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27.02.2015

08:13 Uhr

Ukraine-Krise

Russland bestätigt Teilnahme an Gas-Gesprächen

Russland hat die Einladung der EU-Kommission zu neuen Verhandlungen im Gasstreit mit der Ukraine angenommen. Energieminister Alexander Nowak will nach Brüssel reisen, um dort auch über das „Winterpaket“ zu sprechen.

Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte, dass es bei dem Treffen auch um die Probleme bei der Gasversorgung der von prorussischen Separatisten kontrollierten ostukrainischen Gebiete gehen werde. picture alliance / AP Photo

Zu Gesprächen bereit

Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte, dass es bei dem Treffen auch um die Probleme bei der Gasversorgung der von prorussischen Separatisten kontrollierten ostukrainischen Gebiete gehen werde.

MoskauDer russische Energieminister Alexander Nowak hat eine Einladung der EU-Kommission zu neuen Verhandlungen im Gasstreit mit der Ukraine an diesem Montag angenommen. Er werde nach Brüssel reisen, um über die Umsetzung des Ende Oktober zwischen Russland und der Ukraine vereinbarten „Winterpakets“ zu sprechen, sagte Nowak am Freitag bei einer Konferenz in Krasnojarsk.

Russland verlangt von der Ukraine eine Vorauszahlung für Lieferungen im März. Das bislang bezahlte Gas reiche nur noch bis zum Wochenende, hatte der Energiemonopolist Gazprom gewarnt. Die EU vermittelt im Gaskonflikt zwischen den beiden Ländern.

Bei den Gesprächen in Brüssel solle es auch um die Probleme bei der Gasversorgung der von prorussischen Separatisten kontrollierten ostukrainischen Gebiete gehen, sagte Nowak. Derzeit ist die Belieferung des Donbass mit Gas nicht gesichert.

Die internationale Gasleitung South Stream

Länge

Die Erdgasleitung South Stream bildet eine Gesamtlänge von 2380 Kilometern.

Unter Wasser

Das Herzstück ist ein 925 Kilometer langer Abschnitt im Schwarzen Meer durch russische, türkische und bulgarische Hoheitsgewässer.

Über Land

Vom bulgarischen Anlandepunkt in der Hafenstadt Warna sollte eine 1455 Kilometer lange Landleitung durch Serbien, Ungarn und Slowenien bis nach Norditalien führen.

Vom schwarzen Meer bis Italien

South Stream soll nach den bisherigen Plänen die russische Stadt Anapa am Schwarzen Meer mit dem italienischen Grenzort Tarvisio verbinden. Sie würde es ermöglichen, russisches Gas am Krisenland Ukraine vorbei nach Europa zu transportieren.

Haushalte

Bisherige russische Pläne gingen davon aus, dass durch die Leitung von 2019 an bis zu 38 Millionen Haushalte versorgt werden könnten.

Kosten

Die Kosten für das Vorhaben werden auf 16 Milliarden Euro geschätzt.

Gazprom und Eni

An der Firma South Stream Transport, die ihren Sitz in den Niederlanden hat, sind der russische Gasmonopolist Gazprom mit 50 Prozent und der teilstaatliche italienische Energieversorger Eni mit 20 Prozent beteiligt.

Wintershall und EDF

Die BASF-Tochter Wintershall und der mehrheitlich staatliche französische Energiekonzern EDF halten je 15 Prozent.

Moskau wirft der Führung in Kiew vor, die Region absichtlich zu blockieren und die humanitäre Lage im Krisengebiet zu verschärfen. Die Ukraine spricht von Problemen wegen Kriegsschäden an Leitungen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

27.02.2015, 09:17 Uhr

>> Moskau wirft der Führung in Kiew vor, die Region absichtlich zu blockieren und die humanitäre Lage im Krisengebiet zu verschärfen. >>

Moskau sollte den Gashahn Richtung Ukraine zudrehen. Auch als Gegensanktion gegen die dekadente EU. So für ein halbes Jahr.

Dann wollen wir mal die Energieversorger-Strategen hier aufjaulen hören.

Mit ihrem Unabhängigkeitsgejaule von der Gasversorgung aus Russland.

Auf dem Mond gibt es nämlich kein Gas. Und die Amis exportieren laut ihrer Gesetzgebung keines.

Bezug aus der IS-Region wäre noch möglich.

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