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17.11.2014

13:50 Uhr

Ukraine-Konflikt

Erneute Gefechte am Flughafen Donezk

Der sogenannten Waffenstillstand verdient seinen Namen nicht: Am Flughafen Donezk in der selbsternannten „Volksrepublik“ ist es zu massiven Feuergefechten gekommen. Die Kämpfe flammen seit Monaten immer wieder auf.

Schwarzer Rauch steigt über dem internationalen Flughafen von Donezk auf;: Die Kämpfe zwischen den Rebellen und der ukrainischen Armee gehen unvermindert weiter. dpa

Schwarzer Rauch steigt über dem internationalen Flughafen von Donezk auf;: Die Kämpfe zwischen den Rebellen und der ukrainischen Armee gehen unvermindert weiter.

FrankfurtAm umkämpften Flughafen der ostukrainischen Stadt Donezk sind am Montag die Gefechte zwischen Soldaten und Separatisten wieder aufgeflammt. Explosionen und Artilleriefeuer waren zu hören. Am Vortag hatte der Separatistenführer Andrej Purgin gesagt, sie hätten einen Waffenstillstand mit den Regierungstruppen am Flughafen vereinbart. Ein Militärsprecher in Kiew erklärte dazu, die Feuerpause habe es den Rebellen ermöglichen sollen, ihre Toten zu bergen und die Verwundeten aus dem Kampfgebiet zu bringen. In der Nacht seien die Kämpfe abgeflaut. „Jetzt haben sie nach meinem Verständnis ihre Toten weggeholt und die Kämpfe wieder aufgenommenk“, sagte der Sprecher Wladislaw Selesnjow.

Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, den im September vereinbarten Waffenstillstand zu verletzen. Eskaliert sind die bewaffneten Auseinandersetzungen nach den Regionalwahlen in den Separatistengebieten am 2. November, die von der Regierung in Kiew und vom Westen nicht anerkannt werden.

Als Reaktion darauf hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die Finanzierung staatlicher Einrichtungen in den von Separatisten kontrollierten Gebieten eingestellt. Außerdem warf er Russland vor, Truppen und Panzer in die Ukraine verlegt zu haben, was von der Regierung in Moskau zurückgewiesen wurde.

Streitpunkte im Ukraine-Konflikt

Kämpfe im Donbass

Fast täglich berichten Militär und prorussische Separatisten von zahlreichen Toten. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen verloren in dem Konflikt mehr als 2000 Menschen ihr Leben.

Humanitäre Krise

Hunderttausenden Menschen in der Ostukraine fehlt seit Wochen das Nötigste. Moskau schickte in einem umstrittenen Konvoi gut 2000 Tonnen Hilfsgüter. Auch die Ukraine entsandte daraufhin Hilfe ins Krisengebiet.

Hilfskonvois

Moskaus einseitig durchgeboxte Hilfsaktion ohne Zustimmung Kiews löste massive internationale Kritik aus. Die Ukraine brandmarkte die Einfahrt des Konvois als „Invasion“. Am Montag kündigte die Führung in Moskau einen zweiten Hilfskonvoi an.

Militär

Russland hat Zehntausende Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Kiew verdächtigt Russland, die Separatisten heimlich mit Waffen und Kämpfern auszustatten. Russland weist dies zurück und kritisiert die Stationierung von Nato-Einheiten in Osteuropa.

Gasstreit

Wegen unbezahlter Rechnungen hat Russland der Ukraine im Juni das Gas abgedreht. Kiew droht Moskau mit einer Unterbrechung des Öl- und Gastransits nach Westeuropa.

Freihandelsabkommen

Russland sieht in einem Freihandelsabkommen der Ukraine und der EU eine Gefährdung seines eigenen Handels. Der Kreml will dies nun von russischen und ukrainischen Experten prüfen lassen.

Krim

Nachdem prorussische Bewaffnete auf der Krim strategisch wichtige Gebäude besetzt hatten, spaltete sich die Halbinsel im März in einem umstrittenen Referendum von der Ukraine ab. Moskau gliederte die Krim in die Russische Föderation ein; Kiew erkennt dies nicht an.

Die Außenminister der Europäischen Union (EU) beraten derzeit in Brüssel über eine Ausweitung der bislang gegen Russland verhängten Sanktionen als Reaktion auf die Wahlen in den Separatistengebieten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

17.11.2014, 14:39 Uhr

Erneute Gefechte am Flughafen Donezk
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DANN frage man einmal am Herrn Steinmeier wie er persönlich dieses sich immer mehr gravierend gefährliche Entwicklung für den Erhalt des Weltfriedens abstellen will...

wenn noch letzte Woche Herrn Steinmeier aussagte dass die " EU " die Sanktionen gegen Rußland nicht ausweiten werde ?

Will Herrn Steinmeier die Reste die übrig geblieben sind aus der BERLINER MAUER in die UKRAINE an die Separatisten Spenden ?







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