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17.12.2013

03:07 Uhr

Ukraine

Klitschko will Steinmeier als Vermittler

Russland und die Ukraine stehen kurz davor, ihre Zusammenarbeit mit neuen Verträgen auszubauen. Oppositionsführer Klitschko warnt vor noch größeren Protesten, die „das ganze Land lahm legen“, und fordert deutsche Hilfe.

Oppositionsführer Klitschko glaubt, Steinmeier wäre „der richtige Vermittler in dieser schwierigen Situation“. dpa

Oppositionsführer Klitschko glaubt, Steinmeier wäre „der richtige Vermittler in dieser schwierigen Situation“.

Berlin/KiewUngeachtet der prowestlichen Proteste in Kiew wollen die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Viktor Janukowitsch, am Dienstag eine engere Zusammenarbeit beschließen. Bei den Regierungskonsultationen beider Länder in Moskau liegen nach Kremlangaben mehrere Dokumente zur Unterschrift bereit. Janukowitsch hofft nach seiner Abkehr von der EU dringend auf Finanzhilfen sowie Rabatte für russische Gaslieferungen, um die Ex-Sowjetrepublik vor dem Bankrott zu retten.

Oppositionsführer Vitali Klitschko, Boxweltmeister im Ruhestand, drohte mit einer Ausweitung der Proteste, sollte Janukowitsch in Moskau tatsächlich bilaterale Abkommen unterzeichnen. „Wir lassen uns nicht davon zurück schrecken, dass der Präsident wieder seine Sicherheitskräfte auf den Platz schickt“, schrieb Klitschko in einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung.

Gleichzeitig fordert Klitschko den designierten deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Vermittlung in Kiew auf. Er hoffe, dass sich Steinmeier „genauso wie (Amtsvorgänger) Guido Westerwelle“ für die Freiheit der Ukraine einsetzt.„ Es wäre ein großartiges Zeichen, wenn Herr Steinmeier auf einer seiner ersten Reisen nach Kiew kommen würde, um auf dem Maidan zu sprechen. Er wäre der richtige Vermittler in dieser schwierigen Situation.“

Massenproteste: Krach in der ukrainischen Regierungspartei

Massenproteste

Krach in der ukrainischen Regierungspartei

Die Massenproteste im eigenen Land stürzen die ukrainische Regierungspartei in die Krise. Die Differenzen belasten auch das Treffen der EU-Außenminister mit ihrem russischen Kollegen Lawrow.

Der prorussische Kurs und Kiews Verzicht auf eine EU-Partnerschaft sind die Auslöser für die seit Wochen andauernden Proteste ukrainischer Regierungsgegner, die weiterhin im Zentrum von Kiew für einen prowestlichen Kurs ihres Landes demonstrieren. Russland versucht, seinen Nachbarn zur Mitarbeit in einer Zollunion und späteren Eurasischen Wirtschaftsunion zu bewegen. Kritiker werfen Russland vor, eine Konkurrenz zur EU nach dem Vorbild der früheren Sowjetunion aufzubauen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf seinen EU-Kollegen bei einem Treffen am Montag in Brüssel erneut vor, sich in innere Angelegenheiten der Ukraine einzumischen. Die Außenminister der EU kritisierten wirtschaftlichen und politischen Druck Moskaus auf die Regierung in Kiew, damit diese ein Assoziierungsabkommen mit der EU nicht unterschreibt. Diplomaten sprachen von einer „sehr offenen“ Unterhaltung.

Der schwedische Außenminister Carl Bildt warf Moskau vor, es habe „eine ziemlich breite Propagandakampagne auf der Grundlage von Fehlinformationen und manchmal blanken Lügen“ gegen das geplante Assoziierungsabkommen der EU mit Kiew geführt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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RBern

17.12.2013, 10:08 Uhr

"Klitschko will Steinmeier als Vermittler"

Das ähnelt schon eher dem Brandstifter:
Erst das Haus anzünden und dann nach der Feuerwehr rufen.

Der "Oppositionsführer" soll die Löschung des Hauses selbst organisieren.



RumpelstilzchenA

17.12.2013, 10:11 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Pequod

17.12.2013, 10:23 Uhr

Ukraine - das Griechenland Rußlands!
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Wie es aussieht, dürfte auch der zweite Umsturzver-
such der 'Wertegemeinschaft Europa' in der Ukraine
gescheitert sein und damit diese 'EU', in der in-
zwischen zwei Geberländer 15 Nehmerländer unterstützen,
in ihrem Größenwahn einen Dämpfer erhalten haben.
Auf längere Sicht dürfte Rußland, aufgrund seines
Wirtschafts- und Rohstoffpotentials, beim Kampf um
Butterbrot und gefüllte Kühlschränke, am längeren
Hebel sitzen, denn mit einem verarmten Europa kann
selbst eine Ukraine nichts mehr anfangen, auch wenn
ein Guido Westerwelle meint, daß es sich bei Europa
um eine 'Wertegemeinschaft', was auch immer das sein
mag, handelt.

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