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16.08.2014

11:41 Uhr

Ukraine-Krise

Gebietsgewinn durch prorussische Separatisten

Prorussische Separatisten haben eine Versorgungslinie in der Ostukraine besetzt. Die Situation der Menschen vor Ort spitzt sich zu. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hofft auf ein Ende der Gewalt.

Hier attackiert die ukrainische Armee die Barrikaden von prorussischen Separatisten in Sloviansk. Zwischen den Gebieten Donezk und Lugansk haben prorussische Separatisten dagegen eine Versorgungslinie der Ostukraine unter ihre Kontrolle gebracht. dpa

Hier attackiert die ukrainische Armee die Barrikaden von prorussischen Separatisten in Sloviansk. Zwischen den Gebieten Donezk und Lugansk haben prorussische Separatisten dagegen eine Versorgungslinie der Ostukraine unter ihre Kontrolle gebracht.

Kiew/BerlinIm Kampf mit dem ukrainischen Militär haben prorussische Separatisten nach eigenen Angaben eine Versorgungslinie zwischen den belagerten Gebieten Donezk und Lugansk unter ihre Kontrolle gebracht. Als nächstes solle die Armee-Blockade der Großstadt Lugansk durchbrochen werden, sagte Separatistenführer Andrej Sachartschenko nach einem Bericht der Agentur Interfax. Bewohner der Stadt Donezk berichteten am Samstag von heftigem Beschuss mehrerer Viertel. Der Sicherheitsrat in Kiew teilte mit, die „Anti-Terror-Operation“ in der Ostukraine werde noch einige Zeit dauern. Die Einnahme der von Aufständischen gehaltenen Orte sei nicht in zwei Tagen zu machen. Die Regierungstruppen zogen derweil ihren Belagerungsring um die Stadt Gorlowka nordöstlich von Donezk immer enger, wie ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums sagte.

Die Situation der Menschen in Donezk und Lugansk wurde nach Angaben der örtlichen Behörden immer dramatischer. Die mehr als 200 000 Einwohner von Lugansk sind seit zwei Wochen ohne Strom und Wasser. In Donezk seien mehr als 40 000 Einwohner ohne Strom, teilte der Stadtrat mit.

Die Ukraine und Russland haben Hilfskonvois ins Krisengebiet entsandt. Nach einem tagelangen Streit um die russische Lieferung hatten Russland und die Ukraine nach Angaben aus Kiew eine Einigung erzielt. Die Kontrolle der Waren durch ukrainische Grenzbeamte sollte nach einer Mitteilung der Präsidialverwaltung noch im Laufe des Samstags beginnen. Die ukrainischen Lastwagen sammelten sich in Starobelsk nördlich des Krisengebiets.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hofft auf ein Ende der Gewalt in der Ukraine nach dem an diesem Sonntag geplanten Außenministertreffen in Berlin. „Ich habe für Sonntagabend erneut die Außenminister Russlands, der Ukraine und Frankreichs nach Berlin eingeladen, um über Wege aus der Krise zu beraten“, sagte der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Ich hoffe, dass es endlich gelingt, ein Ende der gewaltsamen Auseinandersetzungen hinzubekommen und den von der Gewalt betroffenen Menschen in der Ostukraine dringend notwendige Hilfe zukommen zu lassen.“

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitagabend Angaben aus Kiew bestätigt, wonach sich der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow mit Laurent Fabius aus Frankreich und Steinmeier am Sonntag in Berlin treffen werden. Zuvor hatten Klimkin und Lawrow in einem Telefonat eine stärkere internationale Beteiligung bei der Lösung der humanitären Notlage in der Ostukraine gefordert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefongespräch auf, zur Deeskalation des Konflikts beizutragen.

Von

dpa

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