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22.01.2010

10:57 Uhr

Überzogene Regeln

US-Banken machen Front gegen Obamas Pläne

Nur wenige Stunden nach seiner Ankündigung, dass risikoreiche Geschäfte zur Gewinnmaximierung von Banken künftig deutlich erschwert werden sollen, spürt US-Präsident Obama den ersten Gegenwind. Aus der Finanzbranche hieß es, US-Finanzminister Geithner Obamas halte die Pläne für überzogen. Die Märkte reagierten entsprechend: Europaweit mussten Bankaktien im frühen Handel Kursverluste hinnehmen.

Angeblich ist Geithner nicht begeistert von den Plänen seines Chef Obama. ap

Angeblich ist Geithner nicht begeistert von den Plänen seines Chef Obama.

HB WASHINGTON/NEW YORK. Die von US-Präsident Barack Obama geplante Verschärfung der Handelsregeln für Großbanken ist in der Regierung offenbar umstritten. Finanzminister Timothy Geithner sei besorgt, dass die Beschränkungen die Wettbewerbsfähigkeit der US-Großbanken gefährden könnte, sagten Personen aus der Finanzbranche am Donnerstag.

Zudem gehe Geithner nicht davon aus, dass die anvisierten Grenzen für den Banken-Eigenhandel das Problem an der Wurzel packen und künftige Exzesse verhindern könnten. Ein Sprecher Obamas erklärte dagegen, dass Geithner hinter den Vorschlägen des Präsidenten stehe.

Auch Frankreich stellte sich hinter die geplante Verschärfung der Handelsregeln für Großbanken. „Ich denke, es ist ein sehr, sehr guter Schritt nach vorn“, sagte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde im Hörfunksender „Europe 1“. Auf die Frage, ob ihr Land diesem Beispiel folgen sollte, antwortete sie: „Eigentlich ist es genau andersherum. Ich freue mich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten uns folgt.“ Regulierung sei in Finanzkreisen auf der anderen Seite des Atlantiks bislang ein Tabu-Wort gewesen. Nun hätten die USA eingesehen, dass Regulierung entscheidend für die Eingrenzung von Banken-Exzessen sei, sagte Lagarde.

Der US-Präsident hatte am Donnerstag angekündigt, risikoreiche Geschäfte zur Gewinnmaximierung von Banken deutlich zu erschweren. Die Vorschläge hatte eine Expertenkommission unter Vorsitz des ehemaligen US-Zentralbankchefs Paul Volcker erarbeitet.

Die Pläne sorgten am Freitag im frühen Handel europaweit für Kursverluste bei Bankaktien. Größter Verlierer im Dax waren die Deutsche Bank-Papiere, die 2,9 Prozent nachgaben. Auch Aktien Schweizer Großbanken gerieten unter Druck.Die Titel der Credit Suisse und in etwas geringerem Ausmaß auch der UBS verzeichneten an der Zürcher Börse Kursverluste von rund vier Prozent, die damit etwa so hoch ausfielen wie bei Barclays oder Deutscher Bank.

Credit Suisse hat im vergangenen Jahr einen guten Teil ihres Vorsteuergewinns im Investmentbanking erzielt. Der Markt geht nun offenbar davon aus, dass diese Ertragsquelle, wenn Obamas Pläne Wirklichkeit werden sollten, nicht mehr so stark sprudeln wird wie bisher. „Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde dies die Ergebnisse der Banken stark beeinflussen. Goldman Sachs zieht zehn Prozent des Gewinns aus dem Eigenhandel. Bei BAC, Morgan Stanley und Citigroup macht er mehr als fünf Prozent aus“, sagte ein Börsenhändler.

Kommentare (8)

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marcpool

22.01.2010, 12:17 Uhr

Obama hat Recht ! Der Staat kann nicht die verzockten Töpfe füllen, um das das Spiel der Wahnsinnigen und Übergierigen, stets weiter betrieben werden kann. Aber was macht denn Herr Schäuble ? Oder unsere Kanzlerin ? Ausser dem Satz " Eine charmante idee " hat man von Fr. Merkel nichts bisher gehört- getan hat sie überhaupt nichts. Das ist mit Verlaub - eben weniger als wir alle dachten !

F. Mueller

22.01.2010, 12:54 Uhr

Nee, ist klar. Erst wird die internationale Spekulationswelt durch Abermilliarden Steuergelder vor dem Ruin gerettet. Und jetzt, wo es was auf die Finger gibt, ist das Geheule gross. Liebe Staatsoberhæupter, holen Sie die Steuergelder zurueck und lassen sie die Wirtschaft ruhig mal richtig vor die Wand fahren! Aus Erfahrung werden Menschen ja eh nicht klug.

Max

22.01.2010, 13:11 Uhr

Es ist Kasperltheater !
Obama ist ein Lügner und eine Marionette der Hochfinanz.
Leute - wacht auf !

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