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30.04.2015

23:57 Uhr

Ukraine

Poroschenko rechnet mit Konflikt wie in Israel

Der ukrainische Präsident Poroschenko geht von einem langen Kampf aus. Dennoch meldet er eine Zusage Russlands zu Friedenstruppen – die kein Gesprächsteilnehmer bestätigt. Unterdessen beobachtet die Nato Bedenkliches.

Ein ukrainischer Soldat in der Nähe von Kurahovo (Archivfoto vom 11. März): Die Kämpfe haben nachgelassen, aber nicht aufgehört. ap

Soldat in der Region Donezk

Ein ukrainischer Soldat in der Nähe von Kurahovo (Archivfoto vom 11. März): Die Kämpfe haben nachgelassen, aber nicht aufgehört.

Kiew/Moskau/WashingtonIn der Ukrainekrise rechnet Präsident Petro Poroschenko mit einem noch langen Konflikt - bis zur Rückerlangung des Donbass von moskautreuen Separatisten und der Halbinsel Krim von Russland. „Wir werden kompromisslos bleiben“, sagte Poroschenko am Donnerstag in Kiew.

Als Beispiele nannte er Korea und Israel - auch dort seien Konflikte seit vielen Jahren im Gang. „Die Lage ist unmöglich militärisch zu lösen. Krieg ruft nur eine Reaktion hervor, besonders, wenn Russland beteiligt ist“, meinte der prowestliche Staatschef.

Nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin sagte Poroschenko, der russische Präsident habe prinzipiell einer Entsendung von Friedenstruppen in die Ostukraine zugestimmt. Moskau bestätigte das Gespräch, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident François Hollande teilnahmen.

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In einer Mitteilung des Kremls nach dem Telefonat war von einer Militärmission zur Sicherung der brüchigen Waffenruhe im Osten der Ukraine jedoch keine Rede. In der russischen Erklärung hieß es lediglich, die vier Politiker hätten "einen gewissen Fortschritt bei der Einhaltung der Feuerpause und dem Abzug schwerer Waffen aus der Konfliktzone festgestellt". Auch die Bundesregierung und die Führung in Paris erwähnten nach dem Telefonat eine mögliche Friedenstruppe nicht.

Poroschenko hatte stets ausgeschlossen, dass sich der „Aggressor“ Russland an einer solchen UN-Mission beteiligen könnte. Moskau wiederum hatte den Vorschlag Kiews mehrfach als Verstoß gegen das im weißrussischen Minsk vereinbarte Friedensabkommen abgelehnt.

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