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23.06.2014

13:01 Uhr

Ukraine-Krise

Poroschenko spricht mit Merkel über Feuerpause

Die Waffenruhe in der Ukraine ist weiter brüchig. Mit Telefondiplomatie bemühen sich Berlin und Moskau um eine Lösung des Konflikts. Außenminister Steinmeier kündigt eine Reise nach Kiew an.

Polizeitruppen in Kiew. Erstmals erhebt die ukrainische Führung den Vorwurf, dass die seit Freitagabend geltende einwöchige Waffenruhe nicht eingehalten werde. AFP

Polizeitruppen in Kiew. Erstmals erhebt die ukrainische Führung den Vorwurf, dass die seit Freitagabend geltende einwöchige Waffenruhe nicht eingehalten werde.

Kiew/MoskauDer ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über einen mehrfachen Bruch der von ihm angeordneten Waffenruhe im Osten des Landes informiert. Innerhalb von 24 Stunden hätten militante prorussische Kräfte in den Gebieten Donezk und Lugansk mehr als 20 Mal die Feuerpause gebrochen. Das sagte Poroschenko laut einer am Montag in Kiew veröffentlichten Mitteilung zufolge bei einem Telefonat mit Merkel.

Es ist der erste öffentliche Vorwurf Kiews, dass die seit Freitagabend geltende einwöchige Waffenruhe nicht eingehalten werde. Merkel und Poroschenko hatten demnach am Sonntag telefoniert. Die Bundesregierung hatte zuvor die russische Führung aufgefordert, ihren Einfluss auf die Separatisten in der Ostukraine zu nutzen und Poroschenkos Friedensplan zu unterstützen.

Die deutsche Abhängigkeit von russischem Gas und Öl

Gas

Deutschland kann aus eigenen Quellen gut zehn Prozent seines Bedarfs decken. Der Rest wird überwiegend aus Norwegen (gut ein Viertel) und den Niederlanden (knapp ein Fünftel) geliefert. In unterirdischen Speichern wird im Regelfall der Bedarf für mindestens zwei Monate vorgehalten. Russland ist somit größter Lieferant beider Brennstoffe für Deutschland. Beim Gas bezieht auch die EU insgesamt rund ein Viertel ihres Verbrauchs aus Russland.

Gastransport

Die Hälfte des russischen Gases nimmt den Weg über die Ukraine. Da beide Länder schon häufig über Preise, Transitgebühren und Lieferungen stritten und zeitweise die Versorgung unterbrochen war, wurden in Europa Alternativen gesucht. So wurde die Pipeline Nord Stream, die von Russland über den Ostseegrund direkt nach Deutschland führt, gebaut. Sie ist nicht ausgelastet und könnte weiteres Gas aufnehmen, sollte über die Ukraine nicht mehr geliefert werden. Daneben strömt ein großer Teil des Brennstoffes auch über die Jamal-Pipeline über Weißrussland und Polen nach Deutschland.

Ein weiterer Weg wäre der Import von flüssigem Erdgas etwa aus dem Nahen Osten über Tanker nach Deutschland. In der Bundesrepublik gibt es aber kein Terminal zum Entladen. Auch eine Einfuhr etwa über Rotterdam spielt kaum eine Rolle.

Gaseinsatz und -preis

Gas wird in Deutschland zum Heizen, für die Industrie und die Stromherstellung gebraucht. Letztere hat im Zuge der Energiewende an Bedeutung verloren, da die Kraftwerke durch Ökostrom-Anlagen verdrängt werden.

Daran ändert auch der Druck auf die Gaspreise weltweit nichts. Zwar steigt der Energiehunger in China und Indien. Auf der anderen Seite aber hat der Boom der Schiefergas-Gewinnung, dem sogenannten Fracking, die USA von Importen unabhängig gemacht. Das Land will nun sogar Gas ausführen. Auch die Ukraine wollte das Potenzial von Schiefergas nutzen und sich unabhängiger von Russland machen. Das erste Projekt zur Schiefergasförderung wurde Anfang 2013 zwischen der ukrainischen Regierung, dem Konzern Royal Dutch Shell und dem ukrainischen Partner Nadra geschlossen. Es geht um eine Fläche von der Größe des Saarlands. Der russische Gasmonopolist Gazprom hatte sich angesichts der Fracking-Konkurrenz zuletzt verstärkt bemüht, den Absatz nach Westeuropa zu sichern.

Öl

Russland ist auch Deutschlands größter Öllieferant. An Position zwei und drei liegen Großbritannien und Norwegen mit jeweils um die zehn Prozent. Auch Libyen, Nigeria und Kasachstan spielen ein Rolle. Gespeichert wird in Deutschland Öl für den Bedarf von mindestens 90 Tagen.

Transport

Der größte Teil des russischen Öls kommt über die Pipeline Druschba (Freundschaft) über Weißrussland und Polen ins brandenburgische Schwedt. Ein zweite Leitung führt über das Gebiet der Ukraine.

Öleinsatz und -preis

Öl wird als Treibstoff, für die Chemie, aber auch in vielen anderen Grundstoff-Industrien benötigt. Auch als Heizöl wird es in Deutschland oft eingesetzt. Der Preis ist nach jahrelangem Anstieg auf dem Weltmarkt etwas zurückgegangen. Die EU und Deutschland versuchen sich über den Einsatz von Biokraftstoffen und Elektroautos langfristig unabhängiger von Erdöl zu machen. Die Abhängigkeit bleibt aber für die kommenden Jahrzehnte hoch.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kündigte für diesen Dienstag ein Treffen mit Poroschenko in Kiew an. „Das ist ganz ohne Zweifel eine entscheidende Woche für die Ukraine“, sagte er zum Auftakt des EU-Außenministertreffens in Luxemburg. „Der Friedensplan von Präsident Poroschenko und die angekündigte Waffenruhe sind nicht nur ein mutiger, sondern auch ein entscheidender Schritt.“

Er hoffe, dass Russland sich zur Kooperation bereit zeigen und die Einreise russischer Kämpfer und Waffenlieferungen an Separatisten in die Ostukraine unterbinden werde. Bisher gebe es aus Russland unterschiedliche Signale zum Friedensplan, sagte Steinmeier.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

23.06.2014, 13:51 Uhr

Zitat : Außenminister Steinmeier kündigt eine Reise nach Kiew an.

- und was will der Schaumschläger in Kiew ?

AUF DEM MAIDAN SPAZIEREN GEHEN UND DÄMLICHE PAROLEN UND FLOSKELN ab sabbeln ?

Zu Hause bleiben, Steinzeitmeier, und Steuergelder sparen !

.

Account gelöscht!

23.06.2014, 13:53 Uhr

Zitat : Poroschenko spricht mit Merkel über Feuerpause

- er soll nicht darüber sprechen, der Oligarchenjud Walzmann, sondern soll die Feuerpause auch einhalten !

Account gelöscht!

23.06.2014, 13:56 Uhr

Jetzt bin ich verwirrt: führen wir Krieg mit der Ukraine? Oder mit Rußland? - warum also spricht der Oligarch Poroschenko mit Merkel???? über eine Feuerpause. Ab wann wird da zurückgeschossen?

Was soll diese Farce mit einer Waffenruhe, an die sich vor Ort sowieso niemand halten will, schon gar nicht die Putschregierung in Kiew, die hier nur Schuldzuweisungs-Punkte für den brutalen und blutigen Krieg gegen ihr eigenes Volk sammeln will.

Oder in anderen Worten: was mauschelt die deutsche US-Vasallenregierung hier schon wieder in der Ukraine herum?
Haben unsere Politmarionetten da in Zusammenarbeit mit der Nuland-Bande in Kiew nicht schon genug Unheil angerichtet?

Noch einmal zur Erinnerung, bevor die Bananenrepublik-Regierung sich in Europa als lokaler Hilfspolizist der USA weiterhin unbeliebt macht und entgegen den deutschen Interessen das Verhältnis zu Rußland irreperabel beschädigt:

Artikel 26 Grundgesetz
(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

Der Amteid lautet Schaden vom deutschen Volk abzuwehren und seinen Nutzen zu mehren - nicht umgekehrt!

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