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26.10.2013

13:51 Uhr

Überlegungen in der EU

Mit zwei Handgepäckstücken ins Flugzeug?

Eine zweite Tasche im Handgepäck wurde bisher besonders bei Billigfliegern teuer. Das EU-Parlament will das nun ändern und die Airlines zu neuen Handgepäckvorschriften verpflichten. Flughafenbetreiber erfreut das.

Eine Frau nimmt ihre Handtasche aus einer Kiste nach dem Sicherheitscheck: EU will kostenfreies zweites Handgepäckstück ermöglichen. dpa

Eine Frau nimmt ihre Handtasche aus einer Kiste nach dem Sicherheitscheck: EU will kostenfreies zweites Handgepäckstück ermöglichen.

DüsseldorfDas EU-Parlament erwägt einem Bericht zufolge, in Europa operierende Fluglinien zur kostenlosen Mitnahme von zwei Handgepäckstücken pro Passagier zu verpflichten. Wie das Magazin „Wirtschaftswoche“ am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtete, wird sich der Verkehrsausschuss des Parlaments bei seiner nächsten Sitzung am 14. November mit einem entsprechenden Vorstoß befassen. Demnach könnte das EU-Parlament die Neuregelung bereits zu 2015 beschließen, sollte der Vorschlag im Ausschuss eine Mehrheit finden.

Vor allem Billigflieger erheben bislang hohe Extragebühren für zweite Gepäckstücke. Diese Entgelte bescheren dem Unternehmen nach Angaben der „Wirtschaftswoche“ Zusatzeinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe. Die Fluglinien rechtfertigen solche Aufpreise mit zunehmendem Platzmangel in ihren immer stärker ausgelasteten Maschinen.

Die irische Billigairline Ryanair will ihr schlechtes Image inzwischen aber mit einer Kundenoffensive aufpolieren. Europas größter Billigflieger kündigte am Freitag an, innerhalb eines halben Jahres Gebühren für das Ausdrucken der Bordpässe abzuschaffen und ein zweites Stück Handgepäck zu erlauben. Ab dem ersten Dezember soll vorläufig ein zusätzliches Gepäckstück in der Größe einer kleinen Damenhandtasche pder einer Einkaufstüte erlaubt sein. Wer im Internet eingecheckt hat, aber seinen Boarding Pass am Flughafen vergisst, der zahlt für die Neuausstellung künftig 15 Euro statt wie bisher 70 Euro.

Die Betreiber der Flughäfen dagegen unterstützen den Parlamentsvorstoß, da sie dem Bericht zufolge Umsatzverluste in Duty-Free- und anderen Flughafengeschäften beklagen. Weil Kunden der Billigflieger nur wenig Gepäck mit an Bord nehmen dürfen, würden sie auf den Flughäfen auch weniger einkaufen.

Von

afp

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