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20.05.2015

11:40 Uhr

Ukraine-Krise

„Das ist ein echter Krieg mit Russland“

Die Waffenruhe ist brüchig, erneut lieferten sich Armee und Separatisten Gefechte. Da jüngst zwei russische Soldaten in der Ostukraine verhaftet wurden, spricht Präsident Poroschenko nun von einem Krieg mit Russland.

In Kampfmontur: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei einem Truppenbesuch. dpa

Petro Poroschenko

In Kampfmontur: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei einem Truppenbesuch.

KiewDer ukrainische Präsident Petro Poroschenko stimmt sein Volk auf schwere Zeiten ein. Von einer Waffenruhe in der Ostukraine ist keine Rede mehr, stattdessen sind die Kämpfe zwischen ukrainischen Soldaten und prorussischen Separatisten nach ukrainischen Angaben erneut aufgeflammt. Vier Soldaten laut offiziellen Angaben getötet.

„Dies ist kein Kampf mit russisch-unterstützten Separatisten, dies ist ein echter Krieg mit Russland“, sagte Poroschenko jetzt in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC. „Die Tatsache, dass wir reguläre russische Spezialkräfte gefangen genommen haben, ist ein starker Beweis dafür.“ Hintergrund dieser Aussage ist die Festnahme zweier russischer Soldaten in der Ostukraine am Wochenende.

Poroschenko sieht darin den Beweis, dass die russischen Beteuerungen, sich nicht mit regulären Truppen an den Kämpfen im Osten der Ukraine zu beteiligen, nicht stimmen. Die Regierung in Moskau hat bislang nur eingeräumt, russische „Freiwillige“ könnten auf Seiten der Rebellen kämpfen. Der Westen und die Regierung in Kiew werfen dagegen Russland vor, die Separatisten neben Waffen auch mit Soldaten zu unterstützen.

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Russland beteuert seit mehr als einem Jahr, es schicke keine Soldaten zur Unterstützung der Rebellen in die Ostukraine. Jetzt sollen zwei Russen in die Hände der Regierung gefallen sein. Der Waffenstillstand bröckelt.

Kiew hatte Medienvertretern am Dienstag die zwei Soldaten vorgeführt. Die Männer wurden nach Angaben der ukrainischen Regierung bei Kämpfen in der Separatistenhochburg Lugansk im Osten des Landes gefangen genommen. In einer aufgezeichneten Befragung gaben sie an, sie gehörten zu einer 200 Mann starken russischen Aufklärungseinheit, die vor fast zwei Monaten in das Kampfgebiet gekommen sei. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Gefangenen seien „ehemalige russische Soldaten“.

Seit Montag wurden bei Gefechten in der Ostukraine acht ukrainische Soldaten getötet. Kiew macht das Eindringen weiterer russischer Truppen in das Gebiet für das Aufflammen der Gewalt verantwortlich. „Ich glaube, sie bereiten eine Offensive vor“, sagte Poroschenko der BBC. „Wir sollten darauf vorbereitet sein und ihnen keine Chance zu einer Provokation geben.“

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Bei den Kämpfen in der Ostukraine wurden seit Beginn des Konflikts vor 13 Monaten nach Uno-Angaben 6250 Menschen getötet. Die Konfliktparteien hatten sich im Februar auf einen von Deutschland und Frankreich vermittelten Waffenstillstand geeinigt, der seitdem jedoch mehrfach gebrochen wurde.

Von

rtr

Kommentare (23)

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Herr reiner tiroch

20.05.2015, 11:31 Uhr

damit legt uns der Poroschenko mit dem echten Krieg ( haha ) den Grundstein für den 3. Weltkrieg, gell?

Herr C. Falk

20.05.2015, 11:47 Uhr

Ausländische Freiwillige kämpfen auf der Seite der ukrainischen Armee.
Ausländische Freiwillige, in diesem Fall Russen, kämpfen auf Seiten der Separatisten.

Das ist bekannt und überhaupt nicht neu.

Was soll also die Aufregung, Herr Poroschenko?

Herr Josef Schmidt

20.05.2015, 11:52 Uhr

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