Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.07.2014

12:31 Uhr

Ukraine-Krise

Verlustreiche Gefechte in der Ostukraine

Bei erbitterten Kämpfen in der Ukraine gewinnt das Militär nach eigenen Angaben an Boden. Die Separatisten wenden sich hilfesuchend an Russland. Das Ringen um eine Feuerpause dauert an.

Ukrainische Truppen im Einsatz gegen die Separatisten im April 2014: In der Ostukraine gibt es wieder Gefechte. dpa

Ukrainische Truppen im Einsatz gegen die Separatisten im April 2014: In der Ostukraine gibt es wieder Gefechte.

KiewParallel zum Ringen um eine Waffenruhe hat es bei schweren Gefechten in der Ostukraine nach Angaben der Regierung erneut viele Tote gegeben. Durch Luftschläge und Artilleriefeuer seien sechs Stellungen prorussischer Separatisten zerstört worden. Der Ort Nikolajewka sei vollständig von den Truppen eingeschlossen, teilte ein Sprecher des „Anti-Terror-Einsatzes“ am Freitag in Kiew mit.

Mindestens 150 Aufständische seien getötet worden. Auch zwei Soldaten seien ums Leben gekommen; vier weitere seien verletzt, hieß es.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Russland hatte sich in Vierergesprächen mit der Ukraine, Deutschland und Frankreich zuletzt für Friedensverhandlungen ausgesprochen. Die Seiten hatten am Dienstag in Berlin einen neuen Versuch vereinbart, eine Waffenruhe auszuhandeln. Dazu soll bis spätestens zu diesem Samstag die Kontaktgruppe zusammenkommen.

„Es gibt noch keinen Termin für die Kontaktgruppe, obwohl morgen Frist ist“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf Frage der Deutschen Presse-Agentur. Alles werde inzwischen innerhalb Stunden entschieden.

In Kiew sprach der ukrainische Vizeregierungschef Wladimir Groisman von „intensiven Gespräche“ über eine mögliche Feuerpause. Die Führung in Kiew bereite derzeit einen Fluchtkorridor für Zivilisten in der Ostukraine vor, der ab diesem Montag bereit sei. Internationale Verbände hätten die Organisation übernommen, sagte Groisman.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte mehrfach solche Korridore angekündigt. Die Pläne wurden aber bisher nicht umgesetzt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Ylander Ylander

04.07.2014, 11:26 Uhr

Und wer hat die SED gewählt? Ich nicht.
Solange sich das Volk weiter narkotisieren lässt, wird sich nichts ändern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×