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31.07.2014

00:02 Uhr

Ukraine-Krise

Experten warnen vor versehentlicher Militäreskalation

Der Konflikt in der Ostukraine gefährdet laut Experten die Sicherheit aller in Europa. Sicherheitspolitiker warnen vor einer versehentlichen Militäreskalation und mahnen alle Seiten zur Zurückhaltung an.

Brodelnder Konflikt: Die Ukraine-Krise kann laut Experten für die Sicherheit Europas gefährlich werden. AFP

Brodelnder Konflikt: Die Ukraine-Krise kann laut Experten für die Sicherheit Europas gefährlich werden.

LondonIn der Ukraine-Krise warnt ein Kreis erfahrener Sicherheitspolitiker vor einer unabsichtlichen militärischen Eskalation zwischen Russland und dem Westen. Kommunikation und gegenseitige Transparenz der Militärs müssten verbessert werden, um versehentliche Zusammenstöße zu vermeiden, erklärten die Experten vom European Leadership Network in London.

„Es gab schon mehrere Beinahe-Zusammenstöße, und es muss dringend etwas getan werden, um deren Wahrscheinlichkeit zu verringern und den Führungen mehr Entscheidungszeit zu geben vor dem Hintergrund, dass immer noch tausende Atomwaffen auf beiden Seiten in Alarmbereitschaft sind.“

Der Konflikt in der Ostukraine gefährde die Sicherheit aller in Europa. Alle Seiten sollten politisch und militärisch Zurückhaltung üben und auch ihre Alliierten dazu anhalten. Gefahr gehe auch von schlummernden Konflikten wie in Georgien, Transnistrien oder Berg-Karabach aus, warnten die Experten. „Eine Eskalation in einem dieser Konflikte, ausgelöst durch unabhängige Drittkräfte wie kürzlich beim Absturz von Flug MH17, kann die Krise zwischen Russland und dem Westen vertiefen, ohne dass eine Seite das will.“

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)

Ziele der OSZE

Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Frieden sind die Hauptziele der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Sie fördert die humanitäre, wirtschaftliche, ökologische und technische Zusammenarbeit und entsendet häufig Wahlbeobachter.

Die Teilnehmerstaaten

Zu den 57 Teilnehmerstaaten gehören alle Länder Europas, die USA, Kanada, die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und die Mongolei. Im laufenden Jahr hat Deutschland den OSZE-Vorsitz, davor war es Serbien.

Das wichtigste Exekutivgremium

Das wichtigste Exekutivgremium ist der Ständige Rat. Das Sekretariat in Wien hat rund 200 Mitarbeiter. In Missionen und Büros in 17 Ländern arbeiten 2880 weitere Menschen für die OSZE. Im Mai wurde für 2014 ein Jahresetat von gut 142 Millionen Euro beschlossen (2013: 145 Millionen).

Der Vorläufer der OSZE

Vorläufer der OSZE war die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). Die Unterzeichnung der KSZE- Schlussakte 1975 in Helsinki (Finnland) sorgte für eine allmähliche Entspannung im Ost-West-Konflikt. 1994 wurde die KSZE in OSZE umbenannt.

Zu den Unterzeichnern der Erklärung zählen der frühere Bundesverteidigungsminister Volker Rühe sowie ehemalige Außen- oder Verteidigungsminister aus Großbritannien, Frankreich, Polen und der Türkei. Für Russland unterschrieben Ex-Außenminister Igor Iwanow und der frühere Chef des Auslandsgeheimdienstes, Wjatscheslaw Trubnikow.

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dpa

Kommentare (5)

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Herr Torsten Hegewald

31.07.2014, 08:49 Uhr

Für solche Erkenntnisse muss man kein Experte sein. Die "Experten" in Kiew, der EU und USA tun alles um gerade diese Gefahr eines offenen Krieges in Europa auf das Äusserste zu provozieren. Alle Aktionen dieser Experten tragen zu nichts bei um die Situation in der Ukraine zu verbessern. Man lässt die Mörder in Kiew weiter Städte bombardieren, man hetzt weiter, verdreht Tatsachen und versucht Russland immer mehr in diesen Konflikt zu involvieren. Es ist ein Witz das nach zwei Wochen noch immer keine offiziellen Auswertungen der Flugschreiber zum Absturz MH17 vorliegen und Kiew und die USA ihre Satellitenbilder noch nicht frei gegeben haben. Jeden Tag sterben Menschen in der Ukraine und das ist nicht die Schuld Russlands.

Herr Peter Klose

31.07.2014, 09:08 Uhr

Leute die halbwegs bei Verstand sind haben diese Gefahr schon vor fünf Monaten erkannt, insbesondere auch wer da im Hintergrund die Fäden zieht.
Vom 10.3.2014, Dirk Müller "Mr.DAX", kein linker Verschwörungsspinner sondern anerkannter Wirtschaftsexperte, der unter anderem auch in Bundestagsausschüssen als Experte angehört wird.
http://www.youtube.com/watch?v=K_YWdaQhRU4

Herr Manfred Zimmer

31.07.2014, 09:58 Uhr

"Der Konflikt in der Ostukraine gefährdet laut Experten die Sicherheit aller in Europa. Sicherheitspolitiker warnen vor einer versehentlichen Militäreskalation und mahnen alle Seiten zur Zurückhaltung an."

Du sollst keinen Krieg führen, es sei denn der andere will sein Land nicht hergeben! So oder so ähnlich könnte es damals in den 10 Geboten gestanden haben.

Wie kommen die Russen überhaupt darauf, einen Teil der ehemaligen Sowietrepublik wider zurück haben zu wollen, wo sich der Sohn des amtierenden Vizepräsidenten der USA in ein ukrainisches Unternehmen einbringt und die Ukraine erst ausgenommen werden soll? ;-)

Georg W. Busch war aus Sicht vieler kein guter Präsident. Der jetzige wurde wohlweislich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet bevor er richtig im Amt war. Zu groß war scheinbar die Sorge, dass man ihm die Ehre zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr gewähren könnte.

Zugegeben, die USA war lange Zeit Freund. Aber das was sie derzeit in der Welt anrichten, lässt auch jeden seiner Freunde auf Distanz gehen. Dennoch müssen wir feststellen, dass uns die Grundlage für das antisoziale Verhalten der USA bisher noch nicht so richtig klar geworden ist. Wir erkennen die negativen Ausprägungen, haben aber noch nicht die schlüssige Erklärung dazu.

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