es fehlt die Struktur.

Gegen das „Spardiktat“: Die Griechen demonstrieren gegen die Politik der Troika. dpa

Gegen das „Spardiktat“: Die Griechen demonstrieren gegen die Politik der Troika.

DüsseldorfDie Dokumentation hatte harte Konkurrenz: Zeitgleich zur Achtelfinalpartie zwischen Belgien und USA zeigte Arte am Dienstagabend den Film „Griechenland, Stunde Null“. Und während einige zumindest noch vorschlugen, hin- und her zu schalten ...

... waren dann doch die meisten eher in Fußball-Stimmung:

Dabei waren sich die beiden Fernseh-Optionen gar nicht so unähnlich: Beiden lagen hochinteressante Fragen zu Grunde (wer kommt ins Viertelfinale? Was macht die Krise mit Griechenland?), aber die Stunde zwischen 22 und 23 Uhr plätscherte dann trotzdem eher so dahin.

Während das Fußballspiel dann am Ende spannend wurde, kam der Film immerhin zu Beginn schnell zur Sache: „Was hat sich getan, in Griechenland?“, fragen die Macher direkt nach dem Vorspann. Wie ist es um die Reformen bestellt, die Griechenland der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfond versprochen hat, als es im Gegenzug Kredite in Milliardenhöhe bekommen hat?

Dieser Frage im Detail nachzugehen, ist sicherlich nicht einfach – umso gespannter wartet der Zuschauer auf die 50 Minuten, die folgen. Auf eine klar strukturierte Antwort wartet er allerdings leider vergeblich.
„Griechenland, Stunde Null“, die Dokumentation des französischen Journalisten Jean Quatremer und des Regisseurs Pierre Bourgeois, folgt dem Historiker Nicolas Bloudanis auf einer Tour durch das Land. Für den Film besucht er verschiedene Menschen, die entweder von der Krise respektive den auf die Krise folgenden Reformen betroffen sind oder die versuchen, diese Reformen durchzusetzen.

Was diese Menschen zu sagen haben, ist meistens interessant. Aber gerade am Anfang kommen im Minutentakt neue Protagonisten zu Wort, die oft so wenig vorgestellt werden, dass der Überblick, wer gerade über was spricht, schnell verloren geht. Überhaupt verlässt sich der Film sehr darauf, dass allein das Thema Griechenland schon ausreicht, um die Aufmerksamkeit hoch zu halten. Dramaturgie oder gar eine Art Gliederung fehlt. Selbst der rote Faden der Frage „Was hat sich getan?“ zieht sich nicht konsequent durch.

Kommentare (15)

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Herr Helmut Paulsen

02.07.2014, 10:59 Uhr

"Haushalt 2015 - Bundesregierung beschließt Schuldenstopp"

Also Deutschland bezahlt ALLE Rechnung in Europa und ist auch noch der einzige der spart. Hier bricht schon die Infra-Struktur in Deutschland zusammen. Strassen, Schienen, alles bald so marode wie in den USA.

Wir werden ferngesteuert zu Grunde regiert.

Wie doof sollen die Deutschen eigentlich sein ???

Account gelöscht!

02.07.2014, 11:02 Uhr

Dieser Film sagt ja nichts neues aus. Das alles wissen wir doch schon von den Südländern. Schmiergelder, Steuerhinterziehung, Korruption, Vetternwirtschaft usw.
Und dies beschränkt sich nicht nur auf Griechenland, sondern auf die gesamte EU/Europa.
Und es gibt dumme (politisch-gesetzlich) gezwungene Länder/Gesellschaften, die für diese Mafiaorganisation (sozialistisches-kommunistische) EU-Gebilde arbeit und Abgaben zahlt und es gibt eben einen Großteil, der meint die Früchte des Sozialismus auf Kosten der Arbeitenden und Wirtschaft schaffenden einzukassieren.
Wer die freie Marktwirtschaft durch ein politisches sozialistisches Weltbild ersetzen will, wie dies gerade in der EU von statten geht, der wird diese europäische Gesellschaft früher oder später in den Ruin (Mangel und Armut) führen. Bestes Beispiel dafür war und ist der ehemalige Ostblock bzw. die DDR!

Herr J.-Fr. Pella

02.07.2014, 11:32 Uhr

Es gilt aufzupassen, daß freie Marktwirtschaft nicht mit Neokapitalismus verwechselt wird, und soziale Marktwirtschaft nicht mit Sozialismus und Zurückhaltung gegenüber Ausländer als Nazikonform bewertet wird.
Eine kritische Betrachtung hat auch nichts mit Neiddebatte zu tun.

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