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20.10.2014

17:18 Uhr

U-Boot vor Stockholm?

Schweden jagt ein russisches Phantom

VonHelmut Steuer

Schweden macht Jagd auf einen vermeintlichen Eindringling in Stockholms Schären. Die meisten Schweden glauben, dass es sich um ein russisches U-Boot handelt. Dass der Verdacht sofort auf Russland fällt, hat gute Gründe.

Vor der Küste bei Stockholm

Aufnahmen zeigen unbekanntes Unterwasserobjekt

Vor der Küste bei Stockholm: Aufnahmen zeigen unbekanntes Unterwasserobjekt

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StockholmEin grobkörniges Bild hält Schweden seit Sonntag in Atem: Das Foto, das die schwedische Marine veröffentlicht hat, zeigt nicht viel mehr als einen dunklen Gegenstand auf dem Wasser umgeben von etwas Weißem, möglicherweise Gischt. Details lassen sich auf dem Bild nicht erkennen, doch ein Marinesprecher zeigte sich überzeugt, dass es sich bei dem abgebildeten Gegenstand um „ein von Menschenhand gefertigtes Objekt“ handelt.

Und das wird jetzt gesucht. Mit Helikoptern, Schnellbooten, Fregatten und Wasserbomben macht die schwedische Marine Jagd auf einen vermeintlichen Eindringling. Das schwedische Militär geht von „einer ausländischen Unterwasseroperation“ aus, die sich derzeit irgendwo zwischen den rund 30.000 Inseln und Inselchen vor Stockholm abspielt.

Die Medien werden deutlicher: „Marine jagt russisches U-Boot“. Doch Beweise für eine Verletzung der schwedischen Hoheitsgewässer durch eine fremde Macht gibt es bisher nicht. Und aus dem russischen Verteidigungsministerium kam ein klares Dementi: „Keines unserer U-Boote hat einen Notfall“, erklärte ein Sprecher. Gleichzeitig sagte ein Sprecher des Ministeriums, dass es sich wohl um ein niederländisches U-Boot handelt, dass möglicherweise in den Stockholmer Schären taucht. Die Regierung in Den Haag wies das zurück, bestätigte aber, dass mehrere holländische U-Boot in der vergangenen Woche an einer Nato-Übung in der Ostsee teilgenommen hätten. Alle Boote seien von dem Manöver zurückgekehrt.

Suche nach „unbekanntem Unterwasserobjekt“: Schweden macht Jagd auf russisches U-Boot

Suche nach „unbekanntem Unterwasserobjekt“

Schweden macht Jagd auf russisches U-Boot

Wie im Kalten Krieg: In den Schären vor Stockholm suchen Hubschrauber und Marine nach einem unbekannten Unterwasserobjekt. Es soll sich um ein russisches U-Boot handeln. Das Militär spricht von einer Geheimoperation.

Für Schwedens neue Außenministerin Margot Wallström handelt es sich um „eine sehr große Bedrohung im Ostseeraum“, die sich da derzeit vor den Toren der Hauptstadt abspielt. Für Tobias Edberg ist es einfach nur „spannend“. Beide Schweden sprechen über die U-Boot-Jagd. Edberg besitzt in den Stockholmer Schären ein Ferienhaus. Vom Fenster konnte er das ganze Wochenende febrile militärische Aktivitäten beobachten: Helikopter, Amphibienfahrzeuge, Schnellboote und eine Fregatte kreisten immer wieder auf dem Kanholmsfjärden, einem großen offenen Gewässer in der Inselwelt vor Stockholm. „Sie haben sogar kleine Sinkbomben geworfen“, erzählte er der Zeitung Svenska Dagbladet.

Wie die meisten Schweden glaubt auch er, dass es sich vermutlich um ein russisches U-Boot handelt, dass derzeit in den Stockholmer Schären taucht. Dass der Verdacht sofort auf Russland fällt, hat gute Gründe. Zum einen lief vor fast genau 33 Jahren bei Karlskrona in Südschweden ein sowjetisches U-Boot auf Grund und musste geborgen werden. Damals hieß es aus Moskau, dem Kapitän sei ein Navigationsfehler unterlaufen. Zum anderen hatte der schwedische Geheimdienst vergangene Woche einen Notruf in russischer Sprache abgefangen.

Der Funkspruch sei aus den Stockholmer Schären an eine Station in Kaliningrad gesendet worden, berichtete die schwedische Zeitung „Svenska Dagbladet“ unter Berufung auf zuverlässige Quellen. In Kaliningrad ist die russische Ostsee-Flotte stationiert. Ein Marine-Sprecher wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Als dann ein Bewohner in den Stockholmer Schären ein Unterwasserfahrzeug gesehen haben will, wurde der Großeinsatz gestartet. Mittlerweile nehmen mehrere hundert Soldaten an einem der größten Operationen der vergangenen Jahre teil.

Kommentare (5)

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Herr Helmut Paulsen

20.10.2014, 17:23 Uhr

Helmut Steuer lesen Sie keine Zeitung ?

Das U-Boot ist ggf. aus den Niederlanden. Russland hat bereits dementiert.

Oder wollen sie "populistisch" hier Anschuldigungen aufrecht erhalten im Auftrage der System-Presse ??

Frau Dr. Max Motte

20.10.2014, 17:59 Uhr

Wer hat nicht das Gefühl, von den Medien manipuliert oder gar belogen zu werden?
Bislang galt es als "Verschwörungstheorie", dass Leitmedien uns Bürger mit Propagandatechniken gezielt das Gehirn waschen.

Die Leitmedien im deutschsprachigen Raum sind wie gleichgeschaltet.
Sie berichten nur noch nach den Regeln der Politischen Korrektheit, betreiben im Interesse der USA Kriegshetze gegen Russland und unterdrücken den freien Informationsfluss.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) gilt als eine der renommiertesten deutschen Zeitungen. Dieses Bild hat jetzt auch der CDU-Abgeordnete Willy Wimmer erschüttert.

Willy Wimmer, der verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und Staatssekretär im Verteidigungsministerium war, sagt:

"Ich kann mich sehr gut an ein langes Gespräch mit einem mir seit Jahrzehnten bekannten führenden FAZ-Mitarbeiter erinnern. Der machte deutlich, wenn das State Department noch rechtzeitig vor Drucklegung nachts anruft, dann kommt der gewünschte Artikel am nächsten Morgen in die Zeitung."

Wie bitte?

Das US-Außenministerium kann darüber bestimmen, ob und welche Artikel in der renommierten und angeblich so unabhängigen FAZ erscheinen?

Es sind solche Aussagen, welche derzeit nicht nur unter Journalisten für erhebliche Unruhe sorgen. Denn in dem neuen Sachbuchbestseller von Udo Ulfkotte "Gekaufte Journalisten" wird detailliert beschrieben, wie die großen Journalisten der Leitmedien uns Bürger im Interesse der Mächtigen manipulieren.

Wem gehören eigentlich die Medien?

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/20/russland-unbekanntes-u-boot-vor-schweden-gehoert-zur-niederlaendischen-marine/

www.anderweltonline.com

Herr Helmut Paulsen

20.10.2014, 18:04 Uhr

Ja gut formuliert !

Man sollte zukünftig den Begriff "Politische Korrektheit" durch "Scheuklappen-Denkweise" ersetzen, denn es ist NICH KORREKT "Lügen und Propaganda zu verbreiten und Denkverbote". Presse in Deutschland: SCHÄMT EUCH.

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