Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2015

06:44 Uhr

Ukraine-Krieg

Freiwillig an die Front

VonNina Jeglinski

Neun Millionen Freiwillige unterstützen das ukrainische Militär – ohne sie wäre das Land verloren. Vera ist eine von ihnen. Sie lernt, wie sie mit der Kalaschnikow schießt. Ein Besuch beim Fortbildungskurs in Kiew.

Doch ohne Freiwillige wäre das Militär verloren.

In der Ukraine herrscht Krieg

Doch ohne Freiwillige wäre das Militär verloren.

KiewVera geht an diesem sonnigen Samstagmorgen in die Schule Nummer 73 in Kiew, dort bietet die Hilfsorganisation „Ukrainische Frauen Garde“ jedes Wochenende Sanitäter-Kurse und Schulungen an Schusswaffen an. Die 25-Jährige arbeitet als Buchhalterin bei einem Autohändler, der die Produkte französischer Hersteller verkauft. „Ich möchte den Umgang mit Verwundeten lernen“, sagt Vera.

Sie lebt zwar in Kiew und dort sind die Kämpfe in der Ost-Ukraine für die meisten weit weg, aber sie denkt darüber nach, im Frühjahr ein paar Wochen an der Front einen Freiwilligen-Einsatz zu machen. Eine Freundin habe sie auf diese Idee gebracht, deren Bruder und Vater seien beide in der Ost-Ukraine und kämpften derzeit in Mariupol.

Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe

Petro-Poroschenko-Block

Die Parlamentswahl soll der krisengeschüttelten Ukraine an diesem Sonntag eine stabile Regierung bringen. Wegen der Gefechte im Osten werden aber vorerst nur 424 der 450 Sitze in der Obersten Rada in Kiew vergeben, es gilt die Fünfprozenthürde. Um 225 Sitze bewerben sich 29 Parteien mit mehr als 3000 Kandidaten, die restlichen 199 Mandate werden per Direktwahl bestimmt. Stimmberechtigt sind gut 36 Millionen Bürger. Die aussichtsreichsten Parteien im Überblick.

PETRO-POROSCHENKO-BLOCK: „Zeit für Einigkeit“ ist der Slogan der neu gebildeten Partei von Präsident und Namensgeber Petro Poroschenko. Sie liegt in Umfragen weit vorne. Spitzenkandidat ist der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko, der einen Wechsel vom Rathaus ins Parlament bisher kategorisch ausschließt. Vizeregierungschef Wladimir Groisman auf Listenplatz Vier gilt als Vertrauter von Poroschenko und wird als dessen Favorit für das Ministerpräsidentenamt gehandelt.

Oppositionsblock Silnaja Ukraina

Vertreter der bis zum Machtwechsel im Februar regierenden Partei der Regionen treten getrennt an. Ex-Vizeministerpräsident Juri Boiko muss mit dem Oppositionsblock um den Einzug bangen. Sicher im Parlament dürfte dagegen der ehemalige Sozialminister und Vizeregierungschef Sergej Tigipko mit seiner wiederbelebten Kraft Silnaja Ukraine (Starke Ukraine) sein.

 

Swoboda

Den Rechtsradikalen um Parteiführer Oleg Tjagnibok werden in Umfragen nur geringe Chancen für einen Wiedereinzug gegeben.

Vaterlandspartei

Die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat sich nach dem Weggang „altgedienter Kader“ verjüngt. Listenplatz Eins trat Timoschenko demonstrativ an die Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko ab, die in Russland wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzt. Kiew wirft Moskau politische Motive in dem Fall vor.

Radikale Partei

Frontmann ist der Abgeordnete Oleg Ljaschko. Sein Markenzeichen ist eine Heugabel, mit der er Kiew „ausmisten“ will.

Narodny Front

Ganz auf Regierungschef Arseni Jazenjuk zugeschnitten ist der Wahlkampf der neugegründeten Volksfront. Auf ihrer Liste stehen viele Kabinettsmitglieder, etwa Innenminister Arsen Awakow. Auch Parlamentspräsident Alexander Turtschinow und der frühere Sicherheitsratschef Andrej Parubij sowie Journalisten und Frontkämpfer stehen Jazenjuk zur Seite. Viele Spitzenkandidaten arbeiteten früher in der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko.


Der Kurs an dem Samstagmorgen ist gut besucht, etwa 50 Frauen im Alter zwischen 16 bis 50 Jahren haben sich eingefunden. Valentina ist die älteste, sie hat aus der Zeitung von diesem Angebot erfahren. „Jeder muss seinen Beitrag zur Verteidigung des Vaterlandes leisten, wir sind im Krieg und können nicht alles den Männern überlassen“, ist ihre Meinung.

An der Waffe wolle sie sich zwar nicht ausbilden lassen, aber sie will lernen, wie man Verbände anlegt und Verwundete behandelt. Valentina hat Angst, dass es in Kiew vielleicht bald zu Terroranschlägen kommen wird. „Wenn so etwas passiert und ich werde gebraucht, weiß ich, was zu tun ist“, sagt sie.

Kommentare (42)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Vittorio Queri

04.02.2015, 07:43 Uhr

>> Neun Millionen Freiwillige unterstützen das ukrainische Militär >>

Wenn das so wäre, hätte der Schurkenstaat Ukraine keine Probleme, 50.000 Soldaten zu mobilisieren.

Was für eine billige propagandistische Lüge, die hier verbreitet wird.

Unfassbar, auf welches Niveau die Lügenpresse sich herab läßt.

Meldungen, die einer seriösen Zeitung HICHT würdig sind.

Herr Peter Noack

04.02.2015, 08:11 Uhr

Freiwillige Ehrenamtler zwischen 16 und 50 Jahren organisieren die Truppenverpflegung der ukrainischen Armee an der Front in der Ostukraine. Stimmt das? Kaufen die Catering-Services die Lebensmittel bei der Metro im Großhandel und schaffen sie das Essen im Privatauto zu den Truppen? Man ruft den Service an und dann werden Pizza oder Borretsch warm geliefert, oder wie soll man sich das vorstellen? Das soll dann auch bei eingekesselten Truppen ankommen, was ja schon vorgekommen ist? Wird die Truppenversorgung mit Munition, Ersatzteilen, Treib- und Schmierstoffen genauso mit Freiwilligen organisiert sein?

Vor 12 Monaten hatte die Ukraine noch über 200.000 Bewaffnete in drei Armeekorps und Sicherheitsorganen, wie Geheimdienst, Polizei und Militärpolizei. Was ist aus denen geworden?

Wie viele Separatisten stehen den neun Millionen Freiwilligen gegenüber?

Frau Helga Trauen

04.02.2015, 08:18 Uhr

Der Volkssturm des faschistischen Regimes in Kiew wird exquisit im HB vorgestellt. Ganz prominent mit größter Headline. Wo bleiben die Bilder der Millionenstadt Donesk, die mit schwersten Kalibern von Kiew beschossen wird? Und da meinen die von den olivgrünen westlichen Faschisten unterstützen Nazis in Kiew, Donesk würde je wieder von Kiew regiert werden wollen? Da muss man schon sehr dumm sein...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×