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17.08.2015

16:25 Uhr

Ukraine

Es riecht nach Krieg

VonAndré Ballin

Die Kampfhandlungen in der Ostukraine haben sich verstärkt. Die Zahl ziviler Opfer auf beiden Seiten steigt. Moskau und die Rebellen werfen Kiew die Vorbereitung einer neuen Offensive im Donbass vor.

Ein ukrainischer Soldat läuft durch Mariupol: Der Konflikt droht weiter zu eskalieren. dpa

Ukraine-Krise

Ein ukrainischer Soldat läuft durch Mariupol: Der Konflikt droht weiter zu eskalieren.

Durch das riesige Loch in der Wand ist das Wohnzimmer zu sehen. Trümmer und Schutt liegen im ganzen Raum verstreut. Der Hausherr zeigt hilflos auf die zerstörte Habe. In Sartana, einem Vorort er strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol, wurden bei dem nächtlichen Artilleriebeschuss der Rebellen 52 Wohnhäuser beschädigt, drei davon sind nach Volltreffern völlig zerstört. Gasleitungen brennen, die Energieversorgung ist teilweise lahmgelegt. Drei Zivilisten wurden nach Angaben der ukrainischen Armeeführung getötet. Bürgermeister Stepan Machsma sprach zudem von sechs Verletzten, darunter einem Kind.

Spiegelverkehrt ist die Lage in Donezk: Die von den Separatisten gehaltene Großstadt steht trotz der auf dem Papier geltenden Waffenruhe seit Wochen unter Feuer. Die Bilanz der Nacht dort: Etwa 40 beschädigte Wohnhäuser, eine Schule und eine Gasleitung. Die Stadtverwaltung spricht von zwei Toten und zehn Verletzten. In der benachbarten Rebellenhochburg Horliwka gab es ebenfalls zwei Tote, vier Verletzte und reichlich Zerstörungen. Die Rebellen werfen dem ukrainischen Militär den Einsatz von Panzern und Artillerie vor.

Eigentlich hatten sich beide Seiten zum Abzug der großkalibrigen Waffen verpflichtet. Konsequent umgesetzt wurde der Schritt nie, nun geben sich die Konfliktparteien nicht einmal mehr Mühe, den Schein von Friedfertigkeit zu wahren. Die Rückkehr schweren Geräts wird gegenüber den OSZE-Beobachtern jeweils als Antwort auf die Aggression der Gegenseite erklärt.

Die OSZE hat eine drastische Verschlechterung der Lage konstatiert. Verstöße gegen die Feuerpause seien von den Beobachtern an zahlreichen Punkten der Front fixiert worden, teilte die Organisation mit. Zudem müssen die Beobachter mit rapide zunehmender Gewalt gegen sich selbst rechnen. Die Sicherheitslag hat sich nach den Worten des Schweizers Alexander Hug, stellvertretender Leiter der Mission, zuletzt „galoppierend verschlechtert“. Nach Schmiererereien wurden in Donezk die Fahrzeuge der Beobachter in Brand gesetzt, dann gerieten sie unter Beschuss.

Kommentare (8)

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Herr reiner tiroch

17.08.2015, 17:19 Uhr

die Republikaner, Nato, Poroschenko und Jazenjuk haben den großen Krieg ja lange vorbereitet, bestellt und nun kommt er auch. dann ist wieder nur der putin schuld? lol.

Frau Monika Herbinger

17.08.2015, 17:40 Uhr

Putin reagiert stets auf die Lage, er ist ein gerissener Taktiker. Er kann womöglich eine Invasion planen, aber er kann nicht vorher immer einschätzen was passiert. Die Vorgehensweise der Russen war sowieso in allen Bereichen schon anders als in Westeuropa. Das liegt an der Mentalität, doch ebenfalls an ihren eigenen Kultur und Geschichte. Russland kann man nicht verstehen ohne mit Russland Erfahrungen zu haben. Sie sind nicht so wie wir, nicht wie die Europäer, auch nicht wie die Asiaten. Die Russen haben ihren eigenen Kopf, das bezeichnen wir auch als "Die Russische Seele" (...) während wie sie so schön und freundlich empfinden. Doch diese Seele hat auch sehr dunkle Schattenseiten. Es ist naiv zu behaupten, schlimmes wäre nur in Zeiten des Kommunismus und Stalinismus seitens Russland passiert. Als Beispiel dafür reicht es sich etwas zu bilden, ein paar Geschichtsbücher zum Thema durchzulesen. Praktisch alle an Russland angrenzenden Länder wurden systematisch von Russland über hunderte von Jahren überfallen, besetzt, geplündert, zerstört. Es ist besser wenn man erstmal die Menschen in diesen Ländern versteht, bevor man anfängt sich als "Russlandversteher" zu etablieren.

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Herr Vitto Queri

17.08.2015, 17:54 Uhr

>> Es riecht nach Krieg >>

Seit dem Putsch der kriminellen Oligarchen in Kiev hat der Krieg noch nie aufgehört.

Laut Minsk 2 Abkommen duften sich allerdings die Kontrahenten nur mit Waffen kleiner 100 mm Laufdurchmesser beschiessen.

Diese Beschränkung hat man im Laufe der Zeit auch wieder vergessen.

Was soll die Junta auch machen....sie muss doch die Mär für den Westen aufrechterhalten, dass die Russen in die Ukraine einmarschiert sind, um weitere Kredite zu bekommen.

Die Ukraine ist ja restlos Pleite, deswegen wird die Junta den Krieg biss zum bitteren Ende weitertreiben.

Die Junta-Macher suchen sich schon warme Plätzchen ausserhalb der Ukraine, wohl wissend, dass es ihnen demnächst an den Kragen geht.

Klitschko will als Ukrainischer Botschafter nach Deutschland ziehen, Jatzenjuk zieht es zu seiner Schwester als Scientology-Jünger nach USA, Poroschenko ( Waltsman ) wird wohl in Israel landen.........!

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