Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2015

23:12 Uhr

Ukraine-Konflikt

Merkel drängt Putin zu Druck auf Separatisten

Der Osten der Ukraine kommt nicht zur Ruhe. Der Angriff auf die Stadt Mariupol ist laut Merkel ein Bruch der vereinbarten Waffenruhe. In einem Telefonat drängt sie Putin, Druck auf prorussische Separatisten auszuüben.

Ausgebrannte Autos in der Stadt Mariupol im Süden der Ukraine: Bei einem Raketenangriff sind dort mindestens 30 Menschen getötet und 95 weitere verletzt worden. AFP

Ausgebrannte Autos in der Stadt Mariupol im Süden der Ukraine: Bei einem Raketenangriff sind dort mindestens 30 Menschen getötet und 95 weitere verletzt worden.

Berlin/ParisBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin erneut dazu gedrängt, auf die prorussischen Separatisten in der Ostukraine einzuwirken. In einem Telefonat mit Putin habe Merkel diesen am Sonntag aufgefordert, "neue Eskalationen zu vermeiden und im Sinne einer Umsetzung von Minsk mit Nachdruck auf die Separatisten einzuwirken", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend mit. Als Unterzeichner der Abkommen von Minsk müssten diese sich an einen Tisch mit der Kontaktgruppe setzen und sich an diese Abkommen halten.

Krise in der Ukraine: Rebellen kündigen Offensive an

Krise in der Ukraine

Rebellen kündigen Offensive an

Die Rebellen in der Ostukraine wollen offenbar eine Großoffensive in der Region Donezk starten. Kiew wirft den „russischen Einheiten“ indes vor, für die Opfer der vergangenen Tage verantwortlich zu sein.

Dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sprach die Bundeskanzlerin ihr Beileid zu den jüngsten zivilen Opfern im Konflikt in der Ostukraine aus. Der Angriff auf die Stadt Mariupol sei "ein eindeutiger und durch nichts zu rechtfertigender Bruch der vereinbarten Waffenruhe", sagte die Kanzlerin demnach. Es müsse weiter alles darangesetzt werden, zu einer friedlichen Lösung zu kommen und die Minsker Vereinbarungen vom September umzusetzen.

Dazu gehöre als erster Schritt die Einhaltung der Waffenruhe und der Rückzug von schweren Geschützen auf der Grundlage der im September vereinbarten Kontaktlinie. Die trilaterale Kontaktgruppe aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) spiele bei der Umsetzung eine bedeutende Rolle.

Anschläge der Separatisten

Zwanzig Tote bei Raketenangriff auf Mariupol

Anschläge der Separatisten: Zwanzig Tote bei Raketenangriff auf Mariupol

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Auch der französische Präsident François Hollande telefonierte nach Angaben des Elysée-Palastes am Sonntag mit Poroschenko. Hollande habe nach dem Raketenangriff auf Mariupol in Gesprächen mit seinem ukrainischen Kollegen sowie mit EU-Ratspräsident Donald Tusk seine "große Besorgnis" ausgedrückt. Der Staatschef werde am Montagabend auch mit Putin und Merkel telefonieren.

Die prorussischen Separatisten hatten am Samstag eine Offensive zur Eroberung der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine verkündet. Bei einem Raketenangriff auf die Stadt waren zuvor mindestens 30 Menschen getötet und 95 weitere verletzt worden.

Die Rebellen bestritten eine Verantwortung für den Angriff. Laut der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden die Raketen jedoch aus Rebellengebiet abgefeuert. Auch die USA machten die Separatisten für den Angriff verantwortlich. US-Präsident Barack Obama kündigte an, den Druck auf Russland zu erhöhen. Am Donnerstag wollen die EU-Außenminister bei einer Sondersitzung über den Ukraine-Konflikt beraten.

Von

afp

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Lars Werner

26.01.2015, 08:03 Uhr

Die Umsturzbeauftragte der USA in Europa hat vor einer Woche jegliche Verhandlungen in Minsk abgelehnt, da sie zusammen mit der Junta feuchte Rückeroberungsträume hatte.

Herr Otto Pankrath

26.01.2015, 08:57 Uhr

ob Merkel letzten Sonntag nach der Großoffensive Kiews auf den Flughafen Donezk und Donezk auch mit Putin und Separatistenführern gesprochen hat und ihr Bedauern ausgedrückt hat?
Diese Einseitigkeit ist einfach zum Kotzen! Wir drängen auf die Einhaltung einer Waffenruhe, unterstützen aber gleichzeitig Kiew bei der Kriegsführung... das ist doch echt unglaublich.

Herr Vittorio Queri

26.01.2015, 09:42 Uhr

>> Merkel drängt Putin zu Druck auf Separatisten >>

Merkel ist für Putin mittlerweile eine lästige Stinkfliege, die man einfach vertreibt !

Mit einer, die einen Völkermord in der Ukraine mit der Floskel

" das sei angemessen , es geht um die ukrainische territoriale Integrität "

abtut, kann keiner ernsthaft reden.

Merkel ist im Ukraine - Konflikt ein NIEMAND !

Dieser Konflikt ist ausschließlich durch die Ukraine selbst oder internationale Friedenstruppen lösbar !

Alles andere, inkl. der verschiedenen "Verhandlungsformate" ist eine Verschleppung des Konfliktes und Blenden der Öffentlichkeit unter weiterem Zusammenbomben der Zivilisten in der Konfliktregion.

Das Experiment des Westens, einer Merkel eine Zuständigkeit in der Ukraine einzuräumen,

ist bereits durch Dilettantismus dieser Selbsternannten Führerin in Europa eklatant gescheitert !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×