Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.05.2012

19:13 Uhr

Ukraine

Deutscher Arzt erneut bei Timoschenko

Der Gesundheitszustand von Julia Timoschenko soll sich verschlechtert haben. Ukrainische Behörden teilten mit, dass der Chef der Berliner Charité erneut zur Politikerin gereist sei. Die Behandlung soll bald beginnen.

Julia Timoschenko im Gefängnis (Aufnahme wurde Ende April veröffentlicht). Laut ihrer Tochter kann sich die Politikerin inzwischen kaum bewegen. dpa

Julia Timoschenko im Gefängnis (Aufnahme wurde Ende April veröffentlicht). Laut ihrer Tochter kann sich die Politikerin inzwischen kaum bewegen.

Kiew/BerlinIn den Fall der inhaftierten ukrainischen Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko kommt Bewegung: Der Chef der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, reiste am Freitag in die Ukraine und besuchte die 51-jährige Ex-Regierungschefin nach Angaben der dortigen Behörden erneut im Gefängnis. Der deutsche Arzt bestätigte zudem den Behandlungsbeginn am 8. Mai.

„Die deutschen und ukrainischen Ärzte haben sich heute mit Frau Timoschenko getroffen und mit ihr ausführlich gesprochen“, teilte Einhäupl am Freitag nach Angaben ukrainischer Medien mit. „Frau Timoschenko hat vorläufig zugestimmt, am Dienstag, dem 8. Mai, in die Zentrale Eisenbahnerklinik von Charkow verbracht zu werden.“ Dort werde ein Arzt der Charité mit Unterstützung einheimischer Kollegen sofort mit der Behandlung der Ex-Regierungschefin beginnen, sagte Einhäupl. „Das wird ein allgemeiner Schritt zur Lösung der Frage.“

Timoschenko verbüßt eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Seit zwei Wochen protestiert sie mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen. Charité-Chef Einhäupl hatte die an Bandscheibenproblemen leidende Politikerin bereits im Februar und April im Gefängnis untersucht. Die Bundesregierung hat wiederholt angeboten, sie in Deutschland behandeln zu lassen.

Aus Protest gegen den Umgang mit Timoschenko entschied die EU-Kommission am Donnerstag, den EM-Spielen in der Ukraine geschlossen fernzubleiben. Auch in Deutschland wird seit Tagen über einen Politiker-Boykott der Partien in der Ukraine diskutiert, die im Juni gemeinsam mit Polen Gastgeberland ist.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.05.2012, 19:40 Uhr

Das heuchlerische Getue wegen dem ukrainischen Goldlöckchen geht mit so richtig auf die Nerven.
Einfach mal nachfragen, über wieviele Leichen die gestiegen ist, um an ihr Vermögen zu kommen - wohl nicht umsonst wird sie die "Gasprinzessin" genannt. Sie hat sich politisch schlicht verspekuliert , ist wegen Unfähigkeit abgewählt und danach wegen Betrugs verurteilt worden...warum soll ich mit der Sorte Politikerpack Mitleid haben?
Das soll die Ukraine auf ihre Art lösen - geht micht nichts an und ist mir zudem völlig piepegal, was mit der Madame im Louis-Vuitton-Jäckchen in der Zukunft passiert.

Josef

04.05.2012, 19:54 Uhr

Langsam aber sicher nervt dieser Zirkus mit dieser Kriminellen
wirklich. Ob diese Dame der Nabel der Welt ist, vielen geht es in den Haftanstalten sicher schlechter.Diese Äzte sollten sich schämen, sich als Werkzeug benutzen zu lassen.Aber was tut man nicht alles um gefällig zu sein.Und so eine schlimme Diktatur kann es auch nicht sein, wenn die Behörden diesen Chef der Charite zu dieser Dame reisen lässt.Er sollte sich lieber um die deutschen Patienten sich kümmern, die seit Monaten auf Termine in der Charite warten.Es ist schon nicht mehr verwunderlich, wie man sich um eine Kriminelle kümmert, aber das ist ja nur in Deutschland so.Übrigens sieht diese Dame blendend auf dem Bild aus, nichts von Hungerkur.Man könnte einfach ko....

CarmenF

04.05.2012, 20:03 Uhr

OK, da ist jemand in einem ordentlichen Gerichtsverfahren verurteilt worden, hat Rückenschmerzen bekommen(Bandscheibenprobleme), möchte nicht von Ukrainer Ärzten behandelt werden, sodern viel lieber nach Deutschland und nach der Behandlung gleich da bleiben. Aha
Ich frag auch mal meine Krankenkasse ob man meine Migräne nicht viel besser in Brasilien behandeln kann, ich hab ja gute Chancen, das Fr. Merkel sich dafür einsetzt, oder?
In anderen Ländern sterben Menschen und die Rennautos kurven einfach drumherum, aber wenn eine verurteilte Politikerin aus dem Land flüchten will, überbieten sich Politiker und Medien in herzergreifenden Berichten.
Bei so viel Verlogenheit fällt es zunehmend schwer noch beide Parteien (Presse und Politiker)ernst zu nehmen.
Das Problem ist nicht das die Timoschenko im Knast sitzt, sondern das die europäischen Politiker/Bänker noch frei herumlaufen.
So korupt wie die Bande ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×