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13.03.2014

11:33 Uhr

Ukraine-Krise

Russland baut Drohkulisse an ukrainischer Grenze auf

Während Russland zögernd seine Militärpräsenz auf der Krim einräumt, baut es an den Landesgrenzen zur Ukraine ganz unverhohlen Drohkulissen auf. Soldaten würden dort auf einen Einsatz in „unbekanntem Gebiet“ vorbereitet.

Die Qualität ist schlecht, doch die Aufnahmen zeigen, wie sich russische Militärfahrzeuge bei der Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze in Position bringen. Reuters

Die Qualität ist schlecht, doch die Aufnahmen zeigen, wie sich russische Militärfahrzeuge bei der Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze in Position bringen.

MoskauKurz vor dem umstrittenen Referendum auf der ukrainischen Halbinsel Krim verstärkt Russland nach eigenen Angaben die Militärübungen an der Grenze zur Ukraine. Panzer-, Artillerie- und Infanterieeinheiten in den an die Ukraine angrenzenden Regionen Rostow, Belgorod und Kursk verstärkten ihre Geländeübungen, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Donnerstag. Ziel sei eine „Überprüfung des Zusammenhalts der Truppen“ sowie eine Simulation „von Einsätzen in unbekanntem Gebiet und auf noch nicht getesteten Schießplätzen“.

Die Übungen sollten bis Ende März andauern, erklärte das Ministerium, es machte aber keine Angaben zur Zahl der beteiligten Soldaten. Derweil starteten 4000 Fallschirmjäger in der Region Rostow ein groß angelegtes Manöver, wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete. Das russische Staatsfernsehen zeigte hunderte landende Fallschirmjäger.

Ein ranghoher russischer Parlamentarier hatte zuvor indirekt die Präsenz russischer Streitkräfte auf der Krim eingeräumt. Es gebe dort „einige Militäreinheiten, die Positionen für den Fall einer bewaffneten Aggression durch Kiew besetzen“, sagte Leonid Sluzki am Mittwochabend dem Radiosender Moskauer Echo. Das Wort „russisch“ benutzte er nicht, er antwortete aber auf die Frage einer Journalistin, ob Russlands Streitkräfte vor Ort seien.

Die deutsche Abhängigkeit von russischem Gas und Öl

Gas

Deutschland kann aus eigenen Quellen gut zehn Prozent seines Bedarfs decken. Der Rest wird überwiegend aus Norwegen (gut ein Viertel) und den Niederlanden (knapp ein Fünftel) geliefert. In unterirdischen Speichern wird im Regelfall der Bedarf für mindestens zwei Monate vorgehalten. Russland ist somit größter Lieferant beider Brennstoffe für Deutschland. Beim Gas bezieht auch die EU insgesamt rund ein Viertel ihres Verbrauchs aus Russland.

Gastransport

Die Hälfte des russischen Gases nimmt den Weg über die Ukraine. Da beide Länder schon häufig über Preise, Transitgebühren und Lieferungen stritten und zeitweise die Versorgung unterbrochen war, wurden in Europa Alternativen gesucht. So wurde die Pipeline Nord Stream, die von Russland über den Ostseegrund direkt nach Deutschland führt, gebaut. Sie ist nicht ausgelastet und könnte weiteres Gas aufnehmen, sollte über die Ukraine nicht mehr geliefert werden. Daneben strömt ein großer Teil des Brennstoffes auch über die Jamal-Pipeline über Weißrussland und Polen nach Deutschland.

Ein weiterer Weg wäre der Import von flüssigem Erdgas etwa aus dem Nahen Osten über Tanker nach Deutschland. In der Bundesrepublik gibt es aber kein Terminal zum Entladen. Auch eine Einfuhr etwa über Rotterdam spielt kaum eine Rolle.

Gaseinsatz und -preis

Gas wird in Deutschland zum Heizen, für die Industrie und die Stromherstellung gebraucht. Letztere hat im Zuge der Energiewende an Bedeutung verloren, da die Kraftwerke durch Ökostrom-Anlagen verdrängt werden.

Daran ändert auch der Druck auf die Gaspreise weltweit nichts. Zwar steigt der Energiehunger in China und Indien. Auf der anderen Seite aber hat der Boom der Schiefergas-Gewinnung, dem sogenannten Fracking, die USA von Importen unabhängig gemacht. Das Land will nun sogar Gas ausführen. Auch die Ukraine wollte das Potenzial von Schiefergas nutzen und sich unabhängiger von Russland machen. Das erste Projekt zur Schiefergasförderung wurde Anfang 2013 zwischen der ukrainischen Regierung, dem Konzern Royal Dutch Shell und dem ukrainischen Partner Nadra geschlossen. Es geht um eine Fläche von der Größe des Saarlands. Der russische Gasmonopolist Gazprom hatte sich angesichts der Fracking-Konkurrenz zuletzt verstärkt bemüht, den Absatz nach Westeuropa zu sichern.

Öl

Russland ist auch Deutschlands größter Öllieferant. An Position zwei und drei liegen Großbritannien und Norwegen mit jeweils um die zehn Prozent. Auch Libyen, Nigeria und Kasachstan spielen ein Rolle. Gespeichert wird in Deutschland Öl für den Bedarf von mindestens 90 Tagen.

Transport

Der größte Teil des russischen Öls kommt über die Pipeline Druschba (Freundschaft) über Weißrussland und Polen ins brandenburgische Schwedt. Ein zweite Leitung führt über das Gebiet der Ukraine.

Öleinsatz und -preis

Öl wird als Treibstoff, für die Chemie, aber auch in vielen anderen Grundstoff-Industrien benötigt. Auch als Heizöl wird es in Deutschland oft eingesetzt. Der Preis ist nach jahrelangem Anstieg auf dem Weltmarkt etwas zurückgegangen. Die EU und Deutschland versuchen sich über den Einsatz von Biokraftstoffen und Elektroautos langfristig unabhängiger von Erdöl zu machen. Die Abhängigkeit bleibt aber für die kommenden Jahrzehnte hoch.

Es handle sich nicht um einen „groß angelegten Militäreinsatz“, fuhr der Duma-Abgeordnete fort. Würde es angesichts des anstehenden Referendums zum Status der Krim zu einem von Kiew verursachten „Blutvergießen“ kommen, würden die Soldaten aber möglicherweise aktiv werden. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor stets dementiert, dass es sich bei den uniformierten Einheiten auf der Krim um russische Soldaten handle und stattdessen von „örtlichen Selbstverteidigungskräften“ gesprochen.

Die mehrheitlich russischsprachige Halbinsel Krim steht seit Tagen faktisch unter der Kontrolle Moskaus. Die dortige Bevölkerung soll am Sonntag über einen Beitritt zu Russland entscheiden. Der Westen hält das Referendum für illegal.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.03.2014, 19:17 Uhr

Wir werden belogen, was das Zeug hält.
Wem soll man noch glauben?
Wie kann es sein, dass sich unsere Medien allesamt an einen Kodex halten, der die Rechte in der Ukraine massiv unterstützt und unsere Pressefreiheit untergräbt?

Dieses Video ist ein MUSS !!
Knapp 13 Minuten, die sich lohnen !!

Sendet es an alle Foren, an alle Online-Zeitungen, an alle Freunde und Bekannte !!

https://www.youtube.com/watch?v=xu7nfvRoO6E&app=desktop

Account gelöscht!

14.03.2014, 08:03 Uhr

Die Okkupation der Ukraine
---------
Zar Wladimir Wladimirowitsch Putin hat die Besetzung der Ukraine befohlen.
Und den deutschen Politikern geht der "Allerwertest" auf Grundeis. Es könnte doch sein, wenn Deutschland zu laut protestiert, das Zar Wladimir Wladimirowitsch Putin den Gashahn zudreht. Deutschland hat sich doch - dank Gaz-Gerd - selbst von Putin abhängig gemacht. Die Nabucco-Pipeline wurde nicht gebaut. Für Flüssiggas fehlen die
Terminals. Fracking ist Igitt. Und die "erneuerbaren" liefern nur Zufallsstrom. Den verschenken wir entweder ans Ausland oder "verkaufen" ihn zu negativen Preisen.

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