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31.10.2011

11:20 Uhr

Übergangsregierung

Libyen will Gaddafis Chemiewaffen loswerden

Die libysche Übergangsregierung hat bestätigt, dass es Chemiewaffen in ihrem Land gibt. Nun gilt es, die Kampfstoffe loszuwerden. Ausländische Inspektoren sollen dabei helfen.

Kisten mit Granaten und Handraketen in der Wüste nahe Sirte: Libyen will Chemiewaffen aus der Gaddafi-Ära loswerden. Reuters

Kisten mit Granaten und Handraketen in der Wüste nahe Sirte: Libyen will Chemiewaffen aus der Gaddafi-Ära loswerden.

Tripolis/KairoDie libysche Übergangsregierung will die letzten chemischen Kampfstoffe aus der Ära von Muammar al-Gaddafi loswerden. Der Vorsitzende der Übergangsregierung, Mahmud Dschibril, sagte in der Nacht zum Montag in Tripolis, seine Regierung habe der Organisation für das Verbot chemischer Waffen in Den Haag mitgeteilt, dass an zwei Orten in Libyen Chemiewaffen gefunden worden seien. Ausländische Inspektoren würden sich nun in dieser Woche des Problems annehmen.

Auch die USA seien informiert worden, „weil sie die Technologie besitzen, um mit diesen Stoffen umzugehen“. Dschibril erklärte: „Die Tatsache, dass wir die Organisation in Den Haag informiert haben, ist ein Beweis dafür, dass das neue Libyen ein Land ist, dass sich an internationale Abkommen hält.“ Es habe kein Interesse daran, solche Massenvernichtungswaffen zu besitzen.

Die libysche Zeitung „Qurayna al-Jadida“ hatte in der vergangenen Woche unter Berufung auf einen Oberst der Armee gemeldet, in dem Gebiet Al-Wagha südlich der Stadt Al-Dschufra lagere bis heute eine Tonne Senfgas.

Gaddafi hätte das giftige Gas in seinem Krieg gegen die Revolutionstruppen aber nicht einsetzen können, da ihm dafür die technischen Möglichkeiten gefehlt hätten, sagte der Oberst der Zeitung. Um die Isolation Libyens zu beenden, hatte Gaddafi 2003 die Vernichtung aller von ihm gehorteten Massenvernichtungswaffen versprochen. Experten hatten jedoch vermutet, dass er auch danach noch mehrere Tonnen Senfgas besaß.

Der UN-Sicherheitsrat will diese Woche über eine Resolution abstimmen, die Libyen zur Vernichtung aller C-Waffen unter internationaler Kontrolle aufruft.

Kommentare (3)

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Kea

31.10.2011, 17:16 Uhr

Das ist total unglaubwürdig und eine schmutzige Marketing-Kampagne - behaupte ich -, weil wer zu verlieren gedenkt und noch dazu sowieso Krieg führt, jedes Mittel einsetzt, das ihm zur Verfügung steht! Und sollte vor Kameras ein Chemiewaffen-Schatz geborgen werden, wissen wir schon, wer dahintersteckt.

Kea

31.10.2011, 18:32 Uhr

Eigentlich: ... wer nicht zu verlieren gedenkt ... (oder: ... wer beim Verlieren ist ...)

Kea

01.11.2011, 21:54 Uhr

"Gaddafi hätte das giftige Gas in seinem Krieg gegen die Revolutionstruppen aber nicht einsetzen können, da ihm dafür die technischen Möglichkeiten gefehlt hätten, sagte der Oberst der Zeitung."

So könnte es sein, was ich aber als unwahrscheinlich einstufe, da solcherart Aussagen stets für propagandistische Zwecke missbraucht werden. Manchmal wird ein Schatz sogar vergraben, damit er vor den für die Öffentlichkeit aufzeichnenden Kameras geborgen werden kann.

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