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08.10.2014

15:09 Uhr

UKIP

Britische Rechtspopulisten vor Unterhausmandat

UKIP sorgt in Großbritannien für Furore. Ein Überläufer von den Tories könnte am Donnerstag der erste gewählte Unterhaus-Abgeordnete der Euroskeptiker werden. Doch damit fängt der Schlamassel für Premier Cameron an.

Der Schrecken von David Cameron: Nigel Farage, der Chef der UKIP. AFP

Der Schrecken von David Cameron: Nigel Farage, der Chef der UKIP.

LondonDas Städtchen Clacton-on-Sea an der britischen Nordseeküste macht normalerweise nicht viele Schlagzeilen. Höchstens bei der jährlichen Flugshow mit Maschinen aus dem Zweiten Weltkrieg ist in den landesweiten Zeitungen über den 50 000-Einwohner-Ort etwas zu finden. Derzeit ist Clacton jedoch in aller Munde. Das pittoreske Seebad südöstlich von London könnte der Startpunkt dafür sein, dass sich die politische Landschaft in Großbritannien nachhaltig verändert.

Schuld ist Douglas Carswell. Der 43-Jährige mit dem kantigen Kinn ist aus Protest gegen die Politik von Premierminister David Cameron und seiner Führungsriege bei den Konservativen aus der Regierungspartei ausgetreten. Unter dem Jubel von UKIP-Chef Nigel Farage schloss er sich den Euroskeptikern an und stellt sich für die neue Partei zur Wahl.

Meinungsforscher sind sich schon vor der Abstimmung am Donnerstag fast sicher: Douglas Carswell wird der erste gewählte Abgeordnete von UKIP im Unterhaus.

Die Mehrheitsverhältnisse wird das nicht verändern. Doch hat UKIP bei der bevorstehenden Parlamentswahl am 7. Mai durchaus das Zeug, Zünglein an der Waage zu spielen. Ihre Macht können die Rechtspopulisten im britischen Mehrheitswahlreicht - es gibt ausschließlich Direktkandidaten, keine Zweitstimme für Parteienlisten - dabei vermutlich gar nicht einmal so sehr über eigene Abgeordnete ausüben. Demoskopen sagen ihnen voraus, dass sie vier bis fünf Vertreter ins Parlament schicken werden.

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