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22.02.2015

21:14 Uhr

Ukraine-Konflikt

Tote und Verletzte bei Maidan-Gedenkmarsch

Die Ukraine und die Separatisten haben haben sich auf den Abzug schwerer Waffen verständigt. Zuvor waren bereits Gefangene ausgetauscht worden. Ein mutmaßlicher Bombenanschlag überschattet die Maidan-Gedenken.

Tote bei Gedenkveranstaltung

Amateuraufnahmen zeigen Anschlag in Charkiw

Tote bei Gedenkveranstaltung: Amateuraufnahmen zeigen Anschlag in Charkiw

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Ein mutmaßlicher Bombenanschlag hat in Charkow im Nordosten der Ukraine einen Marsch zum Gedenken an den politischen Umsturz überschattet und zwei Menschen das Leben gekostet. Etwa zwölf Menschen wurden bei der Detonation am Sonntag verletzt, wie die Behörden mitteilten. Das ukrainische Innenministerium sprach von einem „Terrorakt“. Vier Verdächtige wurden im Zusammenhang mit der Explosion sowie Plänen für weitere Attacken festgenommen, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete.

In der umkämpften Ostukraine verständigten sich die prorussischen Rebellen und das ukrainische Militär unterdessen auf den Abzug der schweren Waffen, einem weiteren wichtigen Punkt des jüngsten Minsker Abkommens. Unklar blieb jedoch, wann dieser beginnen soll.

„Das Papier wurde in der Nacht unterzeichnet“, bestätigte Separatistensprecher Eduard Bassurin am Sonntag in Donezk. „Alle haben zugestimmt und bekräftigt, dass die zweiwöchige Frist ab dem 22. Februar laufen soll“. Wegen Vorarbeiten und eines Feiertags rechne er aber damit, dass der Abzug erst von Dienstag an „sichtbar“ werde. „Voraussetzung ist das Einhalten der Feuerpause“, sagte Bassurin. Armeesprecher Pjotr Kanonik bestätigte Medien zufolge die Einigung.

Der Abzug ist Teil eines Friedensabkommen, das die Konfliktparteien vergangene Woche in Minsk geschlossen hatten. Demnach sollte der auf zwei Wochen angelegte Schritt eigentlich bereits begonnen haben. Allerdings hatte auch ein Vorstoß der prorussischen Aufständischen auf die strategisch wichtige Stadt Debalzewo dies verhindert.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) werde den Abzug prüfen, sagte Bassurin. „OSZE-Beobachter wollen stichprobenartig bestimmte Bezirke besuchen“, meinte der Separatistensprecher. Die Aufständischen kündigten nach dem Austausch von insgesamt fast 200 Gefangenen am Samstag einen weiteren solchen Schritt beider Seiten an. „Es wird in naher Zukunft stattfinden, vielleicht schon nächste Woche“, sagte Separatistenführer Denis Puschilin. Einen Austausch „alle gegen alle“ schloss er nicht aus.

Der Zeitplan zum Frieden in der Ukraine

15. Februar

Von 00.00 Uhr (23.00 Uhr MEZ) an Waffenruhe.

Quelle: dpa

16. Februar

Abzug schwerer Waffen aus einer Sicherheitszone. Die OSZE soll dies überwachen. Start von Gesprächen über Wahlen in Donezk und Lugansk.

2. März

Der Abzug schwerer Waffen soll abgeschlossen sein.

7. März

Freilassung und Austausch von Geiseln und rechtswidrig Festgehaltenen soll abgeschlossen sein.

14. März

Spätestens bis dahin soll das ukrainische Parlament eine Resolution zur Autonomie in bestimmten Regionen von Donezk und Lugansk beschlossen haben.

Ende 2015

Eine neue Verfassung soll in Kraft treten. Die Kiewer Behörden sollen die Grenzkontrollen zwischen der Ukraine und Russland wieder vollständig übernehmen.

Vor zehn Tagen hatten Kiew und die Rebellen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk nach langen Verhandlungen ein Abkommen unterzeichnet, in dem neben einer Waffenruhe der Abzug der schweren Waffen, die Einrichtung einer Pufferzone und ein Gefangenenaustausch vereinbart wurden. Die Waffenruhe wird seither immer wieder gebrochen. Erst am Sonntag sind bei einer Explosion während eines Gedenkmarsches in der ostukrainischen Stadt Charkiw mindestens drei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden, teilten die Behörden mit.

Doch es gibt auch Fortschritte: Am Samstag tauschten beide Seiten an der Frontlinie etwa 190 Gefangene aus - 139 ukrainische Soldaten und 52 prorussische Separatisten. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht trotz des brüchigen Waffenstillstands in der Ukraine Zeichen der Entspannung.

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

23.02.2015, 09:04 Uhr

>> Tote und Verletzte bei Maidan-Gedenkmarsch >>

Und wie sieht die Bilanz von Maidan aus :

- Krim ist weg
- Donbass ist weg
- Wirtschaft ist ruiniert
- Ukraine ist bankrott
- An der Regierung ist eine korrupte Junta
- der Staat ist eine Diktatur
- die Bevölkerung ist verarmt
- die Durchschnittsgehälter betragen 200 $
- die Rente beträgt 30 $
- die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland sind gekappt
- Wirtschaftsbeziehungen zu EU gibt es quasi nicht
- die Ukraine hat ca. 5 Mio. Bürger durch Auswanderung und Flucht verloren
- die meisten Ukrainer sind nach Russland ausgewandert ( insbesondere Fach-
Kräfte )
- die Nachwuchskräfte sind durch den Krieg dezimiert und traumatisiert

Fazit : SOMALIA läßt grüssen, und das mitten in Europa !

Ruhm der Ukraine !

Den Helden Ruhm !

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