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02.02.2017

11:18 Uhr

Ukraine-Krise

Soldaten bei Gefechten in Ostukraine getötet

In der Ostukraine sind bei Gefechten gegen prorussische Separatisten zwei ukrainische Soldaten getötet und 14 weitere verletzt worden. EU-Ratspräsident Donald Tusk warf Russland vor, die Kämpfe in der Ukraine anzuheizen.

Mehrere Tage herrschte in der Industriestadt Awdijiwka in der Ostukraine der Ausnahmezustand. dpa

Ukraine Konflikt

Mehrere Tage herrschte in der Industriestadt Awdijiwka in der Ostukraine der Ausnahmezustand.

Awdijiwka/BrüsselIm Kriegsgebiet Donbass sind bei Gefechten gegen prorussische Separatisten zwei ukrainische Soldaten getötet und 14 weitere verletzt worden. Die Armeeführung in Kiew warf den von Moskau unterstützen Aufständischen am Donnerstag Angriffe mit Raketenwerfern und Artillerie vor. Den Separatisten zufolge wurden bei Attacken der Armee fünf Zivilisten verletzt. Auch bei der südlichen Hafenstadt Mariupol kam es zu Gefechten.

Die Behörden von Awdijiwka nördlich der Separatistenhochburg Donezk teilten mit, die Heizung in der umkämpften Stadt sei in Teilen wieder hergestellt. In den Wohnungen sei es bis zu 17 Grad warm. In der Industriestadt waren durch Beschuss großflächig Wasser-, Heizungs- und Stromversorgung ausgefallen – bei Außentemperaturen weit unter Null Grad. Der Donezker Gouverneur Pawel Schebrowski sagte, um die Stromleitungen zu reparieren, müssten zunächst die Waffen schweigen.

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Der Sondergesandte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Martin Sajdik, rief die Konfliktparteien auf, die Waffenruhe einzuhalten. Schweres Kriegsgerät solle bis zum Wochenende von der Front zurückgezogen werden, sagte er nach einer Sitzung der Kontaktgruppe am Mittwochabend. Das Gremium mit Vertretern der OSZE, Russlands und der Ukraine vermittelt in dem Konflikt.

EU-Ratspräsident Donald Tusk warf derweil Russland das Anheizen der Kämpfe in der Ukraine vor. „Wir werden wieder an die ständige Herausforderung erinnert, die die russische Aggression in der Ost-Ukraine darstellt“, sagte Tusk am Donnerstag in Brüssel mit Blick auf in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und russischen Separatisten. Russland müsse seinen Einfluss auf die Rebellen nutzen. „Die Kämpfe müssen sofort aufhören. Die Feuerpause muss respektiert werden.“

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In den vergangenen Tagen wurde die ukrainische Industriestadt Awdijiwka zum Zentrum schwerer Gefechte. Die Bundesregierung ruft nun dazu auf, die Kämpfe zur Wahrung des Waffenstillstands unverzüglich zu beenden.

Die Waffenruhe war unter Beteiligung Russlands von Deutschland und Frankreich vermittelt worden und sollte den Weg für eine Friedenslösung bereiten. Allerdings setzt die russische Regierung seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten auf eine Zusammenarbeit mit den USA, um den Konflikt zu beenden. Die Kämpfe zeigten die Notwendigkeit für eine rasche Wiederaufnahme des Dialoges zwischen Russland und den USA, sagte ein russischer Regierungssprecher. Am Samstag hatte Trump mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin telefoniert.

Trump hat bereits früher erklärt, er sei an besseren Beziehungen zu Russland interessiert. Russland sieht in der Regierung in Kiew einen Statthalter des Westens. Die Regierung in Moskau wirft den USA und der EU vor, den Einflussbereich der Nato entgegen früheren Zusagen nach Osten auszudehnen.

Kommentare (1)

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Herr Old Harold

02.02.2017, 13:34 Uhr

Putin hat bereits Regimenter an die Nord- und die Ostgrenze der Ukraine verlegt.

Da derzeit alle Welt von Trump abgelenkt ist, wird es für Putin keine bessere Gelegenheit mehr geben, auf Kiew vorzurücken.

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