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27.01.2017

14:20 Uhr

„Uhr des Jüngsten Gerichts“

Weltuntergang wegen Trump näher gerückt

Die sogenannte „Uhr des Jüngsten Gerichts“ hat sich um 30 Sekunden nach vorne bewegt und steht jetzt bei zweieinhalb Minuten vor Mitternacht – so nah wie seit den 1950er Jahren nicht mehr. Der Grund: Donald Trump.

Um Mitternacht erwartet uns der Weltuntergang. Die „Uhr des Jüngsten Gerichts“ steht jetzt zweieinhalb Minuten davor. Unter anderem wegen der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten sehen führende Wissenschaftler eine wachsende Gefahr für den Untergang der Menschheit. dpa

Weltuntergangsuhr

Um Mitternacht erwartet uns der Weltuntergang. Die „Uhr des Jüngsten Gerichts“ steht jetzt zweieinhalb Minuten davor. Unter anderem wegen der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten sehen führende Wissenschaftler eine wachsende Gefahr für den Untergang der Menschheit.

WashingtonDer Weltuntergang ist dank Donald Trumps Aussagen über Atomwaffen und den Klimawandel 30 Sekunden näher gerückt – zu diesem Urteil sind die Wächter der sogenannten Doomsday Clock gekommen. Die auch als „Uhr des Jüngsten Gerichts“ oder „Atomkriegsuhr“ bezeichnete Zeitrechnung wurde in der Nachkriegszeit von der Zeitschrift „Bulletin of the Atomic Scientists“ ins Leben gerufen, um symbolisch zu zeigen, wie dicht die Welt vor einer globalen Katastrophe steht.

Die Zeiger der Uhr zeigten nun nur noch zweieinhalb Minuten vor Mitternacht, erklärten die Macher der ausschließlich online erscheinenden Zeitschrift am Donnerstag (Ortszeit). So nah an der Katastrophe habe sich die Welt seit den 1950er Jahren nicht befunden.

Trumps bisherige präsidiale Anordnungen und was sie bedeuten

Obamacare

Die Gliederungen der Regierung werden angewiesen, die wirtschaftlichen Lasten durch Obamacare zu minimieren. Obamacare soll de facto abgeschafft werden. In welchem Zeitraum oder wie, lässt Trump aber offen. Er setzt eine Art ideellen Rahmen.

Einwanderung

Mehrere Erlasse sehen den Bau einer Mauer zu Mexiko vor, nehmen Flüchtlinge schützende Städte ins Visier und wollen Arrestzentren ebenso ausbauen wie die Zahl der Grenzschützer. Illegale, straffällig gewordene Einwanderer sollen sofort deportiert werden. Generelle Verhärtung der Linie gegenüber Einwanderern.

Handel

Die USA verabschieden sich aus den weiteren Verhandlungen des transpazifischen Handelsabkommens TPP. Die Anordnung ist aber eher Show, denn der Ausstieg war angekündigt und das Abkommen in den USA nicht ratifiziert. Möglicher Profiteur des US-Ausstiegs ist China.

Pipelines

Ein von Kanada kommendes Ölrohr soll ebenso weitergebaut werden wie ein Projekt in North Dakota. Beide sind milliardenschwer. Die Pipelines sind nicht nur aus Umweltgründen sehr umstritten. Es gab bereits viel Protest, Trump sticht in ein Wespennest. An dem Projekt in North Dakota beteiligte sich Trump als Unternehmer. Offen: Wann und wie und mit welcher Route weitergebaut wird.

Umwelt

Regulierungen werden abgebaut. Umweltbedenken sollen als wichtig deklarierten Infrastrukturprojekte künftig nicht mehr im Weg stehen. Herstellungsprozesse sollen schneller genehmigt werden.

Abtreibung

Ausländische Organisationen bekommen nur noch Entwicklungshilfe, wenn sie keine Abtreibungsberatung anbieten oder Abtreibungsempfehlungen aussprechen. Die Regelung wird seit 1984 jeweils im Wechsel von republikanischen Präsidenten eingesetzt und von demokratischen Präsidenten wieder aufgehoben. Für Republikaner eine wichtige Botschaft an streng christlich-religiöse Wählerschichten.

Einstellungsstopp

Bundesbehörden und Ministerien dürfen niemanden mehr einstellen. Ausgenommen ist das Militär. Trump will den Regierungsapparat, den er als aufgebläht empfindet, radikal reduzieren. Der Geltungsbereich des Erlasses ist nicht deutlich, etwa für Zivilangestellte des Militärs. Außerdem könnten durch Subunternehmer die Kosten steigen.

Trump habe während des Wahlkampfes „verstörende Bemerkungen über den Gebrauch und die Verbreitung von Atomwaffen gemacht und seine Zweifel am überwältigenden wissenschaftlichen Konsens über den Klimawandel geäußert“, hieß es in der Erklärung des Online-Magazins. Das öffentliche Vertrauen darin, dass die demokratischen Institutionen mit den großen Bedrohungen der Welt klarkämen, schwanke. „Täuschungskampagnen“ durch Russland zur Störung der US-Wahl hätten die Welt ebenfalls gefährlicher gemacht.

Von

ap

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