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29.01.2015

11:45 Uhr

Ukraine-Konflikt

Kiew verspricht Soldaten „Abschussprämien“

Mit Prämien will die ukrainische Regierung ihre Soldaten im Kampf gegen die prorussischen Separatisten anspornen: 2400 Euro für einen zerstörten Panzer, am meisten Geld gibt's aber für ein abgeschossenes Kampfflugzeug.

Ukrainische Soldaten hatten beklagt, dass ihnen die Regierung Sold schulde. Jetzt sollen sie sogar Prämien zahlen. dpa

Bonus für den Abschuss

Ukrainische Soldaten hatten beklagt, dass ihnen die Regierung Sold schulde. Jetzt sollen sie sogar Prämien zahlen.

Kiew/DonezkIm Kampf gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine hat die prowestliche Regierung in Kiew „Abschussprämien“ für ihre Soldaten eingeführt. Einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss zufolge zahlt der Staat für ein vernichtetes Fahrzeug der Aufständischen umgerechnet 6000 Euro.

Zerstörte Panzer werden mit 2400 Euro belohnt. Für ein abgeschossenes Kampfflugzeug soll es 6000 Euro geben. Zusätzlich will die Regierung den Soldaten für jeden Tag im Kampfeinsatz 50 Euro zahlen. Armeeangehörige klagen jedoch oft darüber, dass der finanziell klamme Staat ihnen den Sold schuldet.

Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe

Petro-Poroschenko-Block

Die Parlamentswahl soll der krisengeschüttelten Ukraine an diesem Sonntag eine stabile Regierung bringen. Wegen der Gefechte im Osten werden aber vorerst nur 424 der 450 Sitze in der Obersten Rada in Kiew vergeben, es gilt die Fünfprozenthürde. Um 225 Sitze bewerben sich 29 Parteien mit mehr als 3000 Kandidaten, die restlichen 199 Mandate werden per Direktwahl bestimmt. Stimmberechtigt sind gut 36 Millionen Bürger. Die aussichtsreichsten Parteien im Überblick.

PETRO-POROSCHENKO-BLOCK: „Zeit für Einigkeit“ ist der Slogan der neu gebildeten Partei von Präsident und Namensgeber Petro Poroschenko. Sie liegt in Umfragen weit vorne. Spitzenkandidat ist der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko, der einen Wechsel vom Rathaus ins Parlament bisher kategorisch ausschließt. Vizeregierungschef Wladimir Groisman auf Listenplatz Vier gilt als Vertrauter von Poroschenko und wird als dessen Favorit für das Ministerpräsidentenamt gehandelt.

Oppositionsblock Silnaja Ukraina

Vertreter der bis zum Machtwechsel im Februar regierenden Partei der Regionen treten getrennt an. Ex-Vizeministerpräsident Juri Boiko muss mit dem Oppositionsblock um den Einzug bangen. Sicher im Parlament dürfte dagegen der ehemalige Sozialminister und Vizeregierungschef Sergej Tigipko mit seiner wiederbelebten Kraft Silnaja Ukraine (Starke Ukraine) sein.

 

Swoboda

Den Rechtsradikalen um Parteiführer Oleg Tjagnibok werden in Umfragen nur geringe Chancen für einen Wiedereinzug gegeben.

Vaterlandspartei

Die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat sich nach dem Weggang „altgedienter Kader“ verjüngt. Listenplatz Eins trat Timoschenko demonstrativ an die Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko ab, die in Russland wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzt. Kiew wirft Moskau politische Motive in dem Fall vor.

Radikale Partei

Frontmann ist der Abgeordnete Oleg Ljaschko. Sein Markenzeichen ist eine Heugabel, mit der er Kiew „ausmisten“ will.

Narodny Front

Ganz auf Regierungschef Arseni Jazenjuk zugeschnitten ist der Wahlkampf der neugegründeten Volksfront. Auf ihrer Liste stehen viele Kabinettsmitglieder, etwa Innenminister Arsen Awakow. Auch Parlamentspräsident Alexander Turtschinow und der frühere Sicherheitsratschef Andrej Parubij sowie Journalisten und Frontkämpfer stehen Jazenjuk zur Seite. Viele Spitzenkandidaten arbeiteten früher in der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko.


Im Bürgerkriegsgebiet berichteten die Konfliktparteien erneut von gegenseitigem Beschuss. Nach Darstellung der prorussischen Separatisten gab es Tote und Verletzte. Vor allem bei dem Verkehrsknotenpunkt Debalzewo nordöstlich der Großstadt Donezk gebe es heftige Gefechte, sagte Separatistenführer Eduard Bassurin der Agentur Interfax. Das Militär in Kiew warf den Aufständischen Dutzende Angriffe auf Soldaten vor.

Am Donnerstag beraten die EU-Außenminister über mögliche weitere Sanktionen gegen Russland. Die EU wirft Moskau vor, die Aufständischen zu unterstützen und sich nicht ausreichend für eine Waffenruhe in der Ostukraine einzusetzen.

Die Bundesregierung will nach Angaben von Vizekanzler Sigmar Gabriel die Strafmaßnahmen zunächst nicht verschärfen. "Die Bundesregierung ist nicht der Überzeugung, dass wir jetzt sehr schnell Sanktionen neu formulieren sollten", sagte Gabriel in einem ZDF-Interview. Es sei vielmehr geboten, die Lage auszuwerten und zu schauen, ob der Konflikt tatsächlich angeheizt worden sei.

Kommentare (18)

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Herr Christoph Weise

29.01.2015, 11:57 Uhr

Und das Geld für diesen Unsinn kommt aus Berlin und Brüssel. Oder vielleicht auch von Herrn Soros, der in den deutschen Medien um seine Investitionen in ukrainische Staatsanleihen kämpft. Widerlich!

Herr Phantomas anonym

29.01.2015, 12:00 Uhr

Ist das ein schlechter film, dieser möchtegern Präsident Poro. verteilt jetzt prämien zum Krieg führen und redet noch von frieden. auf der anderen seite haben die leute nicht mal geld um durch den winter zukommen, aber wem interesiert das schon klitschko und die sch...ß ami schoßhunde haben je auch genug auf den tellern .... eu sollte endlich mal den haufen an die kurze leine nehmen...... hoch lebe TISPRAS

Herr Hannes Niesslbeck

29.01.2015, 12:09 Uhr

6000 Euro für ein abgeschossenes Flugzeug? Das kann der Herr Präsident leicht versprechen, die Separatisten haben keine Flugzeuge, das wird also nicht so teuer werden.

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