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14.07.2015

10:11 Uhr

Twitter-Hashtag #BoycottGermany

„Kauft keine deutschen Produkte!“

VonJohannes Steger

Wer ist Schuld an der europäischen Krise? Zumindest für viele Nutzer auf Twitter ist klar: Deutschland. Sie rufen jetzt zum Boykott deutscher Produkte auf. Und auch der griechische Verteidigungsminister macht mit.

Für viele Twitter-Nutzer trägt Deutschland die Schuld an der Krise. Quelle: @carlucci_cc

Boykott-Aufruf auf Twitter

Für viele Twitter-Nutzer trägt Deutschland die Schuld an der Krise.

Quelle: @carlucci_cc

DüsseldorfEine Einigung im Griechenland-Konflikt scheint gefunden, der griechische Premier Alexis Tsipras hat sich den Bedingungen der Gläubiger für ein neues Hilfspaket gefügt. In Europa kehrt trotzdem keine Ruhe ein. Für viele ist es die deutsche Bundesregierung, die mit ihrer harten Haltung die Krise in Europa verschärft und Griechenland ein unmögliches Spardiktat aufgedrückt hat.

Nicht nur internationale Medien kritisieren die deutsche Position. Auch Twitter-Nutzer aus ganz Europa meinen: Deutschland ist Schuld an der Krise in Europa – und fordern nun den Boykott deutscher Produkte. Das Hashtag „BoycottGermany“ wurde auch in Deutschland zum Toptrend.

Wenn es um Deutschland geht, ist der Nazi-Vergleich nicht weit. Das durfte schon Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erfahren, der in einer griechischer Zeitschrift als KZ-Aufseher karikiert wurde. Und auch beim Boykott-Aufruf darf das Bild vom Nazi-Deutschen nicht fehlen. Nutzerin@Vicky68 zieht den Vergleich zu den Weltkriegen: Den Ersten hätte Deutschland mit Gewehren geführt, den Zweiten mit Panzern und den Dritten führe das Land mit Banken:

Wer sich nicht sicher ist, welche Produkte von jetzt an boykottiert werden sollten, dem hilft Nutzer @chrisbrulak mit einem Foto der Biermarke Holsten:

@Philiponus meint ironisch, dass sich der Boykottaufruf auf Produkte, nicht aber auf Milliardenhilfen, die von Deutschland kommen, beziehe:

Versöhnlich gibt sich Nutzerin @LeeloooDallas. Sie bedauert, dass auf Twitter nun Nazi-Parolen aufkommen. Und weist daraufhin, dass nicht alle Griechen diese Haltung unterstützen:

@Marktzyniker findet, dass sich keiner wirklich über den Boykott-Aufruf wundern könne und bezieht sich auf die „Bild“-Titelseite, die die Kanzlerin mit Pickelhaube und der Forderung „Heute brauchen wir die eiserne Kanzlerin!“ zeigte. Ein Volk, dass eine solche Bildsprache kaufe, brauche sich nicht über den Aufruf zu wundern.

Nutzer @TheHelldrick meint, dass das Hashtag beschreibt, wie die deutsche Kanzlerin ein halbes Jahrhundert Fortschritt wieder rückgängig gemacht habe:

Aber auch die Politik hält sich aus der Boykott-Debatte nicht heraus. Der griechische Verteidigungsminister retweetet den Boykottaufruf zumindest:

Der griechische Verteididungsminister von der rechtspopulistischen ANEL gibt dem Aufruf sein Retweet.

Panos Kammenos auf Twitter

Der griechische Verteididungsminister von der rechtspopulistischen ANEL gibt dem Aufruf sein Retweet.

Zumindest die Wirtschaft befürchtet keinen größeren Schaden durch die Boykott-Aufrufe gegen deutsche Produkte. „Wir nehmen das ernst, aber es gibt keinen Grund zur Panik“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. „Solche Aufrufe hat es seit Beginn der Griechenland-Krise immer wieder gegeben. Sie sind weitgehend wirkungslos verpufft.“

Kommentare (79)

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Account gelöscht!

14.07.2015, 11:27 Uhr

funktioniert sowieso nicht und .... was ist denn noch wirklich deutsch?
Ist hier `n pippiger BMW, Benz oder Porsche gemeint ?.... gähnnnn

Account gelöscht!

14.07.2015, 11:30 Uhr

Im übrigem hat die ganze EU-Scheisse die Länder um 30 Jahre zurück geworfen.
Ich sags ja: der größte Beschiss an der Menschheit ist Politik und Religion.

Hass, Hass, Hass regiert heute mehr denn je.

Herr Stephan Ka

14.07.2015, 11:35 Uhr

Dass sich an dieser Aktion Herr Kammenos beteiligt, zeigt
das geistige Niveau und die politische Reife dieses Herrn.
Nackt mit dem Rcken an der Wand im Glashaus sitzen,
plärren und mit Steinen um sich werfen....

****GÄHN*****

Vielleicht sollte man an den deutschen Bundestag appelieren,
diese Aktion bei seiner Abstimmung am Freitag mit zu berück-
sichtigen.... :-)

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