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28.06.2014

20:42 Uhr

Ukraine-Krise

Separatisten lassen gefangene OSZE-Beobachter frei

Bis Montag sollen die prorussischen Kräfte ihre Waffen niederlegen. Die Konfliktparteien rüsten sich zwar für ein Ende der Feuerpause, Die Separatisten setzen aber ein Zeichen: Die letzten OSZE-Beobachter sind frei.

Ukrainische wie prorussische Nationalisten heizen die Krisenstimmung in dem Land an. dpa

Ukrainische wie prorussische Nationalisten heizen die Krisenstimmung in dem Land an.

Baku/Donezk/Kiew/Moskau/KielNach rund einem Monat Gefangenschaft haben die prorussischen Kämpfer im Osten der Ukraine das zweite OSZE-Beobachterteam freigelassen. Wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Samstag mitteilte, kamen die vier Mitarbeiter eines Teams in Donezk nach 32 Tagen Geiselhaft wieder frei. In der Nacht zu Freitag hatten prorussische Separatisten bereits vier andere OSZE-Beobachter auf freien Fuß gesetzt. Diese seien in der Nacht zum Freitag in einem Hotel in Donezk angekommen, sagte der „Regierungschef“ der von den Separatisten ausgerufenen „Republik Donezk“, Alexander Borodai.

Die OSZE hat die Verlängerung der Waffenruhe für die Ostukraine begrüßt und zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sei weiterhin bereit, in der Ukraine alles für eine friedliche Lösung des Konflikts zu tun, sagte der Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter am Samstag in Baku als OSZE-Vorsitzender.

Die Organisation ist aktuell noch mit 25 Beobachtern in der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik vertreten. Die OSZE halte in der Ostukraine auch Kontakt zu den prorussischen Separatisten, um sich ein vollständiges Bild von der Lage zu machen, sagte Burkhalter.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

In der aserbaidschanischen Hauptstadt rief der russische Parlamentschef Sergej Naryschkin zur Unterstützung der Friedensinitiative des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko auf, wie die Agentur Interfax meldete. In Baku tagte die Parlamentarische Versammlung der OSZE.

Ungeachtet einer bis Montag verlängerten Feuerpause gab es neue Berichte über Gewalt in den Gebieten Donezk und Lugansk. Die Konfliktseiten warfen sich gegenseitig den Bruch der Waffenruhe vor. Regierungstruppen meldeten den Tod eines Soldaten bei Gefechten nahe der Stadt Slawjansk. In der Region Lugansk gab es nach Darstellung von Separatisten Tote und Verletzte, als Regierungstruppen den Ort Krasnopartisansk angegriffen hätten.

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