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28.07.2014

06:58 Uhr

Ukraine-Konflikt

US-Fotos sollen russische Angriffe auf Ukraine belegen

Die USA haben Satellitenaufnahmen von der ukrainischen Grenze vorgelegt. Sie sollen russische Raketenangriffe auf die Ukraine belegen. Angeblich deuten sie auf den Einsatz von Mehrfach-Raketenwerfern hin.

Aufnahmen veröffentlicht

US-Regierung erhebt Vorwürfe gegen Russland

Aufnahmen veröffentlicht: US-Regierung erhebt Vorwürfe gegen Russland

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Washington/DonezkDie US-Regierung hat am Sonntag angebliche Beweise dafür vorgelegt, dass russische Soldaten über die Grenze hinweg ukrainische Streitkräfte beschossen haben. Das Büro des Nationalen Geheimdienstdirektors veröffentlichte Satellitenaufnahmen, die zwischen dem 21. und 26. Juli entstanden seien. Den US-Angaben zufolge belegen die Fotos auch, dass prorussische Separatisten in der Ostukraine von Russland gelieferte schwere Artillerie gegen ukrainische Soldaten eingesetzt haben.

Die Aufnahmen zeigen demnach unter anderem Abschussspuren an einer Raketenstellung auf russischer Seite, die auf ukrainische Einheiten in der Ostukraine gerichtet sind. Weiträumige Einschläge nahe dieser Einheiten deuteten auf den Einsatz von Mehrfach-Raketenwerfern hin, heißt es weiter.

Das Raketensystem „Buk“

Was bedeutet der Name „Buk“?

„Todesfinger“ nennen Militärexperten die Raketen des russischen Flugabwehrsystems „Buk“ (deutsch: „Buche“), die von der Abschussrampe steil in die Luft abstehen. Das Kriegsgerät mit der Nato-Bezeichnung „Gadfly“ (Stechfliege) gilt als moderne Waffe mit hoher Reichweite und leistungsfähiger Elektronik.

Wer hat das System?

Neben Russland verfügen die Armeen vieler Ex-Sowjetrepubliken wie etwa die Ukraine über „Buk“-Batterien. Aber auch Waffenkunden und Verbündete Moskaus wie Syrien und Venezuela besitzen das System.

Wie weit kommen die Raketen?

Eine „Buk-M1“-Batterie besteht aus je einem Radar- und Kommandofahrzeug sowie vier Startfahrzeugen mit je vier Raketen. Binnen fünf Minuten kann das System in Kampfbereitschaft versetzt werden. Nach der Zielerfassung per Radar dauert es keine halbe Minute, bis die Rakete die Rampe verlässt. Der Gefechtskopf besitzt einen Zerstörungsradius von rund 20 Metern.

Wie lange braucht das System?

Eine „Buk-M1“-Batterie besteht aus je einem Radar- und Kommandofahrzeug sowie vier Startfahrzeugen mit je vier Raketen. Binnen fünf Minuten kann das System in Kampfbereitschaft versetzt werden. Nach der Zielerfassung per Radar dauert es keine halbe Minute, bis die Rakete die Rampe verlässt. Der Gefechtskopf besitzt einen Zerstörungsradius von rund 20 Metern.

Wie schwierig ist die Bedienung?

Im Kampf wird „Buk“ vor allem zur Abwehr von Jagdflugzeugen, Hubschraubern und Marschflugkörpern eingesetzt. Die Bedienung des Systems gilt als schwierig. Eine sechsmonatige intensive Ausbildung gilt als Minimum, um das Kriegsgerät zu beherrschen. Hersteller ist der Moskauer Rüstungskonzern Almas-Antej.

Unterdessen gibt es weiter Behinderungen beim Zugang zur Absturzstelle der malaysischen Passagiermaschine. Am Montag wollen die Niederlande und Australien erneut versuchen, für internationale Helfer einen Zugang zur Absturzstelle vom Flug MH17 in der Ostukraine zu erreichen. Dazu verhandeln Außenminister Frans Timmermans und seine australische Kollegin Julie Bishop mit der ukrainischen Regierung in Kiew.

Allerdings haben schon am Sonntag neue Kämpfe in der Region verhindert, dass Beobachter an die Stelle gelangen. Ein Abflauen der Gefechte ist nicht zu erwarten, zumal die ukrainische Armee auf dem Vormarsch gegen die prorussischen Separatisten zu sein scheint. Die Idee einer bewaffneten Schutztruppe für Helfer an der Absturzstelle setzt Den Haag vorerst nicht um.

Nach ursprünglichen Vorstellungen des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte hätten Spezialkräfte der niederländischen Armee und Polizei eingesetzt werden sollen, um Gerichtsmediziner und Ermittler zu schützen. Diese sollen weitere Opfer bergen und die Ursache des Absturzes der Boeing von Malaysia Airlines untersuchen. Beim mutmaßlichen Abschuss der Zivilmaschine waren am 17. Juli 298 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Niederländer.

Eigentlich hatten die Niederlande und Malaysia unter Vermittlung der OSZE eine Zusage der Separatisten erreicht, dass Ausländer unbewaffnet an der Absturzstelle arbeiten dürfen. Doch dann machten die Kämpfe die Vereinbarungen zunichte.

Kommentare (22)

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Herr Woifi Fischer

28.07.2014, 08:08 Uhr

Ukraine-Konflikt US-Fotos sollen russische Angriffe auf Ukraine belegen?

Wenn die USA das Wort beweise in den Mund nehmen, müssen alle Alarmglocken läuten, denn es ist ganz genau so als sie angebliche Beweise gegen den Irak vorlegten.
Die sogenannten Beweise der USA sind meistens nicht wahr.

Account gelöscht!

28.07.2014, 08:42 Uhr

Ein Urteil über die angeblichen Angriffe Russlands auf die Ukraine werde ich als jemand, der sich nicht selbst vor Ort ein Bild machen kann, mir erst dann machen, wenn ich auch die Stellungnahme der Gegenseite, also Russlands, zu diesen Vorwürfen gesehen habe.

Ein anderer Fall jedoch ist der Versuch der Regierung in Kiew, die nach eigenen Angaben bestrebt ist, die Absturzstelle mit Gewalt zurückzuerobern. Da sind Fragen erlaubt.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Aufständischen bisher schon den Vertretern internationaler Stellen, die den Absturz untersuchen sollen, nach Aussagen eben dieser internationalen Vertreter ungehinderten Zugang zur Absturzstelle gewähren.

Dass jetzt nachdem schon so viel Zeit verstrichen ist, internationale, unparteiische und unabhängige Forensiker mit ihrer Arbeit beginnen können, wird also ohne jeden Zweifel von den Machthabern in Kiew verhindert.

Da ist die Frage nach dem Warum erlaubt. Will Kiew eine unparteiische Untersuchung verhindern? Der Verdacht drängt sich zumindest auf.

Herr Guckstdu Ahmed

28.07.2014, 08:58 Uhr

Leider ist es so, dass man den USA gar nicht mehr glauben kann. Wenn die Amerikaner mit ihren Beweisen kommen, müssen viele sich schon das Lachen zurück halten.
Momentan ist Putin wesentlich glaubhafter und die Amis kurz vor der Pleite. Ein Krieg in Europa könnte für die richtige Ablenkung sorgen und die Zerstörungen schön weit weg von Amerika halten. So wie im zweiten Weltkrieg. Die Kriegspropaganda läuft auf Hochtouren. Sollte es wirklich zu einem Krieg kommen, werden wir die Propagandahelfer als erster an der Front verheizen!!!!

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