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15.05.2012

10:16 Uhr

Ukraine

Gericht verschiebt Prüfung im Fall Timoschenko

Eine Haftstrafe von sieben Jahren bekam die ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Die Prüfung des Urteils wurde nun um einen Monat verschoben. Damit ist eine Freilassung vor der Fußball-EM ausgeschlossen.

Oppositionsführerin Timoschenko zeigt die Verletzungen, die ihr Gefängniswärter angeblich zugefügt haben sollen. dpa

Oppositionsführerin Timoschenko zeigt die Verletzungen, die ihr Gefängniswärter angeblich zugefügt haben sollen.

KiewIm Fall der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat ein Gericht in Kiew die Prüfung des Urteils auf den 26. Juni verschoben. Kurz nach Beginn der Verhandlung am Dienstag setzte die Instanz einen neuen Termin an, nachdem die Staatsanwaltschaft wegen Abwesenheit der erkrankten Oppositionsführerin dies beantragt hatte.

Eine Freilassung Timoschenkos, wie sie international gefordert wird, noch vor der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine im Juni gilt damit als ausgeschlossen. Die 51-Jährige will unter Berufung auf Verfahrensmängel erreichen, dass die im Oktober 2011 verhängte siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs aufgehoben wird.

Der Prozess hatte unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen begonnen, weil Anhänger Timoschenkos vor dem Gerichtsgebäude die Freiheit für die Politikerin forderten. Auch die EU und die USA haben das Verfahren als politisch motiviert kritisiert und Timoschenkos Freilassung gefordert.

Bei dem Prozess geht es um Gasverträge, die Timoschenko 2009 mit Russland geschlossen hat - angeblich zum Nachteil der Ukraine. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch, Erzfeind Timoschenkos, sollte noch am Dienstag mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau zusammentreffen, um auch über neue Gaspreise zu sprechen.

Der ukrainische Regierungschef Nikolai Asarow wurde in Brüssel zu politischen Gesprächen erwartet. Die EU hatte den Umgang mit der in Haft erkrankten Timoschenko wiederholt kritisiert.

Die Politikerin wird seit einigen Tagen im Beisein eines deutschen Arztes in einer Klinik außerhalb des Straflagers in Charkow behandelt. Nach einem Hungerstreik habe sich ihr Zustand dank der Therapie gebessert, teilten die Behörden mit.

Von

dpa

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