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29.06.2014

20:17 Uhr

Ukraine-Konflikt

Staatschefs drängen auf diplomatische Lösung

400 Tote seit Beginn der Kämpfe: Viel Blut ist in der Ukraine-Krise bereits vergossen worden. Kanzlerin Merkel dringt auf eine OSZE-Mission zur Grenzkontrolle, Wladimir Putin will die Feuerpause verlängern lassen.

Separatisten greifen Posten an

Gefechte gefährden Waffenruhe

Separatisten greifen Posten an: Gefechte gefährden Waffenruhe

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Moskau/KiewDer russische Präsident Wladimir Putin dringt darauf, die Feuerpause in der Ostukraine zwischen Armee und Aufständischen nochmals zu verlängern. In einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko regte Putin am Sonntag an, diesmal eine längerfristige Waffenruhe auszurufen. In Kiew demonstrierten hingegen Tausende dafür, die Militäroffensive wieder aufzunehmen, um die prorussischen Separatisten mit Waffengewalt in die Knie zu zwingen. Die Aufständischen ließen die letzten verschleppten Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wieder frei, darunter auch eine Deutsche.

Die bereits einmal von Poroschenko verlängerte Waffenruhe läuft an diesem Montag (21.00 Uhr MESZ) aus. Sie war am Wochenende mehrfach gebrochen worden - wofür sich die Konfliktparteien gegenseitig verantwortlich machen. Die Separatisten der selbst ernannten „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ verlangen als Vorbedingung für einen Friedensdialog mit Kiew den Abzug aller Regierungstruppen aus der Ostukraine.

Auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz in Kiew, dem Maidan, demonstrierten Medien zufolge am Sonntag Tausende Menschen gemeinsam mit Angehörigen freiwilliger Kampfverbände dafür, die am 20. Juni ausgerufene Waffenruhe zu beenden und wieder ins Gefecht gegen die Ausständischen zu ziehen. Viele Ukrainer werfen Poroschenko vor, dass die Feuerpause keine greifbaren Erfolge gebracht hat.

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Bei einem für diesen Montag angesetzten neuen Krisentelefonat will Poroschenko mit Merkel, Putin und Hollande weitere Schritte besprechen. Am Sonntag berieten die Politiker auch über eine mögliche OSZE-Mission zur Kontrolle der ukrainisch-russischen Grenzübergänge, um den Nachschub von Waffen und Kämpfern in die Krisenregion zu stoppen.

In dem längeren Gespräch reagierten die vier Politiker laut Kreml erleichtert auf die Freilassung der letzten vier von insgesamt acht OSZE-Beobachtern. Sie waren Ende Mai in der Ostukraine verschleppt worden.

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